Freiburgs Jonathan Jäger (l) ist vor Juri Judt am Ball
Pappis Cissé hat den SC Freiburg vor dem totalen Fehlstart bewahrt und dem 1. FC Nürnberg die Saison-Heimpremiere gründlich verdorben. Dank des Doppeltorschützen aus dem Senegal feierten die Breisgauer mit dem 2:1 (1:1) beim enttäuschenden Club den ersten Saisonsieg.
Nach Nürnbergs Führung durch Julian Schieber (15. Minute) vor 36.780 Zuschauern machte Cissé (40./Foulelfmeter/52.) den ersten Bundesliga-Auswärtssieg des Sportclubs seit neun Monaten perfekt.
Pouplin patzt beim Gegentor
Die Nürnberger mit Mike Frantz für den an Grippe erkrankten Ilkay Gündogan hatten sich für ihr 950. Bundesligaspiel viel vorgenommen, doch statt Selbstbewusstsein strahlten sie zunächst Nervösität und Hektik aus. Nach 15 Minuten zappelte der Ball trotzdem im Netz der Breisgauer.
Der vom VfB Stuttgart gekommene Schieber nutzte nach einem Freistoß von Bayern Münchens Leihgabe Mehmet Ekici einen Patzer von SCF-Torwart Simon Pouplin, der den Ball nicht festhalten konnte, und köpfte den FCN mit seinem zweiten Saisontor in Führung.
Offensive beim SC? Zunächst Fehlanzeige
Schieber, der schon beim 1:1 vor einer Woche in Mönchengladbach getroffen hatte, wäre fast das 2:0 gelungen, doch diesmal war Pouplin (23.) auf dem Posten. Beim Sportclub war die Unordnung in der Abwehr das Auffälligste.
Im Spielaufbau bemühte sich der Ex-Nürnberger Ivica Banovic um eine klare Linie, doch bis auf eine Möglichkeit von Cedrick Makiadi (27.) setzte Freiburg zunächst keine Offensivakzente. Rückkehrer Yacine Abdessadki fiel bei seinem Saisondebüt kaum auf, der am Freitag verpflichtete Japaner Kisho Yano war nicht im Kader.
Viel hatte der Nürnberger Schlussmann nicht zu tun. An den Gegentoren trifft ihn keine Schuld. Größte Tat war kurz vor dem Ende seine Reaktion bei dem Schuss von Yacine Abdessadki.
Der doppelte Cissé
Freiburg, das beim 1:0 am 28. November 2009 seinen letzten Auswärtssieg feierte, schaffte trotzdem den Ausgleich. Schiedsrichter Tobias Welz zeigte zum Entsetzen des Club und seiner Fans auf den Elfmeterpunkt, als Kapitän Andreas Wolf den zuvor eingewechselten Stefan Reisinger im Strafraum zu Fall brachte. Pappis Cissé ließ Nürnbergs Torhüter Raphael Schäfer beim Foulelfmeter keine Abwehrchance.
Stimmen zum Spiel:
1/2
Robin Dutt: "Die Mannschaft ist weiter und in der Lage, körperlich dagegenzuhalten, aber wir müssen aufpassen. Es ist noch nichts mit Friede, Freude, Eierkuchen."
Wütend und angriffslustig kam der FCN aus der Kabine. Der starke Ekici (49.) setzte per Latten-Freistoß ein Zeichen, doch die Reaktion folgte auf der anderen Seite. Nach Flanke von Jonathan Jäger köpfte der gefährliche Cissé Freiburg in Front. Mit noch mehr Wut drängten die Nürnberger auf den Ausgleich. Ihre ungestümen und am Ende hilflosen Aktionen sowie die mangelhafte Chancenverwertung waren aber nicht dafür geeignet, um die Pleite abzuwenden.
Es war das Spiel der beiden Bundesligisten, die in der Winterpause am meisten verändert hatten: Sowohl der VfL Wolfsburg als auch der SC Freiburg hatten acht neue Spieler in den Kader integriert. Anstatt eingefahrener Spielzüge gab es dann auch erratische Strafraumszenen - den Fans konnte es nur Recht sein.