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FUSSBALL | 1. BUNDESLIGA
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Mönchengladbach demütigt Bayer mit 6:3
Mönchengladbach demütigt Bayer mit 6:3
Michael Ballack stand wieder in der Startelf

Seit Jahren fuhr Borussia Mönchengladbach als Kanonenfutter über den Rhein zum Derby nach Leverkusen. Diese Statistik ist Geschichte, denn Michael Frontzeck hat seinem Team das Toreschießen beigebracht. Beim historischen 6:3-Sieg war ein Treffer schöner als der andere.

Für die Werkself war es dagegen ein Nachmittag zum Vergessen. Mit der Option auf die Tabellenführung angetreten, wurde Bayer gnadenlos ausgekontert und zeigte unerklärliche Schwächen in der Defensive. Für die wie entfesselt aufspielende Borussia trafen Patrick Herrmann (20./44.), Roel Brouwers (40), Juan Arango (56.), Mo Idrissou (60.) und Marco Reus (69.).

Vor 30.210 Zuschauern erzielten Eren Derdiyok (24.), Arturo Vidal (58./Foulelfmeter) und Stefan Kießling (71.) die Tore für Leverkusen. Mit Michael Ballack im defensiven Mittelfeld fehlte Bayer die Stabilität, die Gäste spielten dagegen wie in besten Fohlen-Zeiten, 1981 siegte die Borussia schon einmal mit 5:1 in Leverkusen - unter den damaligen Torschützen waren Wilfried Hannes, Ewald Lienen und ein gewisser Lothar Matthäus.

Bailly meldet sich fit

Zwei Personalien standen vor dem Spiel im Vordergrund. Auf Leverkusener Seite meldete sich Patrick Helmes nach seinem leichten Muskelfaserriss frühzeitig wieder fit, Trainer Jupp Heynckes setzte den Stürmer trotzdem nur auf die Bank. Bei der Borussia stand hinter dem Einsatz von Torwart Logan Bailly ein dickes Fragezeichen, aber der Belgier gab nach seiner Fußprellung Grünes Licht.

Karim Matmour konnte dagegen nicht auflaufen, für den Algerier stand Youngster Herrmann in der Startelf. Bei Bayer gab es keine Änderung gegenüber dem Starterfolg bei Borussia Dortmund. Angeführt von Ersatz-Kapitän Sami Hyypiä lief die Werkself in die ausverkaufte BayArena ein, vor der Partie gab Bayer die Vertragsverlängerung mit dem Finnen um ein Jahr bekannt.

Seit 16 Jahren sieglos

In den vergangenen Jahren gab es für die Borussia gegen Leverkusen nur wenig zu bestellen, den letzten Gladbacher Sieg konnten die Fans 1994 feiern. In den letzten Jahren gab es sogar einige Kantersiege für Bayern, die Fohlen gingen also gewarnt in die Partie. Und in der Anfangsphase ging die abwartende Strategie von Trainer Michael Frontzeck auf, Bayer war zwar feldüberlegen, wirkte dabei aber nicht so zielstrebig wie noch beim BVB.

EINZELKRITIK
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Bayer Leverkusen - Mönchengladbach
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René Adler
Um den Torhüter herum schlugen Schüsse wild ein. Einige Bälle konnte Adler glänzend parieren, beim Schuss von Marx ließ er den Ball aber nach vorne abprallen, ermöglichte so den Brouwers-Treffer.
Bayer Leverkusen
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Die erste Torchance hatte dann Stefan Kießling, der Kopfball des Stürmers nach Flanke von Tranquillo Barnetta war aber zu unplatziert für Bailly (11.). Ansonsten war die Anfangsphase vom sprichwörtlichen Abtasten geprägt - bis plötzlich die Borussia einen kapitalen Schnitzer von Arturo Vidal zur Führung nutzte:

Der Chilene kam hinten rechts unbedrängt in Ballbesitz, entschied sich dann aber für eine völlig überflüssiges Dribbling gegen Idrissou. Der Kameruner luchste Vidal den Ball ab, bediente in der Mitte Herrmann und der 19-Jährige ließ René Adler aus kurzer Distanz keine Chance (20.).

Der Dosenöffner von Herrmann

Herrmann hätte durchaus mit einer Hupe jubeln können, denn das Tor war wie ein Startsignal für die Partie. Plötzlich war Tempo drin - und das auf beiden Seiten. Erst hatte Michael Bradley den zweiten Treffer für Gladbach auf dem Fuß (23.), im Gegenzug köpfte Derdiyok eine Flanke von Gonzalo Castro unhaltbar für Bailly ins lange Eck (24.).

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Stimmen zum Spiel: 1/5
Michael Frontzeck: "Für unsere Verhältnisse war das perfekt nach vorne gespielt. Wir mussten als Gladbacher lange auf einen Auswärtssieg in Leverkusen warten, umso mehr freuen wir uns."
vor

Während die Gastgeber auf Spielkontrolle setzten und auch einige gelungene Kombinationen zeigten, wurden auch die Gladbacher immer stärker. Über den starken Idrissou fuhren die Fohlen einen Konter nach dem anderen, zudem hatte Trainer Frontzeck unter der Woche wohl Torschuss-Training angesetzt, denn aus der zweiten Reihe zeigte der VfL eine unglaubliche Gefährlichkeit.

Bradley und Reus scheiterten noch am stark reagierenden Adler, doch den dritten Hammer von Thorben Marx konnte der Nationalkeeper nicht festhalten Brouwers staubte zum 1:2 ab (41.). Leverkusen wirkte nun angeschlagen und konnte sich nicht in die Pause retten. Denn nach Arangos Solo schaffte es die wacklige Abwehr nicht, zu klären. Herrmann holte den nächsten Hammer heraus und ließ Adler mit einem tollen Schuss von der Strafraumgrenze in den Winkel keine Chance (44.).

Der Wahnsinn geht weiter

Nach dieser herausragenden ersten Halbzeit brauchte eigentlich kein Mensch eine Pause, aber es ging einfach so weiter. Die Gladbacher verstanden es weiterhin hervorragend die sonst so offensivstarken Leverkusener vom eigenen Tor fernzuhalten. Und die Konter waren weiter brandgefährlich, wenn auch für den vierten Treffer ein Freistoß herhalten musste. Arango legte sich den Ball auf der rechten Seite zurecht und streichelte ihn mit links in den Winkel (56.) - Adler wusste nicht, wie ihm an diesem Nachmittag geschah.

Als Vidal einen Elfmeter - der Chilene war zuvor selbst von Marx gefoult worden - sicher verwandelte (58.), keimte auf Bayer-Seite wieder Hoffnung, aber bei Toren im Zwei-Minuten-Takt hatte die Borussia wieder die richtige Antwort. Diesmal war Idrissou dran, der Neuzugang aus Freiburg staubte ab, als Adlers glänzende Parade nach einem Arango-Schuss nicht ausreichte (60.).

Der Wahnsinn wollte einfach kein Ende nehmen, denn Reus legte mit dem sechsten Treffer - übrigens wieder ein sattes Pfund in den Winkel - nach (69.) und Kießling nutzte einen Fehler von Bailly zum 3:6 (71.). Damit schlossen die Abwehrreihen zwar ihre Läden, aber die Partie verlor nur ein bisschen an Attraktivität. Bayer konnte das Debakel trotz einiger guter Gelegenheiten durch Nicolai Jörgensen, Hanno Balitsch und Derdiyok nicht mehr abwenden.

Marcus Krämer

FUSSBALL | 1. BUNDESLIGA
Wolfsburg schlägt Freiburg: Neue Besen treffen gut
Es war das Spiel der beiden Bundesligisten, die in der Winterpause am meisten verändert hatten: Sowohl der VfL Wolfsburg als auch der SC Freiburg hatten acht neue Spieler in den Kader integriert. Anstatt eingefahrener Spielzüge gab es dann auch erratische Strafraumszenen - den Fans konnte es nur Recht sein.
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