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Fünf Fragen an den 27. Spieltag
Fünf Fragen an den 27. Spieltag
Stimmt das Verhältnis zwischen Bruno Labbadia und dem Team noch?

Die Bundesliga ist so umkämpft wie lange nicht mehr, alle 18 Teams haben noch etwas zu gewinnen und viel zu verlieren. sportal.de wirft deshalb einen kurzen Blick auf den Abstiegskampf, beschäftigt sich außerdem mit Labbadias Sorgen sowie Neuers Zukunftsplanungen und verbannt den Populismus aus der Gewalt-Diskussion.

1. Was fordert Herr Wendt als Nächstes?
In den letzten Monaten häuften sich die Meldungen, die von der Rückkehr der Gewalt in deutschen Bundesliga-Stadien berichteten. In Stuttgart wurde Trainer Markus Babbel auch von revoltierenden Fans von der Bank gemobbt, im Nürnberger Fanblock verletzten sich zahlreiche Anhänger an entzündetem Magnesium-Pulver und am vergangenen Spieltag stürmten einige Berliner Chaoten den Innenraum des Olympiastadions und verbreiteten Angst und Schrecken.

So weit, so schlecht. Was sich in den darauf folgenden Tagen in den deutschen Medien tat, ist nur mit Populismus zu bezeichnen. Vor allem der Vorsitzende der deutschen Polizeigewerkschaft, Rainer Wendt, überschlug sich in Forderungen, die die Fanszene auf den Kopf stellen würde, bei genauerer Betrachtung aber eher als platt und dem Problem nicht wirklich zugewandt bezeichnet werden sollten. Von Geisterspielen vor leeren Rängen sprach Wendt, oder von der Aussperrung von Auswärtsfans, weitere - nicht wirklich neue - Ideen des obersten Polizisten waren die Verbannung der Stehplätze, personalisierte Eintrittskarten und eine Aufrüstung der Zäune am Spielfeldrand.

Gut, dass es auch besonnenere Personen gibt, die in dieser nicht zu unterschätzenden Sache mehr zu sagen haben als Herr Wendt. Helmut Spahn, Sicherheitsbeauftragter des Deutschen Fußball-Bundes, hat bereits einen runden Tisch angekündigt, an dem die Probleme sachlich erörtert werden sollen. Ein Stehplatzverbot kommt für Spahn jedenfalls nicht infrage - in Berlin gibt es nur Sitzplätze und trotzdem kam es zu Ausschreitungen. sportal.de hofft auf ein gewaltfreies Wochenende und keine weitere Eskalation des Themas und widmet sich nun den sportlichen Aspekten des Spieltages...

2. Rückt Neuers "Pfüati" mit jedem Sieg näher?
Wir geben zu, so richtig sportlich ist dieses Thema auch nicht, denn wir begeben uns ins Reich der Spekulation. Aber wenn sich ein Gerücht so hartnäckig über Monate hält, bedarf es einer näheren Betrachtung. Fakt ist: Der FC Bayern würde gern Manuel Neuer verpflichten, der Zeitpunkt ist nach der Verlängerung mit Hans-Jörg Butt aber nicht mehr so wichtig. Fakt ist auch, dass Neuer ein Ur-Schalker ist und er bei garantiertem sportlichen Erfolg nicht wechseln würde.

So verwunderte es nicht, dass sich die tz (Neuer: "Ja zu Bayern") und die Bild ("Ich bleibe auf Schalke") fast zeitgleich widersprachen. Offiziell dürfen die Bayern mit Neuer ohnehin noch nicht verhandeln, der Vertrag des Keepers läuft noch bis 2012 und nach FIFA-Statuten sind Verhandlungen erst bei einer Vertragslaufzeit von unter einem Jahr erlaubt. Zudem hat Neuer dank Felix Magath die einmalige Chance, mit den Königsblauen die Schale zu holen, ein vorzeitig bekannt gegebener Wechsel nach München würde das Ziel wohl gefährden.

Neuesten Gerüchten zufolge soll sich Magath auch schon auf einen Neuer-Nachfolger festgelegt haben, Diego Benaglio vom VfL Wolfsburg soll seinem Ex-Coach ins Ruhrgebiet folgen. Außerdem sind in der kommenden Saison Michael Rensing und Jaroslav Drobny auf dem Markt, das Torwartkarussell könnte in den kommenden Wochen Fahrt aufnehmen. sportal.de legt sich aber trotzdem fest: Manuel Neuer wird noch eine Fahrt aussetzen und auch in der kommenden Saison für seine Knappen spielen, ob als Deutscher Meister entscheidet auch ein Mann, der allmählich unter Druck gerät...

3. Werden Labbadias Probleme nur hochsterilisiert?
Über die Parallelen seiner drei Trainertätigkeiten im Profifußball ist bei Bruno Labbadia schon viel geschrieben worden. Sowohl bei Greuther Fürth in der 2. Liga als auch in der Bundesliga in Leverkusen und Hamburg legte der Coach einen bemerkenswerten Start hin, den er zum Ende seines ersten Jahres nicht bestätigen konnte und er dann prompt den Verein wechselte. Beim HSV ist eine endgültige Bewertung noch nicht möglich, aber es mehren sich die Anzeichen, dass er nicht nur sportlich mit ähnlichen Problemen zu kämpfen hat, wie bei Bayer.

