19.01.2008
Deutschland ringt Ungarn nieder

Andrei Klimovets tankt sich durch
Die deutschen Handballer haben bei der EM in Norwegen vorzeitig die Hauptrunde erreicht. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand besiegte im zweiten Vorrundenspiel Ungarn mit 28:24. Deutschland musste dabei lange zittern und machte erst kurz vor Schluss alles klar.
"Wir haben ganz gut gestanden und hätten uns schon klarer absetzen müssen. Aber durch individuelle Fehler haben wir uns das Leben immer wieder schwer gemacht", bilanzierte Brand. Der Hamburger Pascal Hens sagte: "Es läuft noch nicht so rund, wie wir uns das vorstellen, aber solange wir gewinnen, ist alles in Ordnung."
"Die Ungarn haben Fortschritte gemacht, sowohl bei der individuellen Stärke als auch bei der Einbürgerung", urteilte Brand. Damit spielte er Spielmacher Nikola Eklimovics und Torhüter Nenad Puljezevic an. Beide ehemaligen serbischen Nationalspieler hatten erst im vorigen Jahr die ungarische Staatsbürgerschaft erhalten und sind seither feste Größen beim Olympia-Vierten.
Kein Spielfluss in der ersten HalbzeitIn der ersten Halbzeit bekamen die 3000 Zuschauer in Bergen eine zerfahrene Partie geboten. Beide Abwehrreihen standen gut und machten den Angreifern das Leben schwer. Allerdings agierte vor allem die DHB-Auswahl oft zu hektisch und schloss die Aktionen zu früh ab. Trotz zwischenzeitlicher 9:6-Führung konnte sich Deutschland nicht entscheidend absetzen.
Das lag auch am ungarischen Keeper Nandor Fazekas, der den Vorzug vor dem im ersten Spiel überragenden Nenad Puljezevic erhielt. Fazekas spielt in der Bundesliga beim VfL Gummersbach und kennt die deutschen Spieler natürlich ganz genau.
Diese Erfahrung musste vor allem Pascal Hens machen, der vor der Pause nicht einen Treffer erzielen konnte. Dass es dennoch zur 13:12-Halbzeitführung reichte, lag vor allem an Linksaußen Torsten Jansen, der bis dahin vier Tore bei vier Versuchen erzielte.
Blitzstart nach der PauseHeiner Brand schien bei seiner Kabinenansprache jedoch die richtigen Worte gefunden zu haben. Seinen Mannen agierten in der Offensive wesentlich variabler und ließen den Ball laufen. Und plötzlich traf auch Pascal Hens wie er wollte. Bis auf 23:17 zog die DHB-Auswahl davon und nach 43 Minuten sah alles nach einem sicheren Erfolg aus.
Doch die Ungarn hatten sich noch lange nicht aufgegeben. Die Magyaren nutzten eine fünfminütige Schwächephase der deutschen Mannschaft und kamen wieder auf 23:21 heran. Die spielerische Linie war fortan bei beiden Teams dahin. Es entwickelte sich ein echtes Zitterspiel. Deutschland lag zwar meist mit zwei Toren in Front, aber jedes Tor musste hart erkämpft werden.
Die Entscheidung zu Gunsten der Deutschen fiel erst gut zwei Minuten vor Schluss. Beim Stand von 26:24 musste Tamas Mocsai nach einem Foul an Jansen zwei Minuten vom Feld. Den fälligen Siebenmeter verwandelte Kapitän Marcus Baur souverän und zog damit den Ungarn den Zahn.
Beste deutsche Torschützen waren Markus Baur und Torsten Jansen mit je fünf Treffern. Im letzten Spiel der Gruppe C trifft die Auswahl des DHB an diesem Sonntag auf Spanien.
Lars Ahrens