
Tim Borowski im Zweikampf mit Ever Banega
Mit einem glücklichen 1:1 im Gepäck kehrt Werder Bremen von seinem Achtelfinal-Hinspiel beim FC Valencia zurück und hat im Rückspiel in einer Woche nun beste Chancen, das Viertelfinale zu erreichen. sportal.de sah ein packendes Europa-League-Spiel.
Bei Werder kehrten die Außenverteidiger Clemens Fritz und Petri Pasanen in die Startformation zurück. Vorne gab Claudio Pizarro die einzige Spitze, dahinter die drei offensiven Mittelfeldspieler Aaron Hunt, Mesut Özil und Marko Marin. Im defensiven Mittelfeld agierten Torsten Frings und Tim Borowski und die beiden Innenverteidiger waren Naldo und Per Mertesacker. Im Tor stand natürlich Tim Wiese.
Die spielbestimmende Mannschaft vor 40.000 im Stadion Mestalla war zunächst Valencia, die Gastgeber hatten auch die erste Chance der Partie, doch David Villa verpasste eine Hereingabe von Pablo Hernandez knapp. Auf der Gegenseite hatte Mesut Özil die erste gute Gelegenheit für die in orange spielenden Gäste (5. Minute), verzog aus fünf Metern aber über das Tor.
Valencia am Drücker
Beide Teams lieferten den Zuschauern eine flotte Anfangsphase, vor allem im Bremer Strafraum ging es hoch her. Werder hatte Glück bei einer Abseitsentscheidung, ansonsten wären zwei Spanier frei vor Wiese gewesen (7.). Tim Borowski klärte mit dem Kopf nur wenige Zentimeter am eigenen Tor vorbei (9.).
Nach dem rasanten Beginn hieß es für die beiden Mannschaften dann erst einmal Luft holen. Die Bremer Abwehr stand nun sicher und konnte die Angriffe der Gastgeber meist früh unterbinden, in der Offensive gelang aber auch nur wenig und so vergingen zehn ereignislose Minuten.
In der 20. Minute meldete sich Valencia aber zurück mit schnellen Pässen spielten sich die Spanier durch die Werder-Defensive, doch Naldo konnte in höchster Not klären. Auf der Gegenseite sorgte Marin für Gefahr, aber mehr als ein Eckball sprang nicht heraus.
Der Schiedsrichter sieht einen Elfmeter
Eine zweifelhafte Entscheidung von Schiedsrichter Martin Atkinson verhalf Werder Bremen dann zur Führung. Nach einem Freistoß soll Claudio Pizarro im Strafraum geschubst worden sein und der Referee entschied auf Strafstoß. Frings ließ sich die Chance nicht nehmen und verwandelte sicher zur Gäste-Führung (25.).
Die Athmosphäre war nun aufgeheizt und das Publikum peitschte die eigene Mannschaft nach vorne. Was folgte, waren zwei große Möglichkeiten für die Valencianer, doch Ever Banega und Villa vergaben. Wiese klärte außerdem einen Fernschuss Banegas. Im Gegenzug enteilte Marin der Valencia-Abwehr, doch Keeper Cesar Sanchez konnte parieren (34.).
Mit viel Glück und etwas Geschick sowie Gelben Karten für Borowski und Frings überstand Werder die Drangphase der Gastgeber und schaffte es zehn Minuten vor der Pause, sich aus der Umklammerung zu befreien und wieder eigene Angriffe zu fahren.
Marin kaum zu halten
Der quirlige Marin stellte die Valencia-Abwehr immer wieder vor Probleme, mit einem Fernschuss prüfte er Cesar Sanchez (40.). Torjäger Claudio Pizarro hingegen trat in der ersten Halbzeit kaum in Erscheinung und ließ sich zwischenzeitlich weit zurückfallen, um überhaupt einmal an das Leder zu kommen. Mit der glücklichen Werder-Führung ging es für die beiden Teams in die Kabinen.
Nach der Pause wechselte Valencia, brachte Jordi Alba für Alexis und drängte weiter auf den Ausgleich. Die erste Großchance gehörte aber Werder: Özil legte zurück auf Pizarro, der Peruaner zog ab, doch Valencias Keeper rettete mit einem fantastischen Reflex zur Ecke (49.). Im Gegenzug überflankte Mata die komplette Werder-Abwehr. Am Fünfer-Eck kam Pablo Hernandez an den Ball, setzte diesen aber deutlich über den Kasten.
Weiter ging es im Valencia-Strafraum. Marin kam nach einem Tackling von Banega zu Fall, doch diesmal blieb Atkinsons Pfeife stumm. Den schnellen Konter konnte Wiese gegen Villa klären, verletzte sich dabei aber im Gesicht. Zum Glück für Werder konnte der Keeper weitermachen.
Tätlichkeit an Marin
Während dieser Behandlungsphase nahm sich Banega im Mittelkreis noch einmal Marin vor, was folgte, war die Rote Karte für den Argentinier. Mit nur noch zehn Mann drängten die Gastgeber weiter auf den Ausgleich und wurden auch endlich belohnt. Villa scheiterte noch an Mertesacker, doch den Nachschuss konnte Mata zum 1:1 einschieben (57.).
Thomas Schaaf reagierte und nahm Marin vom Platz und stärkte mit Philipp Bargfrede die Defensive (61.). Nach einer schnell ausgeführten Ecke hatte Mata die Chance zur Führung, verzog aber (62.). Wenig später war Wiese gegen David Silva zur Stelle.
Bremen schaffte es nicht, das Spiel zu beruhigen, verlor den Ball meist zu schnell wieder und so rollte Angriff auf Angriff auf das Werder-Tor. Erst 20 Minuten vor dem Ende gelang es den Bremern durch einige Spielverzögerungen, die Heimmannschaft aus den Rhythmus zu bringen.
Valencia am Ende ohne Kraft
Eine Viertelstunde vor Schluss wechselten beide Trainer noch einmal. Schaaf brachte Daniel Jensen für Özil und bei den Gastgebern kam Joaquin für Mata. Wiese wuchs über sich hinaus und parierte einen Kopfball Silvas aus kurzer Distanz (78.), der Bremer Keeper hielt seiner Mannschaft das Remis.
Eine der seltenen Konterchancen vergab Pizarro nach einer Hereingabe Hunts. Die anschließende Ecke köpfte Borowski knapp neben das Tor (83.). Bei einem Zweikampf mit Naldo verletzte sich Villa und musste das Spielfeld verlassen, für ihn kam Ruben Baraja in die Partie (84.).
Bei der Heimmannschaft ließen nun die Kräfte nach, mit zehn Mann hatten sie Werder einen großen Kampf geliefert. In der Schlussminute hätte Pizarro sogar noch den Siegtreffer erzielen können, setzte seinen Schuss aber deutlich über das Tor. Eine Niederlage hätten die tapfer kämpfenden Valencianer aber auch nicht verdient. Nach dieser Partie ist im Rückspiel nächste Woche in Bremen für beide Teams noch alles drin, auch wenn der Bundesligist einen leichten Vorteil haben dürfte.
Henning Schulz