Fünf Fragen an den 26. Spieltag

Mohamed Zidan freut sich mit Jürgen Klopp
Was bedeuten die Rauchzeichen von Karl Hopfner? Wieso zittern ägyptische Kühe vor diesem Spieltag? Und hat Hoffenheim einen Knick in der Optik? Nur drei der fünf Fragen, die sportal.de vor dem Wochenende bewegen.
1. Muss Karl Hopfner wieder Rauchzeichen geben?
Es war mitten in der Partie der Bayern beim 1. FC Köln, als auf der Ehrentribüne plötzlich weißer Rauch aufstieg. Nein, es waren keine Kölner Fans, die Weihrauch entzündeten, weil ihr persönlicher Heiland Lukas Podolski wieder auferstanden ist. Es war Bayerns Vorstandsmitglied, das vor lauter Nervosität wegen des schwachen Auftritts seiner Mannschaft das strikte Rauchverbot im Kölner Stadion missachtete und sich eine Zigarette angezündet hatte.
Ob er auch in Florenz zum Glimmstengel gegriffen hat, ist nicht überliefert. Gegen Freiburg wird er sich am Samstag wohl entspannt zurücklehnen dürfen. Jedenfalls, wenn man der Statistik glauben darf. Bayern ist mit 20 Punkten das beste Team der Rückrunde, Freiburg mit gerade einmal zwei das schwächste. Der letzte Sieg der Breisgauer gegen die Münchner liegt zudem bereits 14 Jahre zurück. Da sollte doch nichts anbrennen, oder?
2. Wie viele Kühe müssen dieses Wochenende in Port Said sterben?
Mohamed Zidan ist zur Zeit in bestechender Form. Mit zwei Toren schoss er Gladbach letzte Woche quasi im Alleingang ab. Immer wenn die frohe Kunde über neue sportliche Heldentaten des Stürmers nach Ägypten dringt, schlottern den Kühen im Land der Pharaonen die Knie. Wissen sie doch, dass es ihnen dann an den Kragen geht.
"Immer, wenn ich mir einen besonderen Wunsch erfüllen konnte, rufe ich daheim bei meiner Mama Reda an. Sie soll eine Kuh schlachten lassen", erklärte Zidan der Bild. Aber keine Bange, die Tiere müssen nicht grundlos oder für einen geheimen Voodoo-Zauber sterben. Zidan hilft damit. Immer wenn ihm Gutes widerfährt, gibt er etwas für die Bedürftigen in seiner Heimatstadt Port Said. Das Fleisch der Kühe lässt er grillen und an die armen Menschen in seiner Heimat verteilen.
Auf und neben dem Platz - vorbildlich! Nur die Kühe freut es weniger, vor allem, wenn am Ende der Saison die Europa League erreicht werden sollte. "Dann lasse ich sogar zwei Kühe schlachten!", kündigte Zidan in Bild an. Den Grundstein dafür könnten die Dortmunder im kleinen Revierderby gegen den VfL Bochum legen.
3. Warum verpflichtet Hopp keinen Optiker?
1899 Hoffenheim hat eigentlich alles, was man im modernen Fußball braucht. Einen großen Trainerstab, gute Teamärzte und beste psychologische Betreuung... Mäzen Dietmar Hopp hat eigentlich gedacht, für alles gesorgt zu haben. Doch er hat eines vergessen - einen clubeigenen Optiker!
Und der hätte jede Menge Arbeit, Brillen oder Kontaktlinsen anzumessen. Denn irgendwas scheint bei den Hoffenheimern mit den Augen nicht zu stimmen. Was die Schuss- und Zielgenauigkeit betrifft, ist das Rangnick-Team das zweitschlechteste der gesamten Liga. Gerade einmal 38,4 Prozent der Hoffenheimer Schüsse gingen auf das Tor, der Rest flog vorbei. Kein Wunder, dass man bei einer derart miesen Bilanz in der Rückrunde nur sieben Punkten aus acht Partien holte.
Zielunterricht könnten die Kraichgauerr am Wochenende bei Gegner Werder Bremen nehmen. Die Norddeutschen bringen satte 52 Prozent ihrer Schüsse aufs Tor - der zweitbeste Wert der Liga.
4. Sorgt der HSV auch für die dritte Leverkusen-Pflichtspielniederlage?
"Häh, was hat der HSV denn mit den bisherigen Pleiten von Bayer Leverkusen zu tun", werden Sie sich jetzt vielleicht fragen... "Die Werkself verlor doch gegen Nürnberg und vor Monaten im Pokal gegen Lautern." Richtig, trotzdem steckten im Sieg der Franken und im Erfolg der Pfälzer mehr HSV drin, als man auf den ersten Blick meint.
Denn die Nürnberger Torschützen Eric Choupo-Moting und Mickael Tavares sind beide nur vom HSV ausgeliehen, stehen immer noch bei den Hanseaten auf der Gehaltsliste. Ebenfalls nur vom HSV ausgeliehen ist Sidney Sam, der Lautern mit seinem 1:0 auf die Siegerstraße gebracht hatte.
Jetzt will die A-Mannschaft den Erfolg der abgeschobenen Kollegen wiederholen. Die Partie der beiden Teams ist übrigens das Duell der Fernschussexperten der Liga: Bereits zwölfmal durfte der HSV nach einem Treffer aus der Distanz jubeln, Bayer traf seinerseits zehnmal. Doch ausgerechnet jetzt fehlt der Werkself ihr treffsicherster Kanonier - Toni Kroos (sechs Tore aus der Distanz) muss wegen der fünften Gelben Karte pausieren.
Und auf Seiten des HSV wird Ruud van Nistelrooy, der personifizierte Bayer-Schreck wohl wieder mitmischen. Viermal spielte der Niederländer mit Manchester United gegen Leverkusen und erzielte vier Tore.
5. Findet Hertha noch ein Schwein?
"Gewinnen wir, war es das für die Alte Dame", erklärte Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf vor dem Abstiegsduell gegen Hertha BSC. Der Druck lastet auf den Berlinern, die mittlerweile seit dem 8. August auf einen Sieg im eigenen Stadion warten. Einen Grund für die anhaltende Erfolglosigkeit haben die Herthaner mittlerweile auch ausgemacht. "Unsere Truppe ist einfach zu nett. Das sind durch die Bank fast alles liebe Schwiegersöhne. Es fehlen die Schweine, die fiesen Charaktere", beklagte Pal Dardai.
Jetzt kommt Nürnberg, die Selbstbewusstsein aus dem Sieg gegen Leverkusen geschöpft haben. Doch auswärts haben die Clubberer ähnlich wenig gerissen, wie die Hertha zu Hause. Noch dazu warten sie schon seit Juni 1991 auf einen Sieg im Olympiastadion. Auch wenn bei der Hertha sicher kurzfristig kein Spieler noch zum Charakterschwein mutieren wird, vielleicht haben sie wenigstens Schwein, dass die gute Serie gegen Nürnberg Bestand hat.
Malte Asmus