Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Sport Live bei sportal.de
Startseite | Live-Ticker | Ergebnisse
FUSSBALL | CHAMPIONS LEAGUE
Schriftgröße: 
Der Fall Michael Ballack
Der Fall Michael Ballack
Bei Chelsea nur einer von vielen: Michael Ballack

Im Champions League-Rückspiel gegen Inter geht es für Michael Ballack wieder einmal um den internationalen Titel, der seiner Vita noch fehlt. Im Sommer steht dann seine wahrscheinlich letzte WM an. sportal.de analysiert, wie wichtig der beste deutsche Fußballer noch für Club und Nationalteam ist.

Die Ausgangslage ist recht klar und schlüssig formuliert, der FC Chelsea muss nach der 1:2-Niederlage im Hinspiel gewinnen und hat sich im Zuge der Auswärtstor-Regelung in eine ordentliche Position gebracht. Dass Michael Ballack ein guter Fußballer ist, kann eigentlich nicht bestritten werden. Nur ist der Weg in den Olymp der Weltklassespieler mit dem Manko, noch keinen internationalen Titel geholt zu haben, sehr steil.

Wenn man sich mit dem Spieler Ballack beschäftigt, kommt man nicht daran vorbei, dass um die Position, auf der er am wertvollsten ist, gestritten wird - offensiv oder defensiv. Dazu wird ihm seine Fähigkeit als Leader gern abgesprochen, oder, wie Jogi Löw oder Oliver Bierhoff es stets betonen, auf höchstem Wege unterstrichen.

Wer wird der neue Frings?

Neben der Champions League steht natürlich auch die Weltmeisterschaft 2010 in Südafrika auf Ballacks Wunschzettel. Es wurde erneut die Frage aufgeworfen, wo der Capitano denn überhaupt spielen solle. Als Torsten Frings noch an seiner Seite stand, bildeten beide Spieler die Doppel-Sechs, in der der Bremer seinem Kapitän den Rücken freihielt.

Frings ist aber definitiv nicht mehr im Kreis der Nationalspieler zu finden. Thomas Hitzlsperger oder Simon Rolfes sollten ihn ursprünglich ersetzen. Da der Ex-Stuttgarter aber mittlwerweile selbst bei Lazio meist auf der Bank zu finden ist und Rolfes sich mit einer schwerwiegenden Knieverletzung herumplagt, sind zwei neue Spieler in den Fokus gerückt.

Bastian Schweinsteiger und Sami Khedira werden wohl um den Platz neben Ballack streiten. Dabei ist der Münchner erst seit Beginn der Saison als Sechser anzutreffen und verkörpert den offensiven Part der Doppelrolle. Khedira kann eher die Löcher stopfen, die Ballack bei Vorstößen hinterlassen würde.

Ballacks natürliches Habitat

Doch welche Rolle liegt Michael Ballack eigentlich mehr? Ist er mehr für defensive Aufgaben zu gebrauchen, oder doch ein verkappter Spielmacher, der andererseits aber im Spiel gegen den Ball im defensiven Zentrum unabdingbar ist? Ballack selbst definiert sich als Offensivspieler, der allerdings die meiste Zeit in seiner Karriere wegen seiner Zweikampfstärke und Übersicht aus der Sechserposition kam.

Als sein Stern bei Leverkusen letztendlich den Weg an den Himmel der Top-Spieler fand, kam der von Kaiserslautern gekommene Jungprofi aus jener Defensive. Vor einer Dreierkette agierend, organisierte er zumeist vor Staubsauger Carsten Ramelow das Mittelfeld und schob sich im Spielverlauf weiter in Richtung gegnerisches Tor - mit zwei kreativen Spielern vor sich.

