Furcht vor Absturz und Krawallen vor Derby Köln gegen Gladbach

Lukas Podolski verspricht Wiedergutmachung
Die Angst geht in Köln vor dem Derby gegen Gladbach um - und das gleich aus zwei Gründen. Zum einen fürchten die Geißböcke bei einer Pleite noch tiefer in den Abstiegsstrudel zu geraten, zum anderen eventuelle Fanausschreitungen bei der emotionsgeladenen Partie.
Für die Sicherheit wurde im Vorfeld aber alles getan. Die Polizeipräsenz wurde verstärkt, zudem ein striktes Alkoholverbot in den Fan-Zügen erlassen. "Wir haben die Sicherheitsvorkehrungen auf ein Höchstmaß geschraubt", versprach Kölns Manager Michael Meier. "Ich glaube, dass wir schon im Hinspiel gezeigt haben, dass ein so emotionales und teilweise überemotionales Derby wie ein normales Fußballspiel ablaufen kann."
Wiedergutmachung für das Mainz-Debakel
Bleibt die Gefahr einer Niederlage. Der Fall in die Niederungen der Liga bliebe dem momentan nur vier Zähler vom Relegationsrang entfernten FC danach nicht erspart. Die Mannschaft ist gefordert. Nach der kollektiven "Arbeitsverweigerung" in Mainz (0:1) fordert Manager Michael Meier eine Korrektur des "katastrophalen Eindrucks", der beim FSV 05 hinterlassen wurde.
Dass die Mannschaft wieder Charakter zeigen will, versprach Lukas Podolski. "Das Spiel gegen Gladbach soll vieles wieder gut machen", zitiert die Kölnische Rundschau den Nationalspieler. Präsident Wolfgang Overath stärkte vor dem Derby dem in der Kritik stehenden Coach Zvonimir Soldo den Rücken: "Der Trainer ist kein Thema, auch nicht bei einer Niederlage. "Der weiß trotzdem, was gefordert ist. "Ein Derby hat einen anderen Wert, da kannst du vieles wieder gutmachen", erklärte Soldo.
Auch Borussia noch nicht gerettet
Längst noch nicht aus dem Schneider sind auch die Gladbacher. "Wir wissen, welche Brisanz in dem Spiel steckt", sagte Borussia-Trainer Michael Frontzeck. "Nach den beiden letzten Niederlagen sind alle davon überzeugt, den Trend stoppen zu können."
Genährt wird seine Zuversicht durch die Auswärts-Bilanz beim Erzrivalen: 20 der vergangenen 37 Partien in Köln gewann Gladbach, davon sechs der neun letzten Begegnungen. "Ich habe mich früher in Köln immer wohlgefühlt, hatte nie das Gefühl, dass es ein richtiges Auswärtsspiel war", meinte der ehemalige Gladbach-Profi Frontzeck.
Allerdings steht der Tabellen-12., der mit 30 Punkten direkt vor Köln (27) rangiert, nach zuletzt desolaten Leistungen unter Druck. "Ich habe weder in guten Zeiten nach oben geschaut", sagte Frontzeck gelassen, "noch schaue ich jetzt nach unten."
Änderungen auf beiden Seiten
Über Erfolg oder Misserfolg wird auch die Psyche entscheiden. "Es ist ein schmaler Grat, die Nerven zu behalten und trotzdem aggressiv zur Sache zu gehen", sagte Frontzeck. "Wer das schafft, gewinnt meistens das Spiel." Für das Duell in Köln wird er seine Startelf umbauen. Nach einer Verletzungspause könnte Thorben Marx zurückkehren und im Sturm Rob Friend für Roberto Colautti aufgeboten werden.
Auch Soldo wird seine Formation ändern. In die Viererkette rückt Pierre Wome und im Mittelfeld ist Petit wieder dabei. "Wir müssen uns wie beim 1:1 gegen die Bayern präsentieren. Diese Gegner sind unser Maßstab", sagte Soldo und forderte "ein Zeichen" gegen Gladbach.