Woods wagt den Neustart in Augusta

Tiger Woods schlüpft 2002 in das Grüne Jacket
Der Ort für die Rückkehr ist gut gewählt. In Augusta, der guten Stube des Golfsports, wird Tiger Woods auf die Tour zurückkehren. Bei keinem Major-Turnier sind Medien und Zuschauer so ausgewählt, wie beim Masters, das Woods viermal gewann.
Die Organisatoren kontrollieren genau, wer Zugang zum Gelände des edlen Clubs bekommt. "Wir unterstützen alles, was für den Neuaufbau seines privaten und professionellen Lebens nötig ist", kündigte dessen Präsident Bill Payne an. Wer die strengen Clubregeln verletzt - zum Beispiel Handys oder Kameras benutzt - riskiert dauerhaften Ausschluss.
"Deshalb macht es Sinn für Tiger, in Augusta zurückzukehren. Die Anstandsregeln und das Verhalten der Zuschauer sind viel besser als bei jedem anderen Turnier. Denn jeder hat Angst, sein Ticket zu verlieren", erklärte sein Landsmann Jim Furyk.
Alles wird sich nur um Woods drehen
Der US-Profi freut sich auf Woods, erwartet aber für seine Kollegen und sich ein Geduldspiel mit den Medien, das härter sein könnte, als ein komplizierter Put. "Wir müssen beharrlich sein. Es wird der Moment kommen, an dem jemand am letzten Loch einen Bogey spielt oder einfach nur eine schlechte Runde und die erste Frage an ihn wird zu Tiger Woods sein. Damit müssen wir mindestens einen Monat lang leben. Dann wird das hoffentlich vorbei sein."
Auf den Anfang einer quotenträchtigen Zeit setzen indes die TV-Anstalten, die bei Turnieren ohne Woods bis zu 50 Prozent weniger Einschaltquote haben. "Das wird neben der Ernennung von Barack Obama zum US-Präsidenten ein, wenn nicht sogar das größte Medienspektakel der jüngsten Geschichte", prophezeite Sean McManus, Sports-Präsident des übertragenden TV-Senders CBS. "Es werden Leute einschalten, die gar keine Sportfans sind", meinte der anerkannte amerikanische Golf-Journalist Ian O'Connor.
Die Jagd nach der Super-Quote
Augusta garantiert seit Jahren die höchsten Zuschauer-Zahlen. Mit Quoten-King Woods hofft CBS nun sogar die bisherige Bestmarke von 14,1 Prozent Marktanteil aus dem Jahr 1997 zu übertreffen.
Damals ging Woods mit 21 Jahren als jüngster Sieger eines Majors in die Geschichte ein - sein Vorsprung von zwölf Schlägen auf seinen zweitplatzierten Landsmann Tom Kite ist immer noch Rekord. Zudem war er der erste Nicht-Weiße, der sich das grüne Jackett des Champions anziehen durfte. "Das Masters war mein erstes gewonnenes Major-Turnier und ich schaue auf dieses Turnier mit großem Respekt", sagte Woods.