Große Enttäuschung dei deutschen Handballern

Ein enttäuschter Bundestrainer Heiner Brand
Die Körper sind müde, die Köpfe sind leer und Bundestrainer Heiner Brand ist ernüchtert: Das schlechteste EM-Abschneiden seit Platz neun beim Turnier im Jahr 2000 hat im deutschen Lager auf die Stimmung gedrückt.
"Da muss man als Trainer einer deutschen Nationalmannschaft enttäuscht sein. Eine deutsche Nationalmannschaft muss auf Dauer eine Macht sein, und es ist unsere Aufgabe, alles dafür zu tun, dass das gelingt", sagte der Bundestrainer im Mannschafts-Quartier in Innsbruck. Am Vortag hatte die DHB-Auswahl mit einer elanlosen Vorstellung beim 20:25 gegen den Olympia-Dritten Spanien die Chance auf das Spiel um Platz fünf vergeben.
Bredemeier hatte es kommen sehen
"Das ist die befürchtete Realität und nicht das erhoffte Ergebnis", sagte DHB-Vizepräsident Horst Bredemeier. Statt nach Wien zur Platzierungsrunde der besten sechs Teams fährt die deutsche Mannschaft am Freitag bereits nach Hause. "Wenn der Körper müde ist, ist auch der Kopf müde. Bei mir ist beides leer", bekannte Kapitän Michael Kraus.
Trotzdem soll und will sich die deutsche Mannschaft in ihrem letzten EM-Spiel am Donnerstag gegen Tschechien noch einmal aufraffen. "Wir haben das Anspruchsdenken, immer unter den ersten Acht zu sein. Deswegen müssen wir Tschechien schlagen", verlangte Bredemeier. Gleiches forderte auch Brand: "Wir müssen noch mal eine Schippe drauflegen und gewinnen. Das muss bei der Mannschaft drin sein. Es geht auch für einige Spieler darum, sich positiv zu zeigen in Bezug auf den Konkurrenzkampf nach der EM."
Zum Abschluss einen Sieg
Die Spieler haben sich vorgenommen, einen versöhnlichen Abschluss aus dem Turnier zu finden. "Wir wollen uns vernünftig verabschieden", sagte Linksaußen Torsten Jansen. Und auch der geschlauchte Spielmacher Kraus will noch einmal alle Kraftreserven mobilisieren. "Jetzt wollen wir gegen Tschechien Wiedergutmachung betreiben. Wir müssen mit einem positiven Erlebnis aus der EM gehen. Wir haben zwar gesehen, dass die Tschechen eine richtig gute Mannschaft haben. Aber mit einer Niederlage wollen wir nicht aus dem Turnier gehen", erklärte der Lemgoer.
Holger Glandorf kann beim Kampf um den zweiten Turniersieg nicht helfen. Der Rückraumspieler hatte bei der Niederlage gegen Spanien eine schwere Prellung des Oberschenkelknochens direkt oberhalb des Knies erlitten. Das ergab eine eingehende Untersuchung in der Klinik von Hochrum bei Innsbruck. "Die Struktur des Knies ist nicht beschädigt, aber Holger muss für 14 Tage mit dem Handballspielen aussetzen", erklärte Mannschaftsarzt Dr. Berthold Hallmaier.