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FUSSBALL | WM 2010
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Portugals Nationaltrainer Carlos Queiroz vor dem Aus
Portugals Nationaltrainer Carlos Queiroz vor dem Aus
Carlos Queiroz

Portugals Nationaltrainer Carlos Queiroz droht der Rauswurf. Der 57-Jährige soll im Trainingslager vor der WM Vertreter der portugiesischen Anti-Doping-Agentur beschimpft haben. Der portugiesische FPF-Verband ordnete eine Befragung an, während Queiroz erklärte, dass er sich im Fall der Fälle bei der FIFA beschweren werde.

Die Vorwürfe gegen Queiroz, den Entdecker der Goldenen Generation, wurden vom Sportministerium in einem Bericht an den FPF erhoben. "Die aufgedeckten Fakten zwingen den Verband, ihnen nachzugehen. Wenn sie nicht schwerwiegend wären, gäbe es keine Untersuchung", hatte Portugals Sportminister Laurentino Dias erklärt.

Eine politische Eimmischung?

Queiroz hatte entgegnet, die Regierung wolle seine Kündigung erzwingen. Er werde notfalls beim Weltverband FIFA die Einmischung der Politik in Belange des Sports anzeigen.

Der Trainer, der sich bislang im Urlaub in seinem afrikanischen Geburtsland Mozambique aufhielt, wollte noch am Wochenende zur Aufklärung der Affäre nach Portugal fliegen. Queiroz war erst vor zwei Wochen ungeachtet aller Kritik vom FFF in seinem Amt bestätigt worden. Man wolle mit Queiroz allerdings "Änderungen in der Trainerstruktur" besprechen, hieß es seinerzeit. Das Abschneiden bei der WM in Südafrika sei "unter den Erwartungen" geblieben.

Medien sind davon überzeugt, der FPF habe zunächst einen Rausschmiss des Trainers nur wegen der finanziellen Konsequenzen ausgeschlossen. Denn eine normale Kündigung des noch bis 2012 laufenden Vertrages hätte den Verband fünf Millionen Euro gekostet. Sollte Queiroz aber wegen schwerwiegendes Fehlverhalten gefeuert werden, würde er kaum Ansprüche geltend machen können.

Ronaldo mit klaren Gedanken

Portugal war in Südafrika im Achtelfinale immerhin am späteren Weltmeister Spanien (0:1) gescheitert. Dennoch wurde der Coach zu Hause sowohl von Medien als auch von der Fußball-Szene vor allem wegen seiner allzu defensiven Taktik scharf kritisiert. Star-Coach José Mourinho meinte außerdem, sein Landsmann habe zu viel Druck auf Stürmerstar Cristiano Ronaldo ausgeübt.

Auch Ronaldo hatte nach dem WM-K.o. Kritik angedeutet. "Wie ich mir das Aus von Portugal erkläre? Sprechen Sie mit Carlos Queiroz", antwortete er auf Journalisten-Fragen barsch. Medien schreiben, dass die meisten Spieler Queiroz nicht schätzen würden. Der Coach will aber auf jeden Fall weitermachen. "Portugal hat Zukunft", beteuerte er nach der WM.

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