Beim Rekordmeister angekommen, durfte er dann zumeist als Organisator im Mittelfeld auftreten, obwohl er unter Hitzfeld zunächst unzufrieden war. Ballack nahm eine Geldstrafe in Kauf, als er unter dem heutigen Nationaltrainer der Schweiz forderte, weiter vorn zu agieren. Im Laufe der Zeit legte Ballack dann weniger Wert auf die Position als auf die Stabilität der Mannschaft.

Kein Opfer, sondern Teamgeist

Dem Magazin 11 Freunde erklärte er einst auf die Frage, ob er sich für die Mannschaft aufgeopfert habe, als er den defensiven Part annahm: "Aufgeopfert? Ich weiß nicht. Arrangiert, sonst würde ich viel mehr Trara machen und eine Position einfordern, auf der ich mehr im Fokus bin und in der Offensive glänzen kann."

Weiterführende Links:

Zum Thema Nationalmannschaft erklärte Ballack: "Wenn ich das Gefühl hätte, der eine oder andere wäre in einer anderen Position wichtiger, dann würde ich das sagen. So wie ich 2006 gesagt habe, dass wir mehr Stabilität in unserem Spiel brauchen. Ich habe nicht gesagt, so, jetzt stellt mal da einen zusätzlichen Sechser hin, um mir den Rücken freizuhalten. Sondern ich habe auch gleich gesagt, ich möchte das selber machen, diese Position übernehmen und für Stabilität sorgen. Weil das gut für unsere Mannschaft war. Klar habe ich mich zurückgenommen, sonst würde ich etwas anderes spielen. Ich glaube aber, so sind wir besser."

Nach seinem Wechsel an die Stamford Bridge ist der Nationalspieler nunmehr einer von vielen guten Akteuren. Zusammen mit Frank Lampard teilt sich Ballack die zentrale Position und agiert mehr wie in seiner Zeit bei Leverkusen oder im DFB-Team. Auch seine überragende Torquote, die ihn in seiner Zeit in Deutschland zu dem vielleicht torgefährlichsten Mittelfeldspieler Europas werden ließ, ist beim Starensemble der Londoner nicht mehr so ausgeprägt.

In Deutschland will man Führungsstärke

Allerdings ist der Deutsche ein kompletter Spieler, der eben auch durch Kompromisslosigkeit auffällt. Aus Trainersicht ist Ballack auf der Sechserposition mit Zug nach vorn perfekt aufgehoben, was wiederum Schweinsteiger im DFB-Dress ein wenig disqualifizieren würde. Denn der Bayern-Profi ist nicht in der Lage, wie einst ein Frings die Löcher zu stopfen. Und Ballack wird sich sicherlich nicht damit zufrieden geben, für Schweinsteiger als Schattenmann in der Defensive zu arbeiten.

Denn im DFB-Team ist Ballack die Führungsfigur schlechthin. Eine Rolle, in die er nach eigenen Angaben natürlich hineinwachsen musste. Doch es gab und gibt Kritik an seinen Qualitäten. 2003 erklärte Günther Netzer im Spiegel: "Ballack fehlen in seinem Fußball-Charakter gewisse Dinge. Er hat die Führungsmentalität nicht verinnerlicht. Er sollte sich bemerkbar machen, wenn es am schwierigsten ist für die Mannschaft. Aber in diesen Situationen nimmt er zu wenig Einfluss auf das Spiel. Diese Qualität hat er nicht, daher kann man ihm gewisse Aufgaben nicht übertragen."

Lothar Matthäus schrieb unlängst in der Sportbild: "Bei Chelsea ist Ballack nur dabei statt mittendrin. Er ist beim Londoner Topclub ein Mitläufer - das ist nicht mal ein Vorwurf." Ergänzend erklärte er: "Die Truppe ist gespickt mit Topstars. Sich da als Führungsspieler durchzusetzen, ist schwer. Ballack hat es nicht geschafft. Immerhin steht er aber in der Stammelf. Die Frage ist nur: Wie lange noch?"

