ZSKA Moskau triumphiert in Sevilla

Renato kontrolliert hier den Ball, aber Sevilla nicht das Spiel
Mit einem überraschenden, aber verdienten 2:1-Sieg hat sich ZSKA Moskau bei Sevilla durchgesetzt und steht im Viertelfinale der Champions League. Tomas Necid und Keisuke Honda erzielten die Tore für die Russen.
Sevillas Trainer Manuel Jimenez bot gegenüber dem 1:1 gegen Deportivo am Wochenende vier Neue auf. In der Abwehr spielten Ivica Dragutinovic und Fernando Navarro an Stelle von Julien Escudé und Adriano, in der Offensive blieben Alvaro Negredo und Frederic Kanouté auf der Bank, dafür spielte Luis Fabiano von Anfang an, und Diego Capel rückte in die Mannschaft.
ZSKA hatte die russische Premier League-Saison am Freitag mit einem 1:0 über Amkar Perm begonnen und das mit einer fast identischen Startaufstellung. Lediglich Jungstar Alan Dzagoev blieb im Estadio Sánchez Pizjuan zugunsten des erfahreneren Evgeniy Aldonin zunächst auf der Bank.
Starke erste Halbzeit
Theoretisch hätte Sevilla ein 0:0 gereicht, sodass man einen verhaltenen Auftakt der Gastgeber hätte erwarten können. Das Gegenteil war der Fall, denn kurz nach dem Anpfiff flankte Jesus Navas schon von rechts vors Tor, wo Luis Fabiano aus kurzer Distanz an einer Glanzparade von Viktor Akinfeev scheiterte. Die durchaus gut mitspielenden Moskauer hatten aber auch ihre Chancen, deren beste in der ersten halben Stunde Keisuke Honda vergab. Der Japaner verfehlte das Tor knapp, nachdem Andres Palop im Tor seinen ersten Schuss nur abprallen lassen konnte.
Fünf Minuten vor der Pause gelang ZSKA dann die Führung, als Honda einen Einwurf weiterleitete zu Tomas Necid, der sich cool um Dragutinovic drehte und den Ball in der rechten Torecke platzierte. Die Antwort Sevillas ließ jedoch nur zwei Minuten auf sich warten. Dann nahm Jesus Navas einen Abschlag Palops auf und bediente Diego Perotti, der aus zwölf Metern zum Ausgleich traf.
Nach dem Seitenwechsel versuchte Jimenez, den Druck durch die Hereinnahme von Freddie Kanouté zu erhöhen. Aber die ZSKA-Mannschaft stand nun sehr kompakt und ließ den Spaniern wenig Raum für Torchancen. Ein böser Fehler Palops sorgte dann sogar für die Vorentscheidung zugunsten der Gäste, als der Keeper sich nach einer Stunde einen Honda-Freistoß ins eigene Netz faustete.
Ereignisarme zweite Halbzeit
Das war die spektakulärste Torraumszene der gesamten zweiten Halbzeit, denn Moskau ließ auch im Folgenden nichts anbrennen und sorgte für eine der großen Überraschungen dieser Champions League-Saison.
ZSKA feiert damit den größten Erfolg seiner Vereinsgeschichte, wenn man mal den UEFA Cup-Sieg von 2005 hinter diesem Triumph ansiedelt. Mit Sevilla ist nach Atlético und Real Madrid schon der dritte Club aus der Primera División ausgeschieden, bevor überhaupt das Viertelfinale ausgelost wird.
Daniel Raecke