Heiner Brand reibt sich voller Vorfreude die Hände
Nach dem Turnier ist vor dem Turnier - auch im Handball gilt diese alte Binsenweisheit. Nach dem gelungenen Neuanfang und Platz fünf bei der WM in Kroatien wartet bereits eine neue Herausforderung auf die DHB-Auswahl. Denn es gilt, sich für die EM 2010 in Österreich zu qualifizieren.
Nach zwei Siegen in zwei Spielen (gegen Slowenien und Bulgarien) steht die Auswahl des Deutschen Handballbundes am 18. März in Minsk gegen Weißrussland auf dem Prüfstand, vier Tage darauf empfängt der EM-Vierte Israel in Aschaffenburg. "Wenn wir da weitermachen, wo wir jetzt hier aufgehört haben und alle Spieler wieder beisammen haben, dann haben wir gute Möglichkeiten, uns für die Europameisterschaft zu qualifizieren. Und dann wollen wir uns natürlich beim nächsten Turnier auch verbessern", erklärte der Bundestrainer in Zagreb.
Gutes Omen laut Glandorf
Nach langer Feier und kurzer Nachtruhe flog der gesamte DHB-Tross am Freitagvormittag wieder nach Hause. Der unerwartete fünfte Platz durch den abschließenden 28:25-Sieg gegen Ungarn am Vortag war Grund für ausgelassene Stimmung. Und Für Holger Glandorf war er gar ein Zeichen für die Zukunft. "Wenn ich an die Schweiz denke, ist das ein gutes Omen", sagte der Ersatz-Kapitän aus Nordhorn und erinnerte damit an den fünften Platz bei der EM 2006. Im Jahr darauf hatte die DHB-Auswahl bei der Heim-WM den jetzt verlorenen Titel gewonnen.
Zunächst aber freuten sich die Spieler auf mehr als eine Woche ohne Handball-Spiele. Erst am kommenden Wochenende setzt die Bundesliga ihren Spielbetrieb fort. "Das ist schön, wenn es etwas Positives am verpassten Halbfinale gibt, dann sind es ein paar freie Tage mehr", sagte Glandorf nach neun Spielen in zwölf Tagen. Der Bundestrainer hingegen hätte seinen Mannen durchaus noch die Kraft für die Medaillenrunde zugetraut. "Den Spielern wäre schon lieber, wenn sie nicht die Erholung haben würden, sondern ein Halbfinale spielen und sich dafür ein bisschen quälen", meinte Brand.
Die Entwicklung geht weiter
Er will nun mit dem Schwung bei der WM seine Auswahl weiter verbessern. "Wir können auf dem, was wir hier gesehen haben, aufbauen. Wir dürfen uns aber noch nicht am Ende der Entwicklung sehen", forderte der Gummersbacher. Dabei will er auch in den EM-Qualifikationsspielen im März und Juni weitere Spieler testen und ins wachsende Gefüge einbauen. "Die Mannschaft wird in großen Teilen so aussehen wie jetzt. Das heißt aber nicht, dass sie identisch sein wird", erklärte er. Als Kandidaten dafür zählte Brand unter anderem Andreas Rojewski und Yves Grafenhorst (beide Magdeburg) sowie Uwe Gensheimer (Rhein-Neckar Löwen) und Manuel Späth (Göppingen) auf.
Inwieweit die für die WM nicht berücksichtigten Florian Kehrmann (Lemgo) und Henning Fritz (Rhein-Neckar Löwen) in seinen Planungen mit dem Perspektiv-Team für die Olympischen Spiele 2012 eine Rolle spielen, wollte Brand nicht konkretisieren. "Mit 'Flo' bin ich in stetigem Kontakt. Wir werden uns im Sommer wieder unterhalten. Er ist sicherlich auch noch ein Kandidat für spätere Turniere", erklärte der Bundestrainer. Für Schlussmann Fritz hängte er die Latte für eine Rückkehr hoch. "Ich weiß, dass er gern in den Konkurrenzkampf eingreifen will. Aber das geht - und das weiß er auch - nur über Leistung in der Bundesliga. Aber das wird nicht einfach, wenn man die Leistungen unserer Torleute sieht."