Final Four: HSV trifft auf Lübbecke

Kent-Harry Andersson: ''Endlich können mal andere ran''
Schadenfreude ist bekanntlich die beste Freude und getreu diesem Motto verkündeten die Beteiligten des Final Four ihre Erleichterung, dass erstmals seit acht Jahren der THW Kiel nicht dabei ist.
"Die neue Zusammensetzung kann das Turnier beleben", sagte Frank Bohmann, Geschäftsführer der Handball-Bundesliga (HBL), in Hamburg bei der Auslosung des diesjährigen Final Fours am 10. und 11. April. Im Halbfinale hat es der HSV Hamburg mit TuS N-Lübbecke zu tun, die Rhein-Neckar Löwen treffen auf den VfL Gummersbach. Beide Partien werden am 10. April in der Hamburger Color-Line-Arena ausgespielt, das Finale findet am Tag darauf statt.
"Ich freue mich, dass der THW Kiel nicht dabei ist", sagte der Sportliche Berater der Rhein-Neckar Löwen, Kent-Harry Andersson. "Kiel hat schon so viel gewonnen, da können endlich mal andere ran." Titelverteidiger THW Kiel, der die Trophäe in den vergangenen drei Jahren eroberte und seit 2003 ständiger Final-Four-Teilnehmer war, war überraschend im Viertelfinale am VfL Gummersbach gescheitert.
HSV ist der Favorit
Knapp die Hälfte der 13.600 Kombi-Tickets sind bereits im November vergangenen Jahres verkauft worden. "Binnen viereinhalb Minuten waren die weg", berichtete Bohmann stolz. Jeder teilnehmende Verein erhält nunmehr ein Kontingent von 1500 Tickets. "Die Karten kosten 45 bis 119 Euro. Die Preise sind seit drei Jahren stabil", betonte Bohmann.
Als Favorit geht Gastgeber HSV in das Turnier. Im Halbfinale hat der Tabellenführer in TuS N-Lübbecke das vermeintlich leichteste Los erwischt. "Unser Trainer wollte das Spiel nicht haben", entgegnete Sportdirektor Christian Fitzek jedoch. "Aber Wunschgegner gibt es nicht. Wir nehmen jeden, der kommt."
Außenseiter Lübbecke, in der Bundesliga derzeit Elfter, sieht sich nicht chancenlos. "Es gibt immer wieder Überraschungen", meinte TuS-Geschäftsführer Uwe Kölling. Seine Mannschaft steht erstmals im Final Four. "Das ist ein einmaliges Turnier, ein Traum für jede Mannschaft", versicherte Kölling.
Löwen wenig begeistert
Gummersbachs Geschäftsführer Axel Geerken stand noch immer unter dem Eindruck des Sieges gegen den THW. "Es hat uns überrascht, wie deutlich wir gegen die Kieler gewonnen haben. Wir starten voller Enthusiasmus in das Final Four". Bei Halbfinal-Gegner Rhein-Neckar Löwen hält sich die Begeisterung in Grenzen. "Man kann nicht von einem Traumlos sprechen", sagte Andersson.
Die Vermarktung des Turniers nimmt die HBL nun selbst in die Hand, nachdem die dafür zuständige Agentur "kick an rush" Insolvenz beantragt hatte. "Es geht um eine sechsstellige Summe im mittleren Bereich, die uns fehlt", sagte Bohmann. Diese sei zwar nicht "von existenzieller Bedeutung", dennoch sei es "ärgerlich, weil Vertrauen missbraucht wurde", betonte der HBL-Geschäftsführer. "Wir setzen uns zunächst mit dem Insolvenzverwalter auseinander und werden notfalls strafrechtlich Schritte unternehmen."