Löw und Köpke haben keine Zweifel an Adler

Andreas Köpke spricht René Adler sein Vertrauen aus.
René Adler wirkte zuletzt nicht immer sicher. Joachim Löw und Torwarttrainer Andreas Köpke lehnen einen Kurswechsel in der Torwart-Frage jedoch vehement ab und versuchen der öffentlichen Debatte die Brisanz nehmen.
"Er soll einfach die Ruhe bewahren und sich nicht von außen durch Panikmache verrückt machen lassen", übermittelte die sportliche Leitung der deutschen Fußball-Nationalmannschaft dem Leverkusener Keeper. Bundestrainer Löw weiß genau um die Gefahren für seine WM-Mission im Sommer in Südafrika, die Zweifel an der Qualität seiner Nummer 1 mit sich führen können. Köpke selbst war WM-Keeper 1998 und kennt den besonderen Druck des weltweit wichtigsten Turniers aus eigener Erfahrung. Im "kicker" sagte er, es gebe keinen Grund, irgendetwas zu revidieren.
Die Konkurrenz macht Druck
Allerdings haben Löw und Köpke die Patzer des 25 Jahre alten Leverkuseners und die starken Leistungen der Konkurrenten Neuer (Schalke) und Wiese (Werder) registriert. "Es stimmt: Manuel Neuer und Tim Wiese machen von hinten Druck, und das empfinden wir als positiv. Aber wir haben weiterhin Vertrauen in René Adler", erklärte Köpke. Gerade wegen den entscheidenden gewonnenen WM-Qualifikationsspiele gegen Russland, in denen Adler mit Glanzleistungen aufwartete, zeigt man beim DFB unbesorgt um Adlers mentale Verfassung. "Mehr Druck kann man gar nicht haben.
Nein, um seine Leistungsfähigkeit und sein Nervenkostüm mache ich mir keine Sorgen", sagte Köpke, der natürlich um die relative internationale Unerfahrenheit von Adler (neun Länderspiele) und des 23-jährigen Neuer (2) weiß. Der 29 Jahre alte Bremer Wiese hat auch erst zweimal für Deutschland gespielt, war aber in vielen internationalen Vereinsspielen schon dabei.
Trotz der jüngsten Fehler-Serie plant Löw also weiterhin mit Adler als WM-Torhüter Nummer 1. Der Bundestrainer und Köpke sind überzeugt, dass der Leverkusener Keeper seine derzeitige Schwächephase überwindet.
"Ich gehe davon aus, dass er die Situation meistern und gestärkt daraus hervorgehen wird", glaubt Köpke. Auch Adlers Vereinstrainer Jupp Heynckes will die sportliche Krise des 25-jährigen Bayer-Torwarts nicht überbewerten: "Die Diskussion ist völlig überhitzt." Er habe seinem Torwart den Rat gegeben, relaxt und nicht übereifrig die nächsten Aufgaben anzugehen: "René ist ein Perfektionist, der sich nicht zu viel Verantwortung aufbürden darf."
Adler steht zu seinen Fehlern
Adler hatte zuletzt mehrmals gepatzt, seine Fehler beim 0:1 im WM- Test gegen Argentinien sowie in den Bundesliga-Spielen der Leverkusener gegen Bremen, Nürnberg und jüngst gegen Hamburg aber auch eingestanden. Gerade in Adlers Fähigkeit zur selbstkritischen Analyse sieht Köpke eine große Chance: „Dass er zu seinen Fehlern steht, finde ich positiv." Das sei "kein Zeichen von Schwäche".
Löw und Köpke versuchen alles, um eine Erweiterung der ohnehin schon zahlreichen Baustellen im Nationalteam zu verhindern. So wollte Köpke auch den Zwist mit DFB-Direktor Matthias Sammer nicht neu anheizen. Sammer sieht nicht Adler, sondern Neuer als den derzeit besten deutschen Torhüter. "Das ist seine persönliche Meinung, aber der Sportdirektor entscheidet nicht über die Nationalmannschaft. Dafür sind wir da", erklärte Köpke die DFB-Hierarchien.