Portugals Nationaltrainer Queiroz sechs Monate gesperrt

Carlos Queiroz
Kurz vor Beginn der EM-Qualifikation steht Portugal vorerst ohne Nationaltrainer da. Coach Carlos Queiroz wurde von der portugiesischen Anti-Doping-Agentur (ADoP) für sechs Monate gesperrt. Queiroz wurde für schuldig befunden, im Trainingslager vor der WM in Südafrika eine Doping-Kontrolle der ADoP behindert zu haben.
Die Begründung des Urteils wolle man zunächst den betroffenen Parteien und später den Medien bekanntgeben, teilte die dem staatlichen Sportinstitut unterstehende ADoP mit. Nach Ansicht der Zeitung Público könnte der nationale Verband FPF nun eine fristlose Kündigung von Queiroz in Erwägung ziehen, da der Coach für lange Zeit seiner Arbeit nicht nachkommen könne.
Queiroz vermutet Verschwörung
Weil er die Kontrolleure wüst beschimpft haben soll, war Queiroz bereits am 19. August vom Disziplinarrat des FPF für 30 Tage vom Amt suspendiert worden. Der FPF teilte damals mit, die Strafe sei relativ mild ausgefallen, weil es nicht erwiesen sei, dass der Trainer bei dem Zwischenfall im Mai die Arbeit der Kontrolleure über die Beschimpfungen hinaus tatsächlich behindert habe.
Gegen Queiroz läuft außerdem ein weiteres am Wochenende vom FPF eingeleitetes Verfahren. Dabei geht es um Vorwürfe, die Queiroz gegen den Verbands-Vizepräsidenten Amândio de Carvalho erhoben hatte. Der Coach hatte im Interview der Wochenzeitung Expresso behauptet, Carvalho stehe an der Spitze einer Verschwörung, die es auf eine Entlassung des Nationaltrainers abgesehen habe. Queiroz beteuerte, er habe im Trainingslager in Covilha lediglich die Privatsphäre seiner Profis schützen wollen.
Trainer gesucht
Wer Portugal zum Start der Qualifikationsspiele zur EM 2012 coachen wird, wurde vorerst nicht bekannt. Die Portugiesen treffen am 3. September daheim in Guimarães auf Zypern und treten vier Tage später in Oslo gegen Norwegen an. Queiroz verpasst zudem die EM-Spiele gegen Dänemark und Island im Oktober.
Laut Medien sind nicht nur viele Verbandsfunktionäre, sondern auch die meisten Nationalspieler um Superstar Cristiano Ronaldo überhaupt nicht gut auf den Coach zu sprechen. Mit Queiroz war Portugal bei der WM im Achtelfinale am späteren Weltmeister Spanien gescheitert. Medien hatten ihm seinerzeit eine zu defensive Taktik vorgeworfen.