Über lange Zeit passierte herzlich wenig. Doch dann weckte Claudio Pizarro die Zuschauer und sorgte mit seinem 1:0-Siegtreffer dafür, dass Werder weiterhin an den Europacup-Rängen dran bleibt und Hoffenheim endgültig im Niemandsland der Tabelle verschwindet. sportal.de sah ein schwaches Spiel.
Bereits zum dritten Mal trafen die Teams von 1899 Hoffenheim und Werder Bremen in dieser Saison aufeinander. Sowohl im Hinspiel als auch im DFB-Pokal-Viertelfinale konnte sich Grün-Weiß durchsetzen. Ohnehin waren die Hoffenheimer bislang sieglos gegen die Norddeutschen. 90 Minuten später wusste man, dass dies so bleiben sollte. Und so legten die Bremer auch gleich munter los. Ein Frings-Freistoß vom rechten Flügel erreichte Claudio Pizarro, dessen Schuss aus sieben Metern aber geblockt wurde (3.). Die Hoffenheimer, ohne Ibertsberger und Ba, stattdessen mit Jukka Raitalas Bundesligadebüt und Boris Vukcevic, standen in den ersten Minuten kompakt und versuchten die Bremer Offensive nicht zum Zuge kommen zu lassen. Die Gäste mussten auf Mesut Özil verzichten. Für ihn spielte Philipp Bargfrede von Beginn an. Marko Marin blieb auf der Bank und wurde durch Hugo Almeida ersetzt. Die durch die beiden fehlende Kreativität war den Bremern anzumerken.
Riesenchancen für die Innenverteidiger
Nach der Pizarro-Möglichkeit gleich zu Beginn dauerte es bis zur 16. Spielminute, ehe die gut 30.000 Zuschauer in der ausverkauften Rhein-Neckar-Arena mal wieder etwas Aufregendes erlebten. Hugo Almeida köpfte vom Elfmeterpunkt nach einer Flanke von Frings auf den Kasten der Gastgeber, doch Timo Hildebrand hatte keine Mühe. Die Hoffenheimer kamen hingegen überhaupt nicht in die Gänge und sahen den Strafraum der Bremer meist nur aus der Ferne. In der 25. Minute war also wieder Werder am Zug: Aaron Hunt passte nach einem guten Pass von Almeida in die Mitte auf Tim Borowski, doch der Ex-Münchner wurde von Hunt zu ungenau angespielt. Zwei Minuten später kam Claudio Pizarro im Strafraumduell mit Marvin Compper zu Fall, doch Schiedsrichter Peter Sippel lief weiterlaufen.
Beim Gegentor musste der frühere Nationalkeeper rauskommen gegen Pizarro, weil Simunic den Bremer gewähren ließ. Kein Vorwurf also an Hildebrand. In der ersten Halbzeit mit einer guten Parade gegen Mertesacker (37.), ansonsten kaum ernsthaft geprüft.
Nach 28 Minuten endlich mal ein ordentlicher Angriff von 1899: Carlos Eduardo bekam den Ball am rechten Strafraumeck, legte ihn sich nochmal vor, zog dann aber am langen Pfosten vorbei. Sechs Minuten später legte Vedad Ibisevic den Ball quer auf Maicosuel. Der Brasilianer zog aus knapp 25 Metern ab, doch dem Distanzschuss fehlte die Genauigkeit. Doch die dickste Gelegenheit hatte Per Mertesacker nach einer Ecke von Torsten Frings in der 37. Minute, als er aus kurzer Distanz etwas überrascht den Abschluss suchte und Hildebrand anschoss, der allerdings auch sehr gut reagierte. Kurz darauf hatte auch der zweite Innenverteidiger die Chance zur Gästeführung, doch der Kopfball des Brasilianers ging nach einer Flanke von Aaron Hunt über das Tor. Hinten machte es Naldo besser, als er seinen Landsmann Maicosuel kurz vor dem Halbzeitpfiff im Laufduell sauber vom Ball trennte. So blieb es in einer müden Partie zur Halbzeit beim 0:0.
Stimmen zum Spiel:
1/3
Claudio Pizarro: "Die ganze Mannschaft hat viel gekämpft."
Keine Wechsel, keine Änderungen im Spiel
Ohne personelle Wechsel ging es in die zweite Hälfte. Was sich ebenfalls nicht änderte, war der Spielverlauf. Werder hatte nach wie vor etwas mehr vom Spiel, probierte es mit hohen Bällen, kam jedoch kaum zu nennenswerten Szenen. Die Bremer Defensive stand hingegen sehr geordnet, hatte mit den ideen- und farblosen Hoffenheimern jedoch auch kaum Mühe. Immerhin schoss Vedad Ibisevic in der 63. Minute mal wieder aufs Bremer Tor. Der von Pasanen noch abgefälschte Ball ging jedoch meterweit über Wieses Gehäuse.
In der 67. Minute brachte Thomas Schaaf mit Marko Marin für Aaron Hunt einen frischen Mann, kurz darauf kam auch noch Daniel Jensen für den leicht angeschlagenen Torsten Frings. Und auch Ralf Rangnick reagierte auf die Sturmflaute und brachte Prince Tagoe für Ibisevic. Doch leider änderte sich nichts an der Müdigkeit und Chancenarmut. Beide Teams mühten sich, doch es sollte bei der Mühe bleiben.
Doch als die Zuschauer gerade bereit für ein Nachmittagsschläfchen waren, weckte Claudio Pizarro sie erbarmungslos: Daniel Jensen schickte den Peruaner mit einem wunderbaren Pass steil. Josip Simunic hob das Abseits auf - Pizarro ließ sich nicht lange bitten und lupfte den Ball über den herauseilenden Hildebrand an die Unterkante der Latte und von da aus hinter die Linie. Das elfte Saisontor des Torjägers brachte die Führung der Bremer (80.). Mehr gab es dann aber auch nicht zu sehen. Mit minimalem Aufwand holten die Bremer den maximalen Erfolg - und sorgten nebenbei dafür, dass 1899 einfach nicht gegen die Grün-Weißen gewinnen kann.
Fünf Niederlagen in Serie und vor allem die 0:5-Packung in Stuttgart waren eine zu große Hypothek für Michael Skibbe. Hertha BSC hat die Notbremse gezogen und zum zweiten Mal den Trainer entlassen, als Interimstrainer werden René Tretschok und Ante Covic fungieren.