Lyon stürzt Real ins Tal der Tränen

Sergio Ramos (re.) bekommt den Ellenbogen von Aly Cissokho zu spüren
Real Madrid ist in der Champions League an Olympique Lyon gescheitert und damit zum sechsten Mal in Folge im Achtelfinale der Königsklasse ausgeschieden. sportal.de sah vor allem nach der Halbzeit ein starkes Gästeteam, das sich mit dem 1:1 seinen Ruf als Angstgegner der Königlichen redlich verdiente.
Rafael van der Vaart, Matchwinner am Wochenende in der Primera Division gegen den FC Sevilla, musste auf der Ersatzbank Platz nehmen, neben ihm saß einmal mehr Christoph Metzelder. Für den Niederländer stand der genesene Guti in der Startelf.
Ganze 14 Sekunden dauerte es bis zur ersten Großchance für Real. Doch Kaka scheiterte an Lyons Keeper Hugo Lloris. In der fünften Minute war der Lyon-Torwart dann aber doch geschlagen. Nach einem langen Ball Gutis kam Cristiano Ronaldo ans Leder und aus spitzem Winkel tunnelte der Portugiese Lloris.
Real hält Lyon im Klammergriff
Die Gastgeber ließen nicht locker und hatten durch Ronaldo per Kopfball nach einem Eckstoß in der elften Minute die nächste Gelegenheit. Lyon konnte sich nun aber langsam aus der Umklammerung befreien und setzte seinerseits zu den ersten erfolgsversprechenden Angriffen an.
Jérémy Toulalan brachte das Tor von Iker Casillas mit einem Schuss aus 18 Metern in Gefahr (18. Minute) und eine Minute später war der Real-Keeper bei einem schnellen Antritt Lisandro López aufmerksam und klärte vor dem heranpreschenden Angreifer.
Doch danach spielte erneut nur noch Real Madrid. In der 24. Minute blieb den Zuschauern der Torschrei im Halse stecken. Gonzalo Higuain spielte Keeper Lloris aus und brachte dann das Kunststück fertig, das Leder aus 15 Metern nicht im leeren Tor unterzubringen, sondern traf nur den rechten Pfosten.
Real verpasst zweiten Treffer
Der Argentinier hatte auch die nächste große Gelegenheit für die Königlichen, diesmal verhinderte Lloris mit einer Glanzparade den 0:2-Rückstand (28.). Danach nahm Real dann aber etwas das Tempo aus der Partie und die Franzosen konnten sich hinten neu formieren.
Die Gäste konnten zu diesem Zeitpunkt von Glück sagen, dass sie nur mit einem Treffer im Rückstand lagen. Olympique fand kein Mittel gegen die stark aufspielenden Madrilenen, die sich als einzige Kritik gefallen lassen mussten, dass sie aus ihren zahlreichen Chancen nicht mehr Tore gemacht hatten. So ging es mit der knappen Führung in die Pause.
Lyons Trainer Claude Puel reagierte auf die schwache Leistung seines Teams im ersten Durchgang und brachte nach dem Wechsel zwei frische Spieler. Kim Källström und Maxime Gonalons kamen für Jean-Alain Boumsong und Jean II Makoun in die Partie.
Lyon wie ausgewechselt
Und die Gäste hatten auch den besseren Start in den zweiten Durchgang. Nach einer Flanke von César Delgado kam Gonalons an den Ball und köpfte knapp über das Real-Tor. Der besser postierte Sidney Govou haderte mit seinem Teamkollegen (48.).
Die nächste Chance vergab der Franzose dann selbst. Eine schöne Hereingabe Källströms verzog Govou weit über das Tor (52.). Lyon war nun am Ruder und Real musste aufpassen, kein Gegentor zu kassieren. Lisandro Lopez testete Casillas mit einem Fernschuss, doch der spanische Nationalkeeper war auf dem Posten (55.).
Endlich konnte Real mal einen Entlastungsangriff fahren, Ronaldo setzte Kaka ein, doch der Neuzugang verzog mit seinem Schuss deutlich (56.). Manuel Pellegrini schickte nun die komplette Real-Ersatzbank zum Aufwärmen, neue Kräfte waren dringend nötig. Esteban Granero musste dann den Platz für Van der Vaart freimachen (62.).
Pjanic macht den Ausgleich
Der Wechsel hatte zunächst keine positive Wirkung auf das Spiel von Real, aber er brachte Lyon aus dem Tritt. So hatte die Partie nun eine ruhigere Phase. Wenn eine Mannschaft aber eine Chance hatte, dann waren es die Gäste. In der 70. Minute verpasste Cris einen Freistoß von Miralem Pjanic nur knapp.
Doch dann konnten die Gäste ihre Überlegenheit im zweiten Durchgang endlich auch in einen Treffer ummünzen. Eine schöne Kombination über Delgado und Lisandro Lopez vollendete Pjanic zum mittlerweile verdienten Ausgleich (75.). Pelligrini reagierte schnell und brachte den Champions League-Rekordtorschützen Raul für Kaka (77.).
Nach dem Ausgleich zog sich Lyon wie in der ersten Hälfte weit zurück in die eigene Hälfte und stärkte mit der Hereinnahme von Ederson für Pjanic die Defensive und auch Lyon wechselte noch einmal und Mahamadou Diarra kam für Alvaro Arbeloa (84.).
Doch am Ergebnis änderten diese Wechsel auch nichts mehr: Lyon holte in Madrid ein 1:1 und durfte sich nach dem 1:0-Sieg im Hinspiel über das Erreichen des Viertelfinales freuen.
Henning Schulz