Der Hamburger SV kann sich über einen exzellenten Saisonstart freuen. Bei Eintracht Frankfurt setzten sich die Norddeutschen verdient mit 3:1 durch und fuhren damit den zweiten Sieg in dieser noch jungen Spielzeit ein.
Dabei hatte es zunächst nicht unbedingt nach einem Dreier der Gäste ausgesehen. Halil Altintop brachte die Eintracht vor der Pause in Führung (37.). Nach dem Seitenwechsel erlebten die 51.500 Zuschauer in der Commerzbank Arena jedoch einen engagierteren HSV, der nach Toren von Joris Mathijsen (61.), Ruud van Nistelrooy (81.) und Paolo Guerrero (89.) doch noch zum Sieg kam.
Im Vergleich zur enttäuschenden 1:2-Pleite bei Hannover 96, die Eintracht-Coach Michael Skibbe maßlos verärgerte, liefen die Hessen mit drei Neuen in der Startelf auf. Nach der Verletzung von Stammkeeper Oka Nikolov rückte Ralf Fährmann in den Kasten. Für Georgios Tzavellas und Theofanis Gekas kamen Caio und Halil Altintop in die Mannschaft. Die Gäste aus Hamburg änderten ihre Erfolgself vom vergangenen Wochenende, als man Schalke 04 mit 2:1 niederrang, lediglich auf einer Position. So ersetzte Paolo Guerrero Mladen Petric, der mit der Bank vorlieb nehmen musste, in der Rolle des Spielmachers.
Verhaltene Anfangsphase
Auf dem Spielfeld konnte zunächst keines der beiden Teams entscheidende Akzente setzen. Der erste Ansatz einer Tormöglichkeit ergab sich nach elf Minuten, als Alexander Meier nach einer Flanke von Maik Franz im Strafraum an den Ball kam, selbigen jedoch nicht richtig traf, so dass HSV-Keeper Frank Rost mühelos parieren konnte. Nicht viel besser machte es nur wenig später Ioannis Amanatidis, der von Halil Altintop in Szene gesetzt wurde, mit dem Torschuss aber so lange zögerte, bis Guy Demel zur Stelle war (18.).
Und der HSV? Der zeigte zwar die reifere Spielanlage und wirkte optisch leicht überlegen, musste jedoch bis zur 23. Minute auf seine erste Chance warten. Jonathan Pitroipa ließ seine Gegenspieler wie Slalomstangen stehen und kam nach einem feinen Doppelpass mit Ruud van Nistelrooy erneut an den Ball. Von der Strafraumgrenze aus zielte der Mann aus Burkina Faso aber über das Frankfurter Tor.
Der Nikolov-Ersatz wusste erneut nicht zu überzeugen. Auf der Linie war seine Leistung in Ordnung, in Sachen Strafraumkontrolle war das aber nicht der Fall.
Altintop schockt den HSV
Nachdem es Caio mit einem Gewaltschuss aus knapp 30 Metern erfolglos versucht hatte (34.), ließ die folgende Aktion die Commerzbank Arena Kopf stehen. Der gut aufgelegte Altintop schickte Amanatidis, der zuvor Demel enteilt war, auf der linken Außenbahn. Der Grieche passte in den Rücken der Hamburger Abwehr, wo Patrick Ochs aus rund 20 Metern Maß nahm. Seinen fulminanten Schuss fälschte Altintop unhaltbar für Rost zum 1:0 (37.) ab.
Und es hätte noch schlimmer für die Hanseaten kommen können. Nachdem Sebastian Jung in der Nachspielzeit zunächst in letzter Sekunde vor dem einschussbereiten Ze Roberto geklärt hatte, erlief Meier einen Befreiungsschlag von Ochs. Der gebürtige Buchholzer profitierte dabei von einem groben Schnitzer von Heiko Westermann, der am Leder vorbeitrat, so dass Meier allein auf Rost zustürmen konnte. Doch dem 27-Jährigen versagten die Nerven, er schob den Ball knapp am linken Pfosten vorbei. Keine Frage, das hätte die 2:0-Führung für die Eintracht sein müssen.
Stimmen zum Spiel:
1/3
Michael Skibbe: "Das zweite Gegentor hat mich geärgert. Da muss man aggressiver verteidigen."
Zur zweiten Halbzeit vertrauten beide Trainer zunächst den 22 Spielern aus Hälfte eins. Und die Hamburger hatten sich offenbar etwas vorgenommen, traten sie doch gleich konzentrierter und dominanter auf. So versuchte Van Nistelrooy sein Glück aus halblinker Position. Der Schuss des Niederländer strich jedoch über Fährmanns Gehäuse (52.). Nach exakt einer Stunde hatte HSV-Coach Armin Veh genug gesehen und nahm den blass gebliebenen Eljero Elia vom Feld. Für ihn kam Piotr Trochowski aufs Feld und übernahm die zentrale Mittelfeldposition. Dafür rückte Guerrero auf rechts, Pitroipa auf die linke Außenbahn.
Mathijsen schlägt zu
Nur Sekunden nach der Einwechslung wurde der HSV für sein Engagement belohnt. Ze Roberto schlug einen Eckball von der linken Seite genau auf den Kopf von Joris Mathijsen, der sich gegen Meier durchsetzte und aus kurzer Entfernung zum verdienten 1:1-Ausgleich für die Hamburger einnickte (60.). Doch das langte den Rothosen nicht. Die nächste Möglichkeit erhielt erneut Van Nistelrooy, der sich geschickt um seinen Gegenspieler herumdrehte und Fährmann zu einer Glanzparade zwang (69.).
Und auch die Eintracht spielte noch mit und hätte fast einen schmerzhaften Nadelstich in die Drangphase der Hamburger gesetzt. Zunächst scheiterte Caio mit einem Freistoß aus 30 Metern an Rost, der den flatterhaften Ball nur nach vorn abwehren konnte. Beim anschließenden Nachschuss fand Amanatidis seinen Meister in Rost, der erneut parieren konnte (71.).
Van Nistelrooy bedankt sich
Doch die bessere Mannschaft im zweiten Durchgang war der Hamburger SV. Folgerichtig durften sich die Hanseaten wenig später zum zweiten Mal an diesem Nachmittag freuen. Wiederum schlug Ze Roberto einen Eckball von der linken Seite. Diesmal verlängerte der am kurzen Pfosten stehende Guerrero die Flugbahn des Balles leicht mit dem Hinterkopf, so dass Van Nistelrooy im Fünfmeterraum dankbar per Kopf abstaubte (81.) - bereits der dritte Saisontreffers des 34-Jährigen.
Kurz vor dem Schlusspfiff fiel die Entscheidung. Nach einem Abschlag von Rost setzte sich Guerrero gegen den indisponierten Benjamin Köhler durch und vollendete aus rund zehn Metern aus spitzem Winkel zum 3:1-Endstand (89.). Während die Frankfurter nach der zweiten Niederlage schweren Zeiten entgegensehen, könnte die Stimmung der Hamburger nach dem perfekten Saisonstart derzeit kaum besser sein. Nach verhaltener erster Hälfte zeigten die Hanseaten in der viel besseren zweiten Halbzeit, dass mit ihnen in dieser Serie auf jeden Fall zu rechnen sein wird.
Es war das Spiel der beiden Bundesligisten, die in der Winterpause am meisten verändert hatten: Sowohl der VfL Wolfsburg als auch der SC Freiburg hatten acht neue Spieler in den Kader integriert. Anstatt eingefahrener Spielzüge gab es dann auch erratische Strafraumszenen - den Fans konnte es nur Recht sein.