
José Manuel Jurado konnte das Schalker Angebot nicht ausschlagen
Felix Magath hat große Taten auf dem Transfermarkt angekündigt und Wort gehalten. Doch auch in anderen Vereinen ist einiges passiert. sportal.de fasst die wichtigen Bundesliga-Transfers der letzten 48 Stunden zusammen.
Nicht erst seit dem Fehlstart in der Bundesliga mit null Punkten aus zwei Spielen war klar, dass der FC Schalke die zu erwartenden Einnahmen in der Champions League reinvestieren wird. Magath wollte vor allem seine Offensive verstärken und das ist ihm mit Klaas-Jan Huntelaar und José Manuel Jurado durchaus gelungen. Doch auch in der Defensive hat sich nach den Unsicherheiten der letzten Spiele etwas getan, Innenverteidiger Nicolas Plestan kommt vom französischen Erstligisten OSC Lille.
Damit hat Magath die Arbeiten auf der Großbaustelle beendet: Nach 13 Zugängen und 15 Abgängen hat sich der Kader des Meisterschaftszweiten der vorigen Saison stark verändert. Für Angreifer Huntelaar werden rund 14 Millionen Euro an den AC Mailand fällig, nur eine Million weniger kostet Jurado (Atletico Madrid). Der Spanier kann im offensiven Mittelfeld alle Positionen besetzen, soll aber hinter den Spitzen spielen und Huntelaar und Raúl mit Vorlagen füttern.
"Das Angebot von Schalke konnte man einfach nicht ablehnen", sagte Jurado. "Der Wechsel ist ein positiver Schritt in meiner Karriere. Ich werde in Schalke mein Bestes geben." Jurado verabschiedete sich von den Atlético-Fans mit einer Glanzpartie beim 4:0-Punktspielsieg der Madrilenen über Sporting Gijón. Er schoss in der 10. Minute das Führungstor und war einer der besten Spieler auf dem Platz. Atlético eroberte damit am ersten Spieltag die Tabellenspitze der Primera División.
Misimovic sagt auf Wiedersehen
Nach der Verpflichtung von Diego war beim VfL Wolfsburg kein Platz mehr für Zvjezdan Misimovic. Einem Transfer innerhalb der Bundesliga hatte Manager Dieter Hoeneß einen Riegel vorgeschoben, und so geht es nun in die Türkei. Misimovic spielt ab sofort für Galatasaray Istanbul.
Die Wolfsburger bestätigten den Transfer des 28-Jährigen. Die geschätzte Ablösesumme liegt bei rund acht Millionen Euro. Der Mittelfeldspieler absolvierte in Istanbul bereits Gesundheitschecks und soll einen Vierjahresvertrag erhalten.
Ein Isländer für Hoffenheim
Hoffenheims Trainer Ralf Rangnick hatte ebenfalls neue Spieler angekündigt, fündig wurde er in England. Der Isländer Gylfi Sigurdsson verstärkt das Mittelfeld der Kraichgauer. Der 20-Jährige wechselt vom englischen Zweitligisten FC Reading, wie Hoffenheim kurz mitteilte. Er erhält einen Vertrag bis 2014. Die Ablösesumme soll zwischen vier und fünf Millionen Euro liegen.
Der 1,86 Meter große Sigurdson gilt als torgefährlich und Experte für Strafstöße. Für Islands U-21-Nationalelf hatte er Anfang August beim 4:1 gegen die deutsche Nachwuchsauswahl die 2:1-Führung erzielt. "Gylfi Sigurdsson ist trotz seiner erst 20 Jahre ein torgefährlicher, offensiver Mittelfeldspieler, bei dem wir noch sehr großes Entwicklungspotenzial sehen", sagte 1899-Manager Ernst Tanner.
Der Neuzugang reiste nach seiner Vertragsunterzeichnung direkt weiter zur isländischen A-Nationalmannschaft, für die in den nächsten Tagen EM-Qualifikationsspiele gegen Norwegen (3.9.) und Dänemark (7.9.) anstehen. Das junge Talent Sigurdsson war bereits mit 16 Jahren aus seiner Heimat Island in die Jugendabteilung des FC Reading gewechselt, von wo aus er den Sprung zu den Profis schaffte.
Ein Weltmeister für Stuttgart
Ähnlich wie auf Schalke herrschte nach den zwei Pleiten in der Bundesliga auch beim VfB Stuttgart Alarmstimmung. Allerdings stand den Schwaben bei Weitem nicht so viel Geld zur Verfügung wie den Königsblauen. Für zwei Millionen Euro kommt nun Mauro Camoranesi von Juventus Turin.
Der 33 Jahre alte Weltmeister von 2006 unterschrieb in Stuttgart einen Vertrag bis 2011 plus Option. Camoranesi soll das rechte Mittelfeld des VfB verstärken. "Er ist ein Spieler mit Persönlichkeit und wird uns ganz sicher weiterbringen. Denn er kommt mit einem Rucksack voller Erfolge und hat viel Erfahrung", sagte Trainer Christian Gross der Stuttgarter Zeitung.
Für das defensive Mittelfeld verpflichtete der VfB Mamadou Bah von Racing Straßburg. "Wir erhoffen uns von ihm, mehr Alternativen zu haben", erklärte Fredi Bobic. Er bezeichnete den 22 Jahre alten Nationalspieler Guineas als "sehr aggressiven, hoch talentierten Spieler". Bah erhielt einen Vertrag bis 2013 und reiste gleich zu seiner Nationalmannschaft zurück. Der Linksfuß kostete eine Ablösesumme von rund 500.000 Euro.
Zerschlagen hat sich allerdings der Wechsel von Mladen Petric. Der Kroate landete kurzfristig im Schaufenster, beim HSV fehlen ihm im neuen System von Trainer Armin Veh die Perspektiven. "Wir haben bis zur letzten Minute um ihn gekämpft. Mit dem Spieler waren wir klar, mit dem Verein nicht", sagte Manager Fredi Bobic. Angeblich war der VfB nur zur Zahlung einer Ablöse in Höhe von 3,5 Millionen Euro bereit.
Mainz hat Fathi wieder
Malik Fathi spielte bereits in der verganengen Rückrunde auf Leihbasis für den FSV Mainz und bleibt nun auch ein weiteres Jahr. Zudem besitzt der FSV eine Kaufoption.
"Wir sind sehr froh, dass der Transfer geklappt hat. Malik Fathi hat sich im vergangenen halben Jahr bei uns einen großen Stellenwert als Verteidiger, aber auch als wichtiges Mitglied der Gruppe erarbeitet. Er wird unseren Kader noch einmal verstärken", sagte Manager Christian Heidel, der bis kurz vor Transferschluss um die finanziellen Modalitäten pokerte.
Der gebürtige Berliner Fathi meinte: "Die sportliche Perspektive der Mannschaft stimmt, und ich habe mich im Verein und in der Stadt ausgesprochen wohl gefühlt, deshalb wollte ich unbedingt nach Mainz zurück."
Silvestre verstärkt Bremer Defensive
Werder Bremen hat den ehemaligen französischen Nationalspieler Mikaël Silvestre verpflichtet. Der 33 Jahre alte Abwehrspieler war zuletzt für Arsenal London aktiv, kommt aber ablösefrei. Der 40-fache Nationalspieler hat nach Angaben des Vereins einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Silvestre, der schon bei Manchester United und Inter Mailand unter Vertrag stand, kann in der Innenverteidigung sowie als Linksverteidiger eingesetzt werden.
"Ich bin überzeugt, dass ich beide Positionen noch gut bekleiden kann", sagte Silvestre bei seiner Vorstellung. "Das ist ein neues großes Abenteuer für mich. Es gab auch andere Angebote, aber Thomas Schaaf und Klaus Allofs haben mich fasziniert." Mit Verweis auf seine Landsleute Johan Micoud und Valérien Ismaël, die mit Werder 2004 Meister und Pokalsieger wurden, sagte Silvestre: "Ich hoffe, dass ich ähnlich erfolgreich bin."
Da Silva wie erwartet in Gelb-Schwarz
Wie schon seit längerem erwartet, hat Borussia Dortmund den Brasilianer Antonio da Silva verpflichtet, der mit sofortiger Wirkung ablösefrei vom Karlsruher SC zu den Westfalen wechselt. Nach BVB-Angaben unterschrieb da Silva einen Vertrag bis Saisonende. Borussia-Sportdirektor Michael Zorc sagte, der Brasilianer sei eine "sinnvolle Komplettierung unseres Mittelfelds".
Zweitligist Karlsruhe hatte den Kontrakt mit da Silva zuvor endgültig gelöst. Die vertraglichen Voraussetzungen hätten eine weitere Beschäftigung beim KSC nicht zugelassen, lautete die Begründung. Die Badener hatten da Silva zuletzt an den FC Basel verliehen.
Der zweite Amerikaner für Hannover
Hannover 96 hat unterdessen auf die Verletzung von Mittelfeldspieler Carlitos mit der Verpflichtung von DaMarcus Beasley reagiert. Beasley absolvierte bereits die sportmedizinische Untersuchung und unterschrieb nach Vereinsangaben einen Zweijahresvertrag. Der 28-jährige US-Amerikaner spielte zuletzt für den schottischen Meister Glasgow Rangers und wechselt ablösefrei zu 96. Für die US-Nationalmannschaft absolvierte der Außenbahnspieler bisher 93 Länderspiele.