Am Ende seiner Amtszeit in Leverkusen entschied sich Labbadia am Tag des Pokalfinals für ein Aufsehen erregendes Interview, damit brachte er die schon seit Wochen verunsicherte Mannschaft und auch die Vereinsführung gegen sich auf. Kapitän Simon Rolfes, ein von Grund auf loyaler Mitarbeiter, kritisierte seinen Chef in den Tagen nach dem verlorenen Finale öffentlich. Ein Schritt, der zeigte, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen den Spielern und Labbadia war.

Nun gibt es auch in Hamburg erste Anzeichen für unterschiedliche Auffassungen. Marcell Jansen kritisierte seinen Coach nach dem 3:3 gegen Köln für eine zu sehr am Gegner orientierten Vorbereitung und auch Zé Roberto ließ zuletzt durchblicken, dass er nicht mit allen Entscheidungen des Trainers einverstanden war. Letztlich entscheidet in Hamburg wie auch überall sonst der sportliche Erfolg, aber auch der droht abhanden zu kommen. Die Teilnahme an der Champions League ist bereits so gut wie verspielt, bei einer Niederlage gegen Schalke droht sogar der Sturz auf den sechsten Tabellenplatz. Ein Rang, von dem andere Teams träumen...

4. Wer erlebt ein böses Erwachen?
Am 24. Spieltag war der Abstiegskampf eine Angelegenheit zwischen vier Vereinen. Hertha BSC, Hannover 96, der Club aus Nürnberg und der SC Freiburg reihten einen Misserfolg an den nächsten und setzten sich im Keller fest. Die Konkurrenz traute sich zwar noch nicht, von der Rettung zu sprechen, aber in Köln, Bochum und Mönchengladbach stimmte zwischenzeitlich die Form und der Vorsprung schien groß genug.

Weiterführende Links:

Zwei Spieltage später hat sich das Bild komplett gewandelt. Nürnberg und die 96er holten sechs Punkte und so ist aus dem Vier- ein Achtkampf geworden, denn auch Hoffenheim darf sich nicht zu sicher sein, obwohl Trainer Ralf Rangnick nach besagtem 24. Spieltag (2:0-Sieg in Berlin) eine andere Losung ausgab: "Damit haben wir uns aller Abstiegssorgen entledigt." Denkste, verlieren die Kraichgauer gegen Nürnberg das dritte Spiel in Folge, beträgt der Vorsprung auf den Club nur noch fünf Zähler.

Besonders bitter könnte der Abstiegskampf für Lukas Podolski werden. Der Nationalspieler hat schon genug mit seiner eigenen Krise zu tun, nun droht mit den schon sicher geglaubten Kölnern ein erneuter Abstieg und damit wohl auch sein eigener Abschied. Podolski hat zumindest den Grund für die Kölner Misere erkannt: "Es muss vieles getan werden. Nicht nur im Kader, auch im Umfeld. Mir fehlt dieses Gefühl, dass wir eine FC-Familie sind. Wir sind ein Traditionsverein. Dieses Gefühl muss wieder hier rein in den Club."

5. Wer findet die richtige Mittelfeld-Formation?
Bayer Leverkusens Gastspiel bei Borussia Dortmund ist das zweite Topspiel des 27. Spieltages. Der Dritte aus Leverkusen will nicht den Anschluss an die Bayern und den FC Schalke verlieren, der BVB wiederum könnte mit einem Heimerfolg bis auf fünf Zähler an die Werkself heranrücken und damit die Champions League zumindest wieder mit einem Auge im Blick haben.

Doch beide Trainer grübeln noch ordentlich über ihre Formationen. Dem einen, Jürgen Klopp, gehen nämlich die Mittelfeldspieler und damit das wichtige Rüstzeug für das beliebte 4-2-3-1 aus, der andere, Jupp Heynckes, hat dagegen die Qual der Wahl und muss aus sechs zuletzt überzeugenden Leuten vier für sein Mittelfeld aussuchen.

Deshalb könnte es tatsächlich passieren, dass mit Toni Kroos der bisher beste Mittelfeldspieler der Rückrunde auf der Bank landet. Gegen den HSV zeigte sein Vertreter Renato Augusto eine bärenstarke Partie und drängt auf weitere Einsätze. Auch Stefan Reinartz drängt zurück ins Team, Gonzalo Castro könnte dann wieder in die Viererkette rücken. Bei der Borussia wird noch der Nebenmann für Sebastian Kehl gesucht. Sven Bender ist weiterhin angeschlagen, Tamas Hajnal konnte im Test gegen Wilhelmshaven im defensiven Bereich nicht überzeugen und auch Kevin Großkreutz gilt nicht als der richtige Vertreter für den gesperrten Nuri Sahin. Fragen über Fragen auf beiden Seiten, die bessere Antwort wird wohl über Sieg und Niederlage entscheiden.

Marcus Krämer

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Hertha BSC: Tretschok und Covic übernehmen
Fünf Niederlagen in Serie und vor allem die 0:5-Packung in Stuttgart waren eine zu große Hypothek für Michael Skibbe. Hertha BSC hat die Notbremse gezogen und zum zweiten Mal den Trainer entlassen, als Interimstrainer werden René Tretschok und Ante Covic fungieren.
ERGEBNISSE
1. Bundesliga, 21. Spieltag
Wolfsburg - Freiburg 3:2
Dortmund - Leverkusen 1:0
FC Bayern - K'lautern 2:0
Bremen - Hoffenheim 1:1
Mainz 05 - Hannover 1:1
Stuttgart - Hertha BSC 5:0
M'gladbach - Schalke 3:0
Augsburg - Nürnberg 0:0
1. FC Köln - Hamburg 0:1
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