Ariane Friedrich im Interview

Ariane Friedrich mit ihrer bronzenen Medaille
Es war der erwartet spannende Wettkampf im Hochsprung der Damen. Ariane Friedrich und Blanka Vlasic lieferten sich ein dramatisches Duell, unterstützt von Anna Chicherova. Im Interview spach Friedrich über ihre große Konkurrentin Vlasic, und dass sie sich sicherlich keinen Imageberater zulegen wird.
Sie galten als große deutsche Goldhoffnung bei der WM und haben Bronze gewonnen. Enttäuscht?
Ariane Friedrich: "Auf mir lastete ein Wahnsinns-Druck. Ich habe das Optimum gegeben und bin stolz auf Bronze. Überlegen Sie mal, wann wir das letzte Mal eine Bronzemedaille im Hochsprung hatten. Diese Medaille motiviert mich, besser zu werden."
Sind Sie kein bisschen wehmütig, dass es nicht noch höher hinaus gegangen ist?
Friedrich: "Nein, es war meine erste WM und bin im zweiten Jahr in der internationalen Spitze. Ich bin ein Rookie. Ich habe alles gegeben und bin mit mir zufrieden. Da gibt es keine Wehmut."
Bei der Höhe von 2,02 Meter kam ihn der 200-Meter-Weltrekord von Usain Bolt in die Quere. Erst im dritten Versuch waren Sie erfolgreich drüber? Hat der Bolt-Rummel Silber gekostet?
Friedrich: "Wenn so etwas hinter einem passiert, geht das nicht an einem vorbei. Ich war kurz mal nicht bei mir und habe die Bolt-Mania gespürt. Doch ich war dabei und habe den Weltrekord live miterlebt."
Als Sie zweimal an 2,04 Metern gescheitert waren, ließen Sie 2,06 Meter auflegen - nach dem Motto "Alles oder Bronze"!
Friedrich: "Ich glaube, dass der dritte Versuch über 2,04 Meter nicht so gut gewesen wäre, wie der Sprung über 2,06 Meter. Da war der Adrenalinstoß etwas größer. 2,06 sind eine andere Baustelle, aber die wollte ich sowieso springen. Das wäre nicht ich gewesen, wenn ich nicht noch auf Platz eins gewollt hätte. Ich würde es wieder so machen, weil ich die 2,06 Meter in den Beinen hatte."
Wer hat die Entscheidung getroffen, die deutsche Rekordmarke von 2,06 Meter auflegen zu lassen: Sie oder Ihr Trainer Günter Eisinger?
Friedrich: "Bei solchen Höhe kann nur ich entscheiden. Wenn Günter entschieden hätte, wäre es nicht von Herzen gekommen."
Es gab einen großen Hype um den WM-Zweikampf Friedrich gegen die Kroatin Blanka Vlasic. Hat sich das Verhältnis zu Ihrer Konkurrentin verändert?
Friedrich: "Wir werden weiter einen gesunden Konkurrenzkampf haben. Wir können uns Küsschen und die Hand geben. Und wir sind sehr fair. Es gibt überhaupt keinen Zickenkrieg. Das wäre auch nicht gut für unsere Disziplin."
Sie haben das Zeug dazu, die Strahlefrau der deutschen Leichtathletik zu werden, gelten aber auch als schwierig!
Friedrich: "Ich bin so wie ich bin, und das ist gut so. Ich werde mir keinen Imageberater zulegen."