Lars Kaufmann trumpfte vor allem vor der Pause groß auf
Deutschland hat mit einer Klassevorstellung gegen Ungarn die WM in Kroatien auf Platz fünf beendet. Das Team von Heiner Brand setzte sich trotz großer Personalsorgen gegen die Magyaren souverän mit 28:25 durch. Vor allem die Akteure aus der zweiten Reihe konnten überzeugen.
"Mit dem fünften Platz kann ich gut leben. Man muss der Mannschaft ein großes Kompliment machen, dass sie noch einmal bis an ihre Grenzen gegangen ist", lobte Brand das Team für seine Einstellung. "Langsam ist auch die Enttäuschung über das verpasste Halbfinale weg." Auch Abwehrspieler Oliver Roggisch war mit dem gelungenen Abschluss hochzufrieden: "Wenn man sieht, mit wie viel Begeisterung die Mannschaft gespielt hat, muss man sagen, dass wir alles richtig gemacht haben."
Kaufmann gibt Gas
Die deutsche Mannschaft begann wieder mit Carsten Lichtlein im Tor, der die letzten beiden Partien hinter Johannes Bitter und Silvio Heinevetter zurückstehen musste. Für den verletzten Pascal Hens spielte Lars Kaufmann im linken Rückraum. Und der Noch-Lemgoer, der am Saisonende nach Göppingen wechselt, stand von Beginn an beispielhaft für den Willen der deutschen Mannschaft, das Turnier mit einem Erfolgserlebnis zu beenden. Die ersten fünf Treffer der DHB-Auswahl gingen auf sein Konto. Am Ende kam Kaufmann auf acht Tore.
Allerdings ließen die Ungarn dem wurfgewaltigen Kaufmann auch viel zu viel Raum. Ungarns Kaufmann hieß in der Anfangsphase Laszlo Nagy. Der Superstar des FC Barcelona setzte die ersten Akzente für die Magyaren und sorgte dafür, dass die Partie zunächst ausgeglichen blieb. Nach 13 Minuten gingen die Ungarn mit 7:6 sogar erstmals in Führung.
Zwischenspurt sorgt für klare Verhältnisse
Doch das war der richtige Weckruf für die DHB-Auswahl. In der Abwehr wurde der 2,09 Meter große Nagy jetzt besser verteidigt und im Angriff wurde Deutschland zunehmend variabler. So konnte Jens Tiedke sich am Kreis mehrfach in Szene setzen. Innerhalb von rund fünf Minuten machte Deutschland so aus einem 6:7-Rückstand eine 12:7-Führung. Bis zur Pause schrumpfte der Vorsprung zwar wieder auf 16:13, doch die Mannen von Heiner Brand hatten das Geschehen im Griff.
Daran änderte auch ein etwas schläfriger Start nach dem Wechsel nichts. Nachdem die Ungarn bis auf einen Treffer herangekommen waren, zog Deutschland die Zügel wieder an und führte nach rund 43. Minuten mit 23:16. Daran hatte auch Torwart Silvio Heinevetter großen Anteil, der in der zweiten Halbzeit im DHB-Tor stand und stark hielt.
Auch Holger Glandorf zeigte sich in dieser Phase häufiger. Er profitierte davon, dass Ungarns Abwehr nun den bis dahin überragenden Kaufmann enger deckte und er so mehr Raum bekam. Doch die deutliche Führung ließ die DHB-Auswahl etwas unvorsichtig werden.
Brand beruhigt das Geschehen
Viele Angriffe wurden überhastet abgeschlossen. Ungarn kam so zu einigen Ballgewinnen und einfachen Toren - so stand es plötzlich nur noch 23:19. Heiner Brand registrierte die Nachlässigkeiten und beruhigte das Geschehen erfolgreich mit einer Auszeit. Im Anschluss beendete Torsten Jansen mit seinem Treffer eine fünfminütige Torflaute.
Deutschland agierte nun wieder geduldiger und konzentrierter im Angriff. Auch das Spiel über Jens Tiedke am Kreis funktionierte nun wieder wesentlich besser. Der Vorsprung blieb so konstant. Am Ende durfte sich Deutschland über einen ungefährdeten 28:25-Sieg und Platz fünf freuen.
Heiner Brand wird zudem mit Freude zur Kenntnis genommen haben, dass gegen Ungarn vor allem die Akteure aus der zweiten Reihe, wie Kaufmann, Tiedke, Heinevetter oder Müller überzeugen konnten.