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Bayern zufrieden mit dem Erreichen des Viertelfinales
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Ribéry und Robben jubeln

Fußballerisch lag einiges im Argen und am Ende sorgten lediglich die mehr geschossenen Auswärtstore bei der 2:3-Niederlage des FC Bayern für den Viertelfinaleinzug in der Champions League.

Trotzdem waren die Beteiligten mit dem Spiel in Florenz zufrieden. sportal.de hat vor allem die kämpferische Einstellung gefallen, sah sich aber ansonsten in seiner Analyse vom Vortag bestätigt und warnt vor der nächsten Runde.

"Es war ein sehr spannendes Spiel, das wir zwar verloren haben, aber mit dieser Niederlage können wir leben. Wir sind sehr froh, dass wir in die nächste Runde eingezogen sind", freute sich Sportdirektor Christian Nerlinger. "Jetzt sind wir erst einmal glücklich, dass wir in die Runde der letzten Acht eingezogen sind. Das war unser Ziel und das konnte man von uns erwarten", stimmte ihm Karl-Heinz Rummenigge auf der Clubhomepage zu.

Das Ergebnis stimmte am Ende. "Wir sind weiter, das ist das Wichtigste", wollte auch Louis van Gaal nach der Niederlage gegen den eigentlich in einer tiefen sportlichen Krise steckenden AC Florenz schnell zur Tagesordnung gehen. Doch - auch wenn der Gegner für das Viertelfinale erst noch ermittelt und ausgelost werden muss - der Blick muss schon langsam dahin gerichtet werden. Denn mit einer Leistung wie im Stadio Artemio Franchi wird der FC Bayern keine großen Chancen auf ein Weiterkommen eingeräumt bekommen - egal gegen wen.

Kampf und Entschlossenheit stimmen

Beeindruckend war die Entschlossenheit, mit der die zweimal am Abgrund taumelnden Bayern zurück ins Spiel fanden. