Siege für St. Pauli und Kaiserslautern

St. Paulis Fabian Boll jubelt
Drei Spiele und 17 Tore - in der 2. Liga wurden die Fans mit einem Torfestival verwöhnt. Am Millerntor feierte der FC St. Pauli einen 5:3-Erfolg gegen Rot-Weiß Oberhausen, Kaiserslautern fegte Cottbus mit 4:1 vom Platz. Paderborn trennte sich von Hansa Rostock mit 2:2.
Vor allem in Hamburg war die Freude nach dem Sieg gegen RWO groß, hatten doch die Konkurrenten im Kampf um den Aufstieg zuvor Federn gelassen.
Marius Ebbers (5. Minute), Matthias Lehmann (24.), Bastian Oczipka (54.), Florian Bruns (74.) und Fabian Boll (85.) trafen für die Kiez-Kicker, die zuvor dreimal verloren hatten. Vor rund 19.700 Zuschauern im Millerntor-Stadion hielten Moritz Stoppelkamp (18.), Daniel Gordon (30.) und Marinko Miletic (77.) die Gäste lange im Spiel.
Mit dem Dreier hat das Team von Trainer Holger Stanislawski die Steilvorlagen von Augsburg, Düsseldorf und Bielefeld dankend angenommen. Die Hamburger liegen mit nun 49 Punkten fünf Zähler vor dem vierten Platz und nur einen Punkt hinter dem Zweiten Augsburg.
Nach der Pleitenserie der vergangenen Wochen hatte Stanislawski einen Neustart ausgerufen: "Wir fangen wieder bei null an." Doch der gestaltete sich schwierig, weil RWO die zweimalige Führung der Hausherren im ersten Durchgang fast postwendend ausglich.
Erst als Oberhausens Keeper Christoph Semmler zweimal schlecht aussah und Oczipka und Bruns davon profitierten, war St. Pauli endgültig auf der Siegerstraße. Allerdings wurde Semmler vor dem Treffer von Bruns von Eger im Fünfmeterraum hart attackiert und hätte dafür auch einen Freistoß bekommen können. Miletic brachte die Gäste zwar nochmals heran, doch dann sorgte Boll mit einem strammen Schuss für den Schlussakt.
Kaiserslautern marschiert
Nicht zu stoppen auf dem Weg zurück ins Oberhaus scheint derweil der 1. FC Kaiserslautern. Die Pfälzer besiegten Energie Cottbus vor 33.405 Zuschauern mit 4:1 (3:0) und bauten als Tabellenführer den Vorsprung auf die viertplatzierte Fortuna aus Düsseldorf auf 13 Punkte aus.
Nach der frühen Führung durch Rodnei (3. Minute) stellte Sidney Sam (24., Foulelfmeter/39.) die Weichen auf Sieg. Nach dem Wechsel erhöhte Erik Jendrisek (61.). Cottbus verkaufte sich teuer und hatte mehr verdient als den verwandelten Strafstoß von Marc-André Kruska (69.). Nach der sechsten Auswärtsniederlage bangt der Erstliga-Absteiger weiter um den Klassenerhalt. Zudem sah Emil Jula wegen wiederholten Foulspiels Gelb-Rot (75.).
Der FCK, der zum 26. Mal mit derselben Abwehrformation antrat, erwischte einen Start nach Maß, als Rodnei nach den Lattentreffern von Adam Nemec und Martin Amedick den Ball im dritten Anlauf über die Linie drückte. Cottbus war nicht geschockt und hatte durch Nils Petersen (12.) und Jiayi Shao (17.) tolle Ausgleichschancen.
Beide Male rettete Torhüter Tobias Sippel. Einen zweifelhafter Foulelfmeter nutzten die Pfälzer zum 2:0 und zur Beruhigung des Spiels. Mit dem elften Saisontreffer von Torjäger Jendrisek war die Partie entschieden. Der Strafstoß von Kruska - Georges Mandjeck hatte Shao geschubst - war Ergebniskosmetik.
Rostock muss weiter warten
Hansa Rostock fehlten beim Gastspiel in Paderborn lediglich fünf Minuten bis zum ersten Sieg im Jahr 2010. Beim 2:2 blieb die Hansa-Kogge zum neunten Mal in Serie ohne Erfolg und konnte nur aufgrund der besseren Tordifferenz im Vergleich zum FSV Frankfurt den ersten Sturz auf einen Abstiegsplatz verhindern.
Vor 9373 Zuschauern in der Paderborner Energieteam-Arena verhalf selbst die zweimalige Führung durch Fin Bartels (7.) und Andreas Dahlén (44.) nicht zur erhofften Trendwende. Die Paderborner Torschützen Frank Löning (12.) und Sven Krause (85.) rissen die Gäste aus allen Träumen.
Anders als in den vorigen Wochen traten die Rostocker nicht wie ein Abstiegskandidat auf. Mit einem Flachschuss von der Strafraumgrenze beendete Bartels die rund 500 Minuten anhaltende Hansa-Torflaute und brachte sein Team in Führung. Selbst das 1:1 nur kurze Zeit später durch Löning, der ein schönes Zuspiel von Mahir Saglick nutzte, brachte die Gäste nicht aus dem Konzept.
Kurz vor der Halbzeit sorgte Neuzugang Dahlén dank eines Fehlers von Paderborn- Keeper Kasper Jensen für das 2:1. Auch nach der Pause stellte Rostock das bessere Team und hatte den Gegner lange Zeit unter Kontrolle. Doch fünf Minuten vor dem Ende nutzte Paderborns Angreifer Krause eine Schwäche in der Hansa-Abwehr zum glücklichen Ausgleich.