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Bayer Leverkusen bezwingt den HSV
Bayer Leverkusen bezwingt den HSV
Eren Derdiyok und Stefan Kießling

Wer geglaubt hatte, dass Bayer Leverkusen nach der ersten Saisonniederlage in Nürnberg einbrechen würde, der wurde gegen den HSV eines Besseren belehrt. Das Team von Jupp Heynckes hielt sich mit einem 4:2-Sieg nicht nur die Hamburger vom Leib, sondern mischt auch im Titelrennen weiter munter mit. sportal.de sah ein unterhaltsames Spiel.

Stefan Kießling (22./62. Minute) mit seinen Saisontoren 15 und 16 sowie Eren Derdiyok (55.) und Gonzalo Castro (84.) trafen vor 30.231 Zuschauern in der ausverkauften BayArena für die Hausherren, Ze Roberto (33.) und David Rozehnal (83.) erzielten die Hamburger Tore.

Leverkusen hatte aus Nürnberg nicht nur eine Niederlage mitgebracht, sondern auch die jeweils fünfte Gelbe Karte für Stefan Reinartz und Toni Kroos. Jupp Heynckes war also zu Umstellungen gezwungen und nahm Daniel Schwaab und Tranquillo Barnetta in die erste Elf. Schwaab rückte auf die rechte Seite der Viererkette, dafür nahm Gonzalo Castro die Position von Reinartz im defensiven Mittelfeld ein. Barnetta ersetzte Kroos im linken Mittelfeld.

Bruno Labbadia veränderte seinen HSV im Vergleich zum Spiel gegen Anderlecht nur auf einer Position. Der gelbgesperrte Tomas Rincon wurde auf der rechten Abwehrseite von Guy Demel vertreten. Im Sturm lief also wieder Ruud van Nistelrooy neben Mladen Petric auf.

HSV zunächst besser im Spiel

Beide Mannschaften zeigten von Beginn an, warum sie zu den Topteams der Liga gehören und verwöhnten die Zuschauer mit einer gepflegten Spielanlage und einer offensiven Ausrichtung. Die Hamburger waren dabei zunächst einen Tick besser und gefährlicher.

So zum Beispiel in der elften Minute, als Eljero Elia mit einem Traumpass Petric auf die Reise schickte. Der wurde von Michal Kadlec hart bedrängt, lupfte den Ball aber trotzdem noch gekonnt über den herausstürzenden Rene Adler hinweg, allerdings auch knapp am Tor vorbei. Sekunden später rollte der nächste Angriff der Hanseaten aufs Bayer-Tor, doch Marcell Jansen zögerte von der rechten Seite zu lange mit der Hereingabe und wurde schließlich abgeblockt. Gleich drei Hamburger in der Mitte warteten vergeblich auf ein Zuspiel.

Auf der anderen Seite feuerte Tranquillo Barnetta in der 17. Minute einen ersten Warnschuss auf das Tor von Frank Rost ab, die Kugel ging deutlich über den Kasten. Dennoch schien der HSV in dieser Phase das Kommando übernehmen zu können.

EINZELKRITIK
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Bayer Leverkusen - Hamburger SV
4,5
René Adler
Der Nationalkeeper hatte einen guten Auftakt ins Spiel, als er in der 2. Minute am Strafraumrand gegen Ze Roberto rettete. Extrem schwach dann seine Aktion beim Gegentreffer: Hätte in seinem Kasten bleiben und in Ruhe zuschauen müssen, wie Hyypiä den langen Ball von Mathijsen klärte. Wenn er rauskommt, muss er seinem Mitspieler laut genug zurufen, dass er da ist. Das ist ihm nicht gelungen. Einfach total übermotiviert in dieser Situation. War dann in der zweiten Hälfte erst wieder richtig beim Schuss von Elia in der letzten Minute gefordert, den er wiederum gut parierte.
Bayer Leverkusen
vor
Kießling trifft zu Führung

Umso ärgerlicher war aus Sicht des HSV die 1:0-Führung für Bayer in der 22. Minute. Ausgangspunkt war ein unnötiger Hamburger Ballverlust von Mladen Petric in der Leverkusener Spielhälfte. Die Kugel landete bei Barnetta und der bediente mit einem feinen Pass den an der Mittellinie startenden Stefan Kießling. David Rozehnal und Joris Mathijsen waren infolge des Ballverlustes noch nicht richtig sortiert und zu weit von dem Angreifer entfernt. Kießling nutzte den Freiraum und eilte ungestört dem Tor entgegen und ließ Rost mit einem platzierten Flachschuss keine Chance.

Das Tor änderte das Kräfteverhältnis schlagartig. Der Spielfluss beim HSV war dahin, und Bayer nun eindeutig Herr der Lage. Allein der zweite Treffer wollte nicht gelingen. Renato Augusto (27.) und Arturo Vidal (29.) konnten ihre Chancen nicht nutzen. In der Folge hatte Sami Hyypiä Glück, dass er nach zwei harten Fouls gegen Petric von Schiedsrichter Deniz Aytekin keine Karte gezeigt bekam. Die Strafe sollte dafür in anderer Form erfolgen.

