Ribéry-Verbleib auch ohne Vertragsverlängerung möglich

Karl-Heinz Rummenigge denkt um.
Karl-Heinz Rummenigge hat im Vertragspoker um Franck Ribery eine neue Strategie angekündigt. Eine Weiterbeschäftigung ohne Vertragsverlängerung sei durchaus möglich.
"Wer glaubt, dass wir Franck automatisch zum Saisonende verkaufen, wenn es zu keiner Verlängerung kommt, der irrt", sagte der Bayern-Chef im "kicker". Als Adressaten der Botschaft dürfen sich neben Ribéry die an dem französischen Fußball-Nationalspieler interessierten Top-Clubs wie Real Madrid oder der FC Chelsea fühlen.
Bayern hat das letzte Wort
Bislang galt die Aussage von Bayern-Präsident Uli Hoeneß, wonach man Ribéry im Sommer meistbietend veräußern werde, falls der Topstar der Bundesliga seinen Vertrag in München nicht vorzeitig verlängern sollte. Nach Auslaufen des Kontraktes am 30. Juni 2011 könnte Ribéry ablösefrei wechseln.
"Der FC Bayern entscheidet, wo Franck in der kommenden Saison spielen wird", betonte Rummenigge, der die Situation um Ribéry auch mit Hoeneß nochmals durchgesprochen hat. "Der FC Bayern wird tun, was für den FC Bayern am besten ist. Wir wollen 2010/11 noch näher an die absoluten Top-Teams heranrücken." Eine Entscheidung im Ribéry-Poker könnte auch erst nach Saisonende fallen, bemerkte Rummenigge. Auch Sportdirektor Christian Nerlinger unterstrich, dass im Fall Ribery kein akuter Zeitdruck bestehte: "Es gibt da jetzt keine zeitliche Terminierung mehr", sagte Nerlinger in der "Süddeutschen Zeitung".
Hoek wird neuer Torwarttrainer, Breno kehrt zurück
Unterdessen treiben die Bayern die Personalplanungen für die kommende Spielzeit im Sinne von Trainer Louis van Gaal voran. Nach der Vertragsverlängerung mit Kapitän Mark van Bommel (bis 2011) bestätigte Rummenigge, dass van Gaals niederländischer Landsmann Frans Hoek neuer Torwart- und Assistenztrainer beim deutschen Rekordmeister wird. Der aktuelle Torwart-Coach Walter Junghans werde im Sommer in die Nachwuchsabteilung wechseln.
Offen bleibt, ob der an den 1. FC Nürnberg ausgeliehene Mittelfeldspieler Andreas Ottl am Saisonende zurückkehrt. "Da haben wir noch keine Entscheidung getroffen", sagte Rummenigge. Dagegen wird Abwehrspieler Breno, der einen Kreuzbandriss erlitten hat, aus Nürnberg zum FC Bayern zurückkehren. Vor dem Absprung steht der zu Saisonbeginn für elf Millionen Euro verpflichtete Ukrainer Anatoli Timoschtschuk, allerdings frühestens im Sommer. "Dann werden wir die Situation diskutieren", kündigte Rummenigge an. Ein sofortiger Wechsel sei aber kein Thema.