Eine Ohrfeige von Poldi

Auch Matthäus wurde vorgeworfen, in wichtigen Situationen die Verantwortung abgegeben zu haben. Trotzdem wird kaum jemand erklären, dass der Noch-Rekordnationalspieler kein Leader war. Scheinbar verhält es sich mit Ballack ähnlich. Zu seiner Zeit bei den Bayern musste er Kritik einstecken. Im DFB-Dress erklärten einige Spieler, dass er zu wenig mit jungen Spielern reden würde und er bekam gar eine Ohrfeige von Lukas Podolski verpasst.

In England war in der Presse zu lesen, dass Ballack, wenn er an der Seite von Lampard spielen müsse, nicht wisse, ob er ein Mann sei, der seinen Hund spazieren führe oder ihn jage. Frank Lampard ist der dominierende Spieler und Kapitän der Blues, aber mit der Zeit hat der Deutsche seine Einsätze bekommen und sich neben dem Antreiber eingelebt - trug dazu bereits die Kapitänsbinde.

Zwar muss Ballack sich ankreiden lassen, nie einen bedeutenden internationalen Titel gewonnen zu haben. Dennoch hatte er großen Anteil am Einzug in das Finale der WM 2002 und der EM 2008, dazu spielte er eine gute WM 2006. Zwar tritt er nicht so dominant auf, wie es vielleicht Stefan Effenberg oder Oliver Kahn in ihrer aktiven Zeit taten, dennoch ist er eine Persönlichkeit und auch bei Chelsea geht er nicht in der Masse unter.

Sein Vertrag soll verlängert werden und an Nummer drei gesetzt vertritt er John Terry und Frank Lampard als Kapitän. An ihm mögen sich die Geister scheiden, doch für seine Vereine - gerade für die DFB-Elf - ist Ballack einfach unersetzlich. Zu der Kritik, dass er kein Führungsspieler sei, fällt ihm nur ein Wort ein: "Lächerlich!".

Gunnar Beuth

FUSSBALL | CHAMPIONS LEAGUE
Bayern im Glück - Hammerlos für Leverkusen
Aus Bayern-Sicht hat Paul Breitner alles richtig gemacht. Seinem Club bescherte die Glücksfee in Nyon den vermeintlich leichten FC Basel als Achtelfinalgegner, während er Bayer Leverkusen ausgerechnet Topfavorit und Titelverteidiger FC Barcelona aus dem Topf zauberte. 
ERGEBNISSE
Fußball: Champions League
Lyon - APOEL -:-
Leverkusen - Barcelona -:-
Zenit - Benfica -:-
AC Mailand - Arsenal -:-
ZSKA - Real -:-
SSC Neapel - Chelsea -:-
Basel - FC Bayern -:-
Marseille - Inter -:-
   alle Ergebnisse im Überblick

LIVE-TICKER

Fußball: 2. Liga, 21. Spieltag
Düsseldorf - Eintracht Frankfurt 20:15
   alle Live-Ticker im Überblick
Anzeige
TRANSFERS
   alle Transfers im Überblick
TOP NEWS TICKER Pop-up
   alle Top News des Tages
BILDERGALERIEN
Fußball
Bundesliga: Sprüche vom 21. Spieltag
Fußball
Eklat in Manchester: Suarez verweigert Evra den Handschlag
Fußball
Die umsatzstärksten Club der Welt
   alle Bildergalerien
Webbaukasten
alle Ergebnisse, Tabellen und News für Ihre Webseite
RSS
News, Ergebnisse u.v.m per RSS-Feed auf Ihrem Desktop!
Downloads
Wallpaper und Bildschirm- schoner, Toolbar, u.v.m.
SCHLAGWORTE
bayern borussia bundesliga champions coach fußball gebracht hertha hinspiel hoffenheim keeper markus nationalspieler pokal premier serie sieg spieltag tabelle trainer
Anzeige
| | | | | | | | | | | |
| | |
| | |