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HANDBALL | EM 2010
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Die Fragen nach der Handball-EM
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Heiner Brand verzweifelte

Die Handball-Europameisterschaft in Österreich ist Geschichte und mit dem historischen Titel-Triple Frankreichs hat das Turnier einige Erkenntnisse gebracht, aber auch eine Menge Fragen aufgeworfen. sportal.de versucht, diese zu beantworten.

Wer kann Frankreich stoppen?
Die Kroaten haben in der ersten Halbzeit des EM-Finales gezeigt, dass sie den Franzosen Paroli bieten können und führten zwischenzeitlich sogar mit drei Toren. Auch in der Vorrunde hatten die Franzosen bei den Unentschieden gegen Spanien und Ungarn einige Mühe, doch sie sind einfach auf jeder Position mit einem Weltklassespieler besetzt und können jederzeit einen Gang zulegen.

Ein Großteil der Mannschaft ist bereits über 30 und kann vielleicht nur noch wenige Turniere spielen, aber mit den jungen Nikola Karabatic und Luc Abalo (beide 25 Jahre alt) haben die Franzosen zwei Weltklassespieler, die noch gut ein Jahrzehnt auf hohem internationalen Niveau spielen können und den Welthandball mitbestimmen werden. Die kommenden Titel werden nur über Frankreich gehen und auch die Zukunft der Blauen sieht rosig aus.

Schafft das DHB-Team den Anschluss an die Weltspitze?
Die Leistungen der deutschen Mannschaft waren teilweise ein Offenbarungseid. Vor allem bei der Niederlage gegen Spanien zeigte die DHB-Auswahl die vielleicht schlechteste Turnierleistung der letzten Jahre. Der unerfahrenen Mannschaft fehlten die Leader, die ihre Teamkollegen mitzureißen vernochten.

Spieler wie Torsten Jansen, Holger Glandorf und Oliver Roggisch waren nicht in Bestform und konnten mit ihrer Erfahrung nicht helfen. Pascal Hens und Sebastian Preiß werden nach ihren überstandenen Verletzungen der Mannschaft auf jeden Fall helfen, aber der Unterschied zu den Top-Teams Frankreich, Kroatien, Polen und Island ist sehr sehr groß. Wenn alle Spieler bei einem Turnier ihr Potenzial abrufen können, darf vielleicht wieder von einem Halbfinale geträumt werden, aber ein Titelgewinn ist in weiter Ferne.

Ist Heiner Brand noch der richtige Bundestrainer?
Der letzte Angriff der deutschen Mannschaft im Spiel gegen Tschechien (26:26) war symtomatisch: Heiner Brand hatte zuvor eine Auszeit genommen und erklärt, dass die letzte Torchance der DHB-Auswahl über die rechte Seite, wo ein siebter Feldspieler von der Bank aufs Feld kommen sollte, dort in Überzahl abgeschlossen werden sollte.

Doch kaum lief das Spiel wieder, trieb Michael Müller entgegen der Anweisung des Bundestrainers den Ball über die linke Seite nach vorne, wo der Ball auch prompt verloren ging und Tschechien beinahe noch den Siegtreffer erzielt hätte. Auf der rechten Seite hatte sich ein Feldspieler umsonst ein Leibchen übergezogen.

Diese Szene zeigt, dass Brand seine Spieler nicht immer erreichen kann. Vielleicht hat er nach 13 Jahren sein Pulver einfach verschossen und es wird Zeit für einen Nachfolger. Martin Schwalb vom HSV Hamburg steht bereits in den Startlöchern.

Wo bleiben die deutschen Junioren-Weltmeister?
Mit einem 32:24 über Dänemark war die deutsche Junioren-Nationalmannschaft am 9. August 2009 in Kairo Weltmeister geworden. Torhüter Dario Quenstedt (SC Magdeburg) zeigte eine überragende Turnierleistung. Andrej Kogut (HSG Düsseldorf) und Patrick Groetzki (Rhein Neckar Löwen) wurden ins Allstar-Team des Turniers berufen. Patrick Wiencek von TuSEM Essen war mit acht Treffern überragender Werfer des Endspiels.

Spielmacher Kogut bekommt in Düsseldorf viele Spielanteile, droht aber, mit der HSG abzusteigen. Quenstedt schaffte in Magdeburg noch nicht den Sprung in die Profi-Mannschaft. Rechtsaußen Groetzki arbeitet sich bei den Löwen langsam an die Stammformation heran, wurde 2009 zum Bundesliga-Rookie des Jahres gewählt und durfte auch in der Herren-Nationalmannschaft bereits seine ersten Schritte machen. Ihm ist am ehesten der große Sprung zuzutrauen. Auch Kreisläufer Wiencek hat bereits sein erstes Länderspiel absolviert, dümpelt mit dem TuSEM aber im hinteren Mittelfeld der 2. Liga herum.

Diese vier Spieler seien hier nur als Beispiel für den Junioren-Kader genannt. Das Talent ist zweifelsohne da, doch wird es noch einige Jahre dauern, bis diese Spieler der Nationalmannschaft helfen können, die meisten müssen sich erst noch in der Bundesliga beweisen.

Henning Schulz

HANDBALL | EM 2010
Coole Franzosen feiern die Nacht durch
Während die Franzosen mit den Isländern ihre Medaillen feierten und die Nacht durchmachten, hielten sich auch die Kroaten nicht zurück und richteten bereits eine Kampfansage an Frankreich.

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