Adler und Hyypiä beschenken Ze Roberto

In der 33. Minute segelte ein weiter Schlag von Joris Mathijsen in den Leverkusener Strafraum. Hyypiä stieg zum Kopfball hoch und bekam nicht mit, dass auch Rene Adler von hinten angestürmt kam, um die Kugel abzufangen. So behinderten sich beide gegenseitig und der Ball landete auf dem Fuß von Ze Roberto. Der Brasilianer bugsierte das Leder direkt zum 1:1 in das verwaiste Bayer-Tor.

Vor allem Adler sah bei diesem Missverständnis nicht gut aus. Wenn er so weit aus dem eigenen Tor herauskommt, dann muss er den Ball fangen oder entscheidend klären. Bleibt er auf der Linie, dann klärt Hyypiä unbedrängt per Kopf und nichts passiert.

Mit diesem Resultat ging es in die Kabinen. Psychologisch wird der Ausgleich einer Mannschaft noch vor dem Wechsel gerne als Vorteil gewertet, auf dieses Spiel traf diese Binsenweisheit nicht zu.

Bayer forsch, HSV kraftlos

Bayer Leverkusen kam hoch motiviert und aggressiv aus der Halbzeitpause und kaufte den Hamburgern so den Schneid ab. Der HSV verlor viele Zweikämpfe und konnte den Ball kaum noch in den eigenen Reihen halten. Einzig nennenswerte Offensivaktion für lange Zeit war ein Fernschuss von Petric in der 51. Minute. Aber dann gönnte Leverkusen dem HSV immer weniger Luft zum Atmen.

Das 2:1 von Eren Derdiyok in der 55. Minute war die Belohnung für Bayers Initiative. Mathijsen war bei einer Flanke von Daniel Schwaab aus dem Mittelfeld nicht nah genug bei dem Schweizer und der vollendete mit einem schönen Kopfball (55.). Nun lief die Partie endgültig nun nur noch in Richtung Hamburger Tor. Und schon in der 62. Minute klingelte es erneut im Kasten von Frank Rost.

zurück
Stimmen zum Spiel: 1/5
Jupp Heynckes: "Die Mannschaft hat sich in der zweiten Halbzeit sehr gesteigert und deshalb hoch verdient gewonnen. Wir haben heute die richtige Reaktion gezeigt."
vor
Renato Augusto hatte Dennis Aogo auf der rechten Seite vernascht und mit seiner Flanke den Kopf von Stefan Kießling gefunden. Der wurde wieder nicht eng genug von Guy Demel gedeckt  und vollendete mühelos zum 3:1. Dem HSV fehlte die Kraft, um sich noch entscheidend gegen die Niederlage zu wehren. Möglicherweise war der Substanzverlust nach 41 Pflichtspielen in dieser Saison zu groß. Bayer hat im Vergleich lediglich 27 Spiele bestreiten müssen.

Die Hamburger konnten froh sein, dass nicht noch weitere Treffer fielen. So konnte Rost in der 67. Minute eine Hereingabe von Renato Augusto gerade noch klären. Zwei Minuten später scheiterten Barnetta und Vidal mit ihren Schüssen.

Plötzlich trifft Rozehnal

Im Prinzip schien die Partie gelaufen zu sein, ehe eine Unaufmerksamkeit in der Bayer-Abwehr den HSV noch einmal hoffen ließ. Der eingewechselte Piotr Trochowski fand mit einem Freistoß in der 83. Minute den völlig freien David Rozehnal, der aus kurzer Distanz zum 2:3 verkürzte.

Mit einer Trotzreaktion ersparte sich Bayer jedoch eine hektische Schlussphase. Der HSV nahm es beim nächsten Bayer-Angriff mit der Deckunsarbeit wie so oft in der zweiten Halbzeit nicht so genau und so kam Gonzalo Castro an der Strafraumgrenze zum Schuss und traf zum 4:2. Dass es dabei blieb, lag auch daran, dass Kießling und auf der anderen Seite Elia beste Chancen nicht mehr nutzen konnten.

Am Ende feierte Bayer Leverkusen aufgrund einer deutlichen Leistungssteigerung nach der Pause einen verdienten Sieg und bleibt als Tabellendritter Schalke 04 und dem FC Bayern auf den Fersen. Der HSV spielte die ersten 45 Minuten gut mit, konnte nach der Pause aber nicht mehr entscheidend dagegenhalten. Bei zehn Punkten Rückstand auf den dritten Rang verbietet sich jede Diskussion über eine Teilnahme an der Champions League. Stattdessen müssen die Hanseaten den Blick nach hinten richten, denn der Erzrivale Bremen lauert nur noch einen Zähler hinter dem HSV.

Lars Ahrens

FUSSBALL | 1. BUNDESLIGA
Hertha BSC: Tretschok und Covic übernehmen
Fünf Niederlagen in Serie und vor allem die 0:5-Packung in Stuttgart waren eine zu große Hypothek für Michael Skibbe. Hertha BSC hat die Notbremse gezogen und zum zweiten Mal den Trainer entlassen, als Interimstrainer werden René Tretschok und Ante Covic fungieren.
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1. Bundesliga, 21. Spieltag
Wolfsburg - Freiburg 3:2
Dortmund - Leverkusen 1:0
FC Bayern - K'lautern 2:0
Bremen - Hoffenheim 1:1
Mainz 05 - Hannover 1:1
Stuttgart - Hertha BSC 5:0
M'gladbach - Schalke 3:0
Augsburg - Nürnberg 0:0
1. FC Köln - Hamburg 0:1
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