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sportal.de-Groundhopper: Wo ist Capello
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Fabio Capello

Die U19 der Engländer steht bei der EM im Halbfinale, doch Fabio Capello scheint kein Interesse am Nachwuchs zu haben. Selbst Paul Scholes sollte noch mit zur WM, konnte aber per Pistole auf die Brust nicht überzeugt werden. Der sportal.de-Groundhopper macht sich dazu Gedanken über den 25er Squad in der Premier League.

Die Sun rechnete es dem Trainer der englischen Nationalmannschaft vor, er habe seit des Ausscheidens bei der WM schon wieder knapp 500.000 Pfund verdient. Dabei vermisst die englische Presse das nötige Engagement des Italieners, denn während die U19 bei der EM in Frankreich für Furore sorgt, hat es noch keinen Besuch von Capello gegeben.

U19-Coach Noel Blake erklärte der Sun: "Normalerweise habe ich mit Sir Trevor Brooking, Ray Clemence und Stuart Pearce Kontakt und das werde ich auch weiter so machen." Eine Quelle erklärte, dass Capello es auch nicht geplant habe, zum Halbfinale gegen die Spanier anzureisen. "Fans und die FA sind nicht sonderlich begeistert von der Entscheidung. Es ist so eine Art Eigentor." Schon beim entscheidenden Gruppenspiel gegen Frankreich zeigte sich der 54-Jährige lieber beim Golfspielen in Spanien.

Willst Du mit? Die Uhr tickt

Alles andere als Verständnis aufbringen konnte auch Paul Scholes, der fast mit nach Südafrika gefahren wäre - aber auch nur fast. Denn der 35-Jährige hatte sich eigentlich dazu entschieden, seiner Frau einen Gefallen zu tun. Denn ein Cousin wollte wissen, ob Scholes nicht in den USA ein Soccer-Camp für Kinder leiten könne.

Dann, einen Tag bevor die Trainer ihren Kader für die WM 2010 einreichen mussten, klingelte das Telefon. Der Anrufer stellte sich als Franco Baldini vor, die rechte Hand von Capello. Scholes hatte nun zwei Stunden Zeit, sich zu entscheiden, ob er mitfahren wolle. "Es war nicht der Trainer, der mich anrief, es war Baldini. Ich kenne Capello eigentlich nicht, aber es hätte mir schon mehr bedeutet, wenn er persönlich angerufen hätte", so der Mittelfeldspieler von Manchester United. "Ich dachte mir, dass zwei Stunden zu wenig Zeit sind, um so eine Entscheidung zu treffen."

Wenger und Grant am Tabellenende

Und während dem Trainer scheinbar die jungen Spieler ausgegangen waren und er bis dato auch noch kein großen Interesse an den Tag legt, den Nachwuchs für die kommenden Turniere selbst unter die Lupe zu nehmen, machen die Transferaktivitäten der Liga auch nicht gerade große Hoffnung auf Besserung.

Denn erneut zitieren wir die Sun, die sich die Mühe gemacht hat, eine Auflistung aller Transfers der zur Zeit angestellten Manager der Clubs aufzulisten. In der aktuellen Transferperiode vertrauten die Trainer bei ihren Neuverpflichtungen zu 79 Prozent Spielern aus dem Ausland. Ein Trend, der sich seit Jahren etabliert hat.

Beispiele gefällig? Arsene Wenger mag Spieler, die noch Potential haben und die er formen kann. Bisher holte der Franzose als Trainer des FC Arsenal 83 Spieler für geschätzte 250 Millionen Pfund. Nur sieben der Neuzugänge waren Engländer (8 Prozent). Auf dem letzten Platz liegt Avram Grant, der als Übungsleiter von Chelsea, Portsmouth und West Ham acht Spieler holte, dabei keinem Engländer sein Vertrauen schenkte.

Besser kommen dabei die Trainer weg, die auf der Insel (bzw. Nordirland) geboren wurden. Martin O'Neill sorgte bei Aston Villa und Leicester dafür, dass 60 Prozent seiner Spieler auch für die Three Lions hätten spielen können. Es folgen Tony Pulis (Stoke City), Alex McLeish (Birmingham City), Harry Redknapp (Spurs), Owen Coyle (Bolton) und Steve Bruce (Sunderland).

Wie einst bei Carlos Tevez

Kommen wir zum FC Chelsea. Die Blues haben scheinbar die besten Karten, sich den Brasilianer Ramires zu sichern. Der 23-jährige defensive Mittelfeldspieler soll für etwa 25 Millionen Euro von Benfica Lissabon an die Stamford Bridge kommen, doch es gibt unerwartete Probleme, denn die Liga könnte dem Wechsel einen Riegel vorschieben.

50 Prozent der Rechte gehören der umstrittenen Vermarktungsagentur Media Sports Investment um Präsident Kia Joorabchian. Dann gibt es da noch den Agenten Pini Zahavi, dem laut der Sun 30 Prozent der Rechte gehören. Bei einer Ablöse von 25 Millionen Euro blieben Benfica dann nur noch knapp fünf Millionen Euro, um einen adäquaten Ersatz zu finanzieren.

Dazu kommt, dass die Premier League den Transfer nicht genehmigen wird, wenn sich dritte Personen in den Deal einschalten - so besagen es die Statuten. Ein Liga-Sprecher erklärte gegenüber der Sun: "Unsere Regeln sind da eindeutig, wir erlauben keine Einmischung von Dritten. Wenn ein Transfer stattfinden soll, dann nur zwischen zwei Clubs."

West Ham United waren vor drei Jahren, als sie Javier Mascherano und Carlos Tevez verpflichteten, einen Deal mit jener Firma eingegangen. Daraufhin mussten die Hammers eine Geldstrafe von acht Millionen Euro zahlen und es drohte sogar ein Punktabzug, der zum Abstieg geführt hätte. Später klagte Sheffield United ob der ausgebliebenen Strafe, denn so steigen die Blades in die zweite Liga ab.

Neue Statuten, neue Probleme

Ganz andere Probleme haben Sir Alex Ferguson, Harry Redknapp oder Roberto Mancini, denn die Liga hat neue Statuten erlassen. Ab dem 1. September müssen die Clubs einen Kader von 25 Spielern bestimmen, mit dem sie in die Saison starten. Darunter müssen sich auch acht Spieler befinden, die "Home-Grown" sind.

Was aber nun nicht bedeutet, dass mehr englische Talente den Weg in die Mannschaften finden, denn Home-Grown bedeutet in dem Moment nur, dass die Spieler seit mindestens drei Jahren - zwischen dem 16. und 21. Lebensjahr - bei einem englischen oder walisischen Club gespielt haben müssen.

Sollte ein Verein keine acht Spieler zur Verfügung haben, muss der Kader insgesamt verkleinert werden - der FC Liverpool, Chelsea und Man City haben hier große Probleme, die Anzahl aufzubringen. Aufgefüllt werden darf die Mannschaft mit Spielern die jünger als 21 sind. Erst bei der kommenden Transferperiode darf der Kader umgestellt werden. Für Ferguson ein Dilemma, denn er muss sich entscheiden, ob er Spieler wie den verletzten Owen Heargraves nominieren soll.

Gleiches gilt für City (Craig Bellamy und Roque Santa Cruz) oder Tottenham (Jonathan Woodgate). "Ich denke, dass junge Spieler sich so oder so durchsetzten, wenn sie das Talent haben. Nun kriegst du hier Kinder vorgesetzt, die man in den 25er Kader integrieren muss, obwohl sie einem nicht weiterhelfen. Man muss sich eine Nominierung verdienen und sie nicht durch solche Statuten erhalten", empörte sich Redknapp gegenüber der Daily Mail.

Mascherano will weg

Die Flucht aus der Premier League antreten wird aller Voraussicht nach Javier Mascherano. Der Argentinier ist aus seinem WM-Urlaub zurück und hat Trainer Roy Hodgson direkt mitgeteilt, dass er den Verein verlassen will. Agent Walter Tamer teilte dem Guardian mit, dass der 26-jährige Kapitän der La Albiceleste zur kommenden Saison für Inter Mailand auflaufen will. Die Daily Mail ergänzte, dass die Italiener auch an Dirk Kuyt interessiert sind.

Wechseln wird auch wohl Emmanuel Adebayor. Bei Man City gibt es Angreifer in Hülle und Fülle - der Mann aus Togo will aber die unangefochtene Nummer eins sein. Juventus Turin nahm Verhandlungen auf, wird aber nun von Olympique Marseille torpediert. Die Franzosen wollen den Togolesen für ein Jahr ausleihen - nur verdient Adebayor etwa 160.000 Pfund die Woche .....

Gunnar Beuth

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