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Milan scheidet nach 0:4 in Manchester aus
Milan scheidet nach 0:4 in Manchester aus
Gegen Wayne Rooney ist derzeit kein Kraut gewachsen

Dass Wayne Rooney im Moment einen Lauf hat, ist ein offenes Geheimnis. Wie schwer er zu stoppen ist, hatten die Spieler des AC Mailand bereits vor drei Wochen im heimischen Stadion erfahren. Beim 4:0 in Old Trafford traf Rooney - wie bereits im Hinspiel des Champions League-Achtelfinales - doppelt für Manchester United.

Damit gehört Rooney, dessen Fans die Pflichtspieltore Nummer 29 und 30 in dieser Saison in ihr Statistikheft eintragen konnten, einem exklusivem Club an. Lediglich Walter Pandiani, passenderweise El Rifle genannt, konnte für Deportivo La Coruna in einem Hin- und Rückspiel gegen Milan treffen.

Weniger geschichtsträchtig trugen sich Manchesters weitere Torschützen ein, nachdem Rooney (13. Minute/46.) kurz nach dem Pausentee für die Entscheidung gesorgt hatte. Ji-Sung Park (59.) und Darren Fletcher (88.) machten das Debakel für die Rossoneri perfekt. Durch das 3:2 der Red Devils im Hinspiel fielen in beiden Partien zusammen somit neun Tore.

Natürlich Rooney

Beide Mannschaften machten von Beginn an klar, dass es für sie um alles ging. So kamen Wayne Rooney (3./6.), Gary Neville (7.) und Nani (10.), dessen Schuss von Christian Abbiati mit den Fingerspitzen über die Torauslinie befördert wurde, zu ersten Chancen für die Gastgeber, bei Milan verpassten Ronaldinho (8.), der von einer unglücklichen Kopfballverlängerung Nanis überrascht wurde, und Klaas Jan Huntelaar (9.) das Gehäuse Edwin van der Sars.

Doch in der 13. Minute wurden die Red Devils schließlich belohnt. Eine Flanke von Neville fand mustergültig Wayne Rooneys Kopf kurz vor dem Fünf-Meter-Raum, der Goalgetter stieg höher als Daniele Bonera und ließ Abbiati keine Chance - 1:0 für Manchester.

Milan fehlt der Biss

Am Gesamtbild änderte die Führung erstaunlicherweise wenig. United ließ sich von Vorstößen auf das gegnerische Tor nicht abhalten, während Milan, nun immerhin mit 2:4 im Hintertreffen, die Bemühungen nicht intensivierte. Vielmehr versuchten es die Italiener zu oft durch die Mitte, in der die Hintermannschaft der Engländer allerdings zu sicher stand.

Allerdings war auch Manchester im weiteren Verlauf weniger gewillt, den Druck zu erhöhen. Bis zur Pause kam es zwar auf beiden Seiten zu kleineren Möglichkeiten, den richtigen Willen ließen in erster Linie die Gäste vermissen, während United mit dem Ergebnis natürlich zufrieden sein konnte.

Der Mann mit dem Lauf

Die Italiener schienen nach dem Pausentee kaum aus der Kabine, da durfte Schlussmann Abbiati das Spielgerät wieder aus dem eigenen Netz befördern. Nani hatte sich in der 46. Minute gleich zweier Bewacher entledigt, flankte den Ball butterweich aus halblinker Position mit dem Außenrist in den Lauf Rooneys. Der fackelte erneut nicht lange, ließ Abbiati erneut ohne Chance und Milan konnte sich gedanklich endgültig von der Champions League verabschieden.

Doch es sollte noch bitterer für Milan kommen. In der 59. Minute entschied sich Paul Scholes nicht für den direkten Schuss, sondern spielte den Ball Ji-Sung Park in den Lauf, der Abbiati aus sieben Metern zum 3:0 überwinden konnte.

Applaus, Applaus, Applaus

Eher ein Schmankerl für die United-Fans, denn für die mitgereisten Tifosi, folgte in der 64. Minute: David Beckham betrat den Rasen des Old Trafford, das so lange seine spielerische Heimat gewesen war. Es folgten Standing Ovations für einen Gästespieler, eine eher seltene Angelegenheit im Theatre of Dreams.

Standing Ovations gab es auch nur zwei Minuten später, als Rooney und Neville im Doppelpack ihren Arbeitstag beendeten - die Pflicht war erfüllt, für den Rest sollten Dimitar Berbatov und Rafael sorgen. Den Rest besorgte allerdings Darren Fletcher, dessen Tor Milan endgültig den Rest gab (88.). Abbiati hatte sich bei einer Flanke Rafaels verschätzt, der Schotte sagte artig Danke und köpfte aus kurzer Distanz zum Endstand ein.

Danke, sagten auch die United-Fans, die noch einmal David Beckham feierten, der mit einigen Standards für Aufmerksamkeit sorgen, den richtigen Impuls aber auch nicht geben konnte. Danke, sagten sie allerdings auch der eigenen Mannschaft, die in ihren letzten 34 Champions League-Partien nur zwei Niederlagen kassierte. So endete Manchesters Spaziergang mit einem fast zu leicht verdienten Viertelfinalticket.

Sven Kittelmann

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