Nach nur einem Sieg in den letzten vier Spielen hat sich der FC Liverpool am 29. Spieltag der Premier League mit einem 4:1 gegen den FC Portsmouth im Kampf um Platz vier zurückgemeldet. Die Reds rückten damit bis auf einen Punkt an Tottenham Hotspur heran, die Spurs haben allerdings ein Spiel weniger bestritten.
40.000 Zuschauer an der Anfield Road erlebten endlich mal wieder einen entspannten Abend und einen glänzend aufgelegten Fernando Torres. Von Beginn glich das Spielfeld einer Einbahnstraße in Richtung des Tors der Gäste. Dort stellte sich Jamie Ashdown, der den verletzten David James vertrat, den Angriffen entgegen.
Das ging allerdings nur in der Anfangsphase gut, zumal der Schiedsrichter ein Handspiel Ricardo Rochas nach einem Schuss von Fernando Torres in der dritten Minute nicht ahndete. So dauerte es etwas, bis Liverpool richtig auf Touren kam.
Ashdown patzt, Torres trifft
Die erste gelungene Kombination über Maxi Rodriguez und Alberto Aquilani endete noch ohne Erfolgserlebnis (18.). ein solches leitete dann ausgerechnet Pompeys Keeper Ashdown ein. Nach einem Rückpass zögerte er zu lange mit dem Befreiungsschlag und schoss prompt den auf ihn zustürmenden Steven Gerrard an. Von dort sprang der Ball zu Maxi Rodriguez, der auf Torres weiterleitete. Der Spanier vollendete mühelos zum 1:0 (26.).
Der abgeschlagene Tabellenletzte Portsmouth verlor nun völlig die Linie und wurde zum Spielball der Reds. Die nächste Flanke in den Sechzehner fand erneut Torres, der kam selbst nicht zum Abschluss, legte dafür aber auf für Ryan Babel, der mit einem platzierten Schuss zum 2:0 traf (28.).
Liverpool hatte nun richtig Spaß und zeigte phasenweise tollen Fußball. So in der 32. Minute, als Gerrard auf links Torres ins Spiel brachte und der Spanier mit der Hacke den Ball in die Mitte passte. Dort kam Aquilani an die Kugel und netzte mit seinem ersten Tor für die Reds zum 3:0 ein.
Reds lassen viele Chancen aus
In dieser Phase drohte Pompey ein Debakel, doch Torres hatte mit einem Pfostenschuss Pech (35.), und auch Gerrard sowie Jamie Carragher ließen weitere Gelegenheiten aus. Kurz vor der Pause gelang Frederic Piquionne immerhin der erste Torschuss für Portsmouth.
Der großzügige Umgang Liverpools mit den Chancen bewahrte die Gäste auch in der zweiten Halbzeit zunächst vor größerem Unheil, Pech hatte vor allem Babel, dass er mit einem feinen Schuss nur die Latte traf. Auch Schiedsrichter Stuart Attwell hatte offenbar Mitleid mit Pompey und verzichtete bei einer Attacke von Nadir Belhadj gegen Glen Johnson auf den fälligen Elfmeterpfiff.
Für den negativen Höhepunkt der Partie sorgte Steven Gerrard, der in einem Laufduell seinem Gegenspieler Michael Brown einen Schlag in den Nacken versetzte. Coach Rafa Benitez wechselte seinen Kapitän nach dieser überflüssigen Szene gegen Yossi Benayoun aus (73.).
Für sportliche Akzente sorgte dagegen erneut Torres, der mit einer schönen Einzelleistung das 4:0 erzielte (77.). Dem FC Portsmouth war immerhin noch der Ehrentreffer durch Nadir Belhadj (88.) vergönnt. Angesichts des letzten Tabellenplatzes und der drohenden Insolvenz des Clubs war das nur ein schwacher Trost.