Maradona verlängert nur mit seinen Assistenten

Diego Maradona bleibt, wenn alle bleiben.
Nach der 0:4-Packung im WM-Viertelfinale gegen Deutschland deutete vieles auf einen Rücktritt Diego Maradonas als argentinischer Nationaltrainer hin. Nun würde er wohl doch bleiben, aber nur wenn auch sein gesamtes Betreuerteam weitermachen darf. Indes wird schon Sergio Batista, der vor Maradona als Interimstrainer zuständig war, als neuer Coach gehandelt.
Diego Maradona hat Verbandschef Julio Grondona klare Bedingungen für eine Fortsetzung seines Engagements als argentinischer Nationalcoach gestellt. "Wenn sie an den Zeugwart ran wollen, wenn sie an den Masseur ran wollen, bin ich weg", sagte die Fußball-Legende. In dieser Woche werde er sich mit Grondona unterhalten und klären, ob er weitermache oder nicht, kündigte Maradona an. Lust, das Amt weiterzuführen und mit den Leuten zu arbeiten, die er möge, habe er.
Laut der Zeitung La Nacion soll mittlerweile aber die Rückendeckung der argentinischen Regierung für Maradona schwächer geworden sein. "Die Regierung nimmt Abstand", titelte das Blatt und zitierte den Stabschef, der vergeblich versucht haben will, Maradona nach der Rückkehr zu erreichen.
Das Ziel: WM-Titel im Land des Erzrivalen
Seit dem Ausscheiden bei der WM in Südafrika durch das 0:4 im Viertelfinale gegen Deutschland herrscht im Land des zweimaligen Weltmeisters Unklarheit: Bleibt Maradona oder geht er? Bei der Rückkehr nach Buenos Aires, wo Zehntausende ihn und seine Mannschaft feierten, sprach er von einem Kreis, der sich geschlossen habe.
Doch schon bald wurde die Tendenz deutlich, dass er das Amt weiter ausüben möchte. Zumal der nationale Verband unter dem mächtigen Grondona seinen Wunsch zum Ausdruck brachte, mit Maradona die WM 2014 im Land des Erzrivalen Brasilien in Angriff nehmen zu wollen.
Eine Entscheidung gibt es aber immer noch nicht. Eine geplantes Treffen zwischen Grondona und dem exzentrisch-emotionalen Trainer war in der vergangenen Woche gescheitert. Maradona reiste mit einem seiner Assistenten, Alejandro Mancuso, auf Einladung zu Staatspräsident Hugo Chavez nach Venezuela.
Nun fand das Treffen statt. Nach dem Gespräch, zu dessen Inhalten sich die beiden Hauptdarsteller des fortdauernden Schauspiels nicht äußerten, wollte der Verbandsboss das Exekutivkomitee der AFA über den Ausgang des Gespräches informieren. "Das Treffen ist zu Ende, das Rätsel geht weiter", titelte die Zeitung La Nacion auf ihrer Homepage unmittelbar nach der gut zweistündigen Unterredung. Fortsetzung folgt.
Maradona hat die Unterstützung der Spieler
"Es hängt davon ab, was Grondona sagt und ob er akzeptiert, was ich will", hatte Maradona bei Sender America TV erklärt. Neben Mancuso soll auch Hector Enrique weiter in seinem Trainerstab arbeiten. Beide standen Maradona bereits in Südafrika zur Seite. Mancuso ist ein alter Kumpel, mit Enrique gewann Maradona 1986 den WM-Titel. Er habe auch mit den Spielern gesprochen, betonte Maradona: Er habe deren Unterstützung.
Aus dem Umfeld Grondonas war wiederholt verlautet, Maradona könne auch weitermachen. Aber über die Bedingungen, vor allem die Zusammensetzung des Assistententeams, müsse gesprochen werden. Dem Vernehmen nach hat es Grondona eben auf die von Maradona protegierten Mancuso und Enrique abgesehen.
Zu der demütigenden 0:4-Niederlage Argentiniens gegen Deutschland bei der WM in Südafrika wollte Maradona übrigens nichts sagen. Auf die Frage, ob er sich inzwischen die Aufzeichnung des Spiels angesehen habe, antwortete er: "Ich habe es nicht gesehen, und ich werde es mir auch nicht ansehen."