Deutschland ohne Chance gegen Spanien

Lars Kaufmann zieht ab
Die deutsche Nationalmannschaft hat auch ihre zweite Hauptrunden-Partie bei der Handball-Europameisterschaft in Österreich verloren. Gegen Spanien war eine schwache DHB-Auswahl völlig chancenlos und unterlag mit 20:25. sportal.de sah die bis dato schlechteste Turnierleistung des deutschen Teams.
Die deutsche Mannschaft hatte bis zuletzt um Oliver Roggisch gezittert, der sich eine leichte Grippe eingefangen hatte, doch der Abwehrchef konnte in der Olympiahalle von Innsbruck mitwirken. Im Tor begann wie gewohnt Johannes Bitter.
Die deutsche Mannschaft hatte keinen guten Start in die Partie. Die ersten drei Würfe der Spanier fanden den Weg in das Tor von Bitter und in der Offensive gelang trotz einer Zwei-Minuten-Strafe für den bei den Rhein Neckar Löwen in der Bundesliga spielenden Carlos Prieto kaum etwas, so stand es schnell 4:1 für die Iberer.
Fehler über Fehler
Viele leichte Fehler machten dem DHB-Team das Leben schwer. Vor dem Spiel hatte Heiner Brand ja bereits angekündigt, an den technischen Mängeln in der Zukunft intensiv arbeiten zu wollen, die ersten zehn Minuten zeigten erneut, dass dies auch dringend notwendig ist. Aber auch Gegner Spanien zeigte, dass er derzeit weit von der Mannschaft weg ist, die in der Vergangenheit viele Medaillen gewinnen konnte.
Bitter kam nun besser ins Spiel und hielt einige Bälle, im Angriff hatte die deutsche Mannschaft bei einigen Pfostenwürfen aber Pech und nach 13 Minute hieß die Führung für Spanien nur noch 5:3. Die erste Zeitstrafe für Roggisch ließ die Spanier dann aber auf 7:4 wegziehen. Nur vier Treffer in den ersten 15 Minuten waren die magere Ausbeute des deutschen Angriffs.
Vor allem Rechtsaußen Victor Tomas machte der deutschen Defensive immer wieder zu schaffen und hatte beim 9:6 für sein Team nach 20 Minuten vier Tore für sein Team erzielt. Das Spiel reichte zu diesem Zeitpunkt bei weitem nicht an die früheren großen Duelle zwischen diesen beiden Teams heran.
Schwache Spanier ziehen davon
An der Ausrichtung des Spiels änderte sich auch in den Folgeminuten nichts. Deutschland offenbarte in der Abwehr einige schwerwiegende Mängel und ermöglichte es den keinesfalls überragenden Spaniern so, Tor für Tor davonzuziehen. Nach 25 Minuten stand es 13:8 für Spanien. Bis zur Halbzeit gelang beiden Teams noch je ein Treffer und so ging es mit einem 14:9 für Spanien in die Halbzeit.
Im zweiten Durchgang ersetzte Silvio Heinevetter den keinesfalls schwachen Bitter im deutschen Tor. Brand wollte ein Zeichen setzen, doch gleich die ersten beiden Würfe musste der Berliner passieren lassen. Selbst der sonst so sichere Siebenmeter-Schütze Torsten Jansen zeigte nun Nerven und so zogen die Spanier auf 17:10 davon.
Nach einem Schlag auf das Knie musste Holger Glandorf draußen bleiben und Brand gab nun auch auf anderen Positionen der zweiten Garnitur eine Chance. Am Spielverlauf änderte dies nichts, nach 40 Minuten stand es 19:13 für Spanien. Das Spiel befand sich weiterhin auf einem schwachen Niveau. Deutschland verbaute sich jede Chance, den Rückstand zu verkürzen durch unzählige leichte Fehler.
Auch der zweite Anzug passt nicht
Nach 50 Spielminuten führte Spanien mit 22:15. Die deutsche Angriffsmisere hielt weiter an. Heiner Brand versuchte, seine Spieler in einer Auszeit noch einmal aufzurütteln, doch an der Tatsache, dass die DHB-Auswahl zur Zeit nicht zur absoluten internationalen Spitze gehört, konnte er auch nichts ändern.
Das Spiel endete schließlich mit 25:20 für Spanien und im letzten Hauptrundenspiel gegen Tschechien geht es für die deutsche Mannschaft nach dieser schwachen Leistung nun darum, einen versöhnlichen Abschluss der Hauptrunde zu schaffen.
Henning Schulz