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Leichtathletik WM 2009
LEICHTATHLETIK WM
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Bolt holt drittes Gold
Bolt holt drittes Gold
Usain Bolt während der 4 x 100-Meter-Staffel

Sprint-Superstar Usain Bolt hat bei den Leichtathletik-Weltmeisterschaften in Berlin seine dritte Goldmedaille geholt. Nach den Siegen über 100 und 200 Meter gewann Bolt auch mit der jamaikanischen Staffel über 4 x 100 Meter. Steve Mullings, Michael Frater, Bolt und Schlussläufer Asafa Powell waren in 37,31 Sekunden nicht zu schlagen, verfehlten aber ihren Weltrekord von 37,10. Rang zwei ging an Trinidad and Tobago (37,62) vor Großbritannien (38,02).

"Was gibt es da noch zu sagen? Wunderbar. Die beste WM, die ich je erlebt habe", jubelte "Blitz-Bolt" und verbeugte sich vor dem Berliner Publikum. "Ich habe die Unterstützung der Leute gespürt."

Die deutsche Staffel war im Halbfinale ebenso ausgeschieden wie die USA. Bolt schaffte als dritter Sprinter überhaupt das "Triple" bei Weltmeisterschaften. Dies war zuvor nur den Amerikanern Maurice Green 1999 und Tyson Gay 2007 gelungen.

Phillips gewinnt Weitsprung bei den Männern

Er riss die Arme in die Luft und ließ sich mit der "Stars and Stripes"-Fahne auf der Ehrenrunde feiern: Topfavorit Dwight Phillips ist im ausverkauften Berliner Olympiastadion zu seinem dritten Titel im Weitsprung geflogen. 8,54 Meter reichten dem US-Amerikaner am Samstag, um sich nach 2003 und 2005 zum dritten Mal zum "König des Sandkastens" krönen zu lassen.

Heftige Gegenwehr leistete am vorletzten Tag der Leichtathletik-Weltmeisterschaften der in Heidelberg geborene Südafrikaner Godfrey Khotso Mokoena, der mit 8,47 Metern dem Favoriten am nächsten kam und verdient Silber mit nach Hause nehmen durfte. Der Australier Mitchell Watt freute sich über die Bronzemedaille (8,37).

Für Philipps war es bei der fünften WM bereits die vierte Medaille, nachdem er vor zwei Jahren mit Bronze aus Osaka heimgekehrt war. In Berlin reiste der 31-Jährige mit der Jahresbestweite von 8,74 Metern und damit auch dem Rucksack des Favoriten an. Am 8. Juni hatte er in Eugene für die größte Weite seit dem Weltrekord-Sprung seines Landsmannes Mike Powell bei den Weltmeisterschaften 1991 in Tokio gesorgt. Nach seinem Riesensatz kündigte der Olympiasieger von Athen 2004 gleich vollmundig an, nun als erster Mensch der Welt die Neun-Meter-Marke knacken zu wollen. "Viele Leute haben mich schon abgeschrieben, weil ich ein paar mittelmäßige Jahre hatte. Aber jetzt habe ich wieder Spaß und das ist das wichtigste", sagte der US-Boy. Im Vorjahr hatte er bei den US-Trials die Olympia-Qualifikation für Peking verpasst.

Olympiasieger mit drei Fehlversuchen ausgeschieden

Für Olympiasieger und Titelverteidiger Irving Saladino endete die Konkurrenz vor 64.000 Zuschauern im ausverkauften Stadion hingegen mit einem Schock-Erlebnis: Nach drei ungültigen Versuchen musste der heiße Medaillen-Kandidat vorzeitig seine Sachen packen. "Ich habe versucht, richtig kraftvoll abzuspringen, aber das hat nicht funktioniert. Plötzlich war die rote Fahne oben", sagte der mit einem roten und einem blauen Schuh springende Saladino und versuchte, seinen Frust mit dem Blick voraus zu übertünchen: "Ich denke jetzt an den nächsten Wettkampf."

Der deutsche Hoffnungsträger Sebastian Bayer erlebte die Entscheidung traurig nur von der Tribüne aus. Nach einer schmerzhaften Fuß-Verletzung hatte er im Vorkampf sein Potenzial nicht abrufen können und war mit nur 7,98 Metern gescheitert.

Kenianer feiern Doppelsieg im Marathon

Mit einem heißen Tanz am Brandenburger Tor hat Abel Kirui einen historischen Marathon-Sieg und ganz Berlin den dritten Weltmeister aus Kenia gefeiert. Der 27-Jährige triumphierte bei der Leichtathletik-WM in starken 2:06:54 Stunden vor seinem Landsmann Emmanuel Mutai (2:07:48). Bronze erkämpfte vor Hunderttausenden begeisterten Zuschauern längs der Strecke der Äthiopier Tsegay Kebede in 2:08:35.

"Als ich die Ziellinie sah, konnte ich es einfach nicht glauben. Ich bin so dankbar. Da war nur Freude, pure Freude", sagte Marathon-Mann Kirui nach einem taktischen Rennen auf der klassischen 42,195-Kilometer-Distanz. Erstmals in der Geschichte der Leichtathletik-WM begann und endete ein Marathon nicht im Stadion.

Deutsche Läufer mit Rang neun in der Team-Wertung

Die vier deutschen Läufer hatten mit der Entscheidung zwar nichts zu tun, schlugen sich aber prächtig und wurden mit Platz 9 in der Teamwertung zumindest moralisch belohnt. Als Bester des DLV-Quartetts kam der Chemnitzer André Pollmächer nach 2:15:36 Stunden als 18. ins Ziel - die Berliner feierten ihn mit tosenden Beifallsstürmen. "Vielen Dank, Berlin! Das war fantastisch. Die Zuschauer haben uns alle nach vorne gepeitscht", sagte der 26 Jahre alte WM-Debütant, der nach dem "definitiv letzten" Marathon seiner Karriere Trainer wird. Martin Beckmann wurde 34., Falk Cierpinski kam als 50. ins Ziel und Tobias Sauter wurde 66.

Erst drittes Marathon-Gold für Kenia

Die Vorentscheidung fiel Mitte der letzten Runde: Mutai und Kirui verschärften das Tempo und setzten sich ab. Pollmächer hatte schon auf den ersten 5000 Metern 35 Sekunden verloren,doch der Chemnitzer kämpfte sich zurück, obwohl er am Ende von Seitenstechen geplagt wurde.

WM-Gold für Kenia gab es bisher erst zweimal: 1987 gewann in Rom Douglas Wakihuri, vor zwei Jahren in Osaka war Luke Kibet der schnellste Mann auf der Marathon-Strecke. Weltrekordler Haile Gebrselassie (Äthiopien) und Olympiasieger Samuel Wanjiru (Kenia) waren diesmal nicht am Start.

Anita Wlodarczyk wirft den Hammer zum Weltrekord

Die überragende Polin Anita Wlodarczyk schraubte den Weltrekord im Hammerwurf auf 77,96 Meter, verletzte sich danach beim Freudensprung - und eroberte zum ersten Mal Gold. Für Titelverteidigerin und Lokalmatadorin Betty Heidler blieb nur der Silberrang, aber immerhin ein neuer deutscher Rekord.

Die Weltmeisterin von Osaka 2007 schleuderte die vier Kilo schwere Kugel am Stahldraht im sechsten Durchgang auf 77,12 Meter hinaus. Ihre bisherige Bestmarke vom 28. Juli 2006 in Leverkusen stand bei 76,55. Trotzdem reichte dies nicht, um die Olympia-Sechste Wlodarczyk zu gefährden: Die 24-Jährige hatte im zweiten Versuch die alte Bestmarke von Tatjana Lysenko (Russland/77,80) um 16 Zentimeter übertroffen. Danach musste Wlodarczyk allerdings passen: Sie knickte beim Jubeln nach ihrem Weltrekord um und musste sich den Fuß mit Eis kühlen. Lysenko, die erst am 14. Juli ihre zweijährige Doping-Sperre abgesessen hatte, enttäuschte als Sechste mit 72,22.

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Die WM in Berlin geht zuende
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Bolt, Berlino, blaue Bahn: Mit einer perfekten Show aus Sport, Stars und viel Spaß hat sich die 12. Leichtathletik-WM Gold verdient.
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