Diego wechselt von Turin nach Wolfsburg

Diego kehrt in die Bundesliga zurück
Der lange Atem des VfL Wolfsburg hat sich ausgezahlt. Nach zähen Verhandlungen ist der Wechsel von Diego von Juventus Turin zu den Niedersachsen in trockenen Tüchern. Der Brasilianer unterschrieb einen Vertrag über vier Jahre und soll rund 15 Millionen Euro Ablöse kosten.
Die Einigung mit Juventus wurde bereits am Vortag bekannt. "Mit Juventus Turin gibt es eine Transfervereinbarung", hatte Geschäftsführer Dieter Hoeneß bei einer Pressekonferenz verkündet. Am Donnerstagabend wurden die letzten Details mit Diegos Vater und dessen Berater geklärt. Bereits zuvor hatte der Brasilianer eine sportärztliche Untersuchung absolviert.
Einsatz gegen Mainz möglich
Der teuerste Zugang in der diesjährigen Sommer-Transferperiode könnte bereits im Heimspiel gegen Mainz 05 sein Debüt im VfL-Trikot geben. "Vom Zeitablauf wäre das möglich", sagte Hoeneß. VfL-Coach Steve McClaren wollte sich aber noch nicht festlegen. "Das wäre eine schwierige Entscheidung", sagte der Engländer.
Diegos ehemaliger Trainer bei Werder, Thomas Schaaf, äußerte sich für seine Verhältnisse überschwänglich über die Rückkehr. "Er hat Klasse-Leistungen im Werder-Trikot gezeigt. Wenn er wieder zurückkommt, wäre das für die Bundesliga ein Qualitäts-Gewinn", sagte Schaaf. Seinen einstigen Schützling würde er am ersten Dezember-Wochenende beim Bremer Gastspiel in Wolfsburg wiedersehen.
VW investiert
Diego wird mit den kolportierten 15 Millionen Euro zum teuersten Liga-Einkauf in diesem Sommer und toppt seinen neuen Clubkollegen, den Zwölf-Millionen-Mann Simon Kjaer, der aus Palermo kam. Mit nun rund 38 Millionen Euro ist der VW-Club unangefochten Investitionsmeister der Transferperiode.
Der Mutterkonzern VW macht ernst und stattet Hoeneß mit dem nötigen Kleingeld aus, um eine Europacup-Abstinenz der Niedersachsen wie in dieser Saison künftig zu vermeiden. Das Credo der Konzern-Bosse lautet dabei: "Da, wo VW vorn draufsteht, muss man auch vorn dabei sein." So formuliert VW-Vorstand und VfL-Aufsichtsrats-Chef Francisco Garcia Sanz immer wieder den eigenen Anspruch.
Beim VfL erhofft man sich ähnliche Kabinettstücke von Diego wie in dessen Zeit bei Werder. Vor Jahresfrist wechselte der nun 25-Jährige für 24,5 Millionen Euro von Bremen zu Juve. Im Piemont kam er aber nur bedingt zurecht und spielte eine durchwachsene Saison. Dadurch verpasste er die Teilnahme an der WM in Südafrika.
Hoeneß pokert erfolgreich
Mit dem Spieler war sich Hoeneß bereits vor Wochen einig, jedoch nervte den VfL-Manager die Poker-Taktik der Italiener. Offiziell hatte Hoeneß den Transfer daher in der vergangenen Woche bereits als gescheitert verkündet und so noch einmal Druck ausgeübt. Der Schachzug ging auf. Zu Beginn dieser Woche meldete sich Juve noch einmal. Hoeneß bekam Diego nun zu deutlich günstigeren Konditionen als den 20 Millionen Euro, die Turin ursprünglich vom VfL gefordert haben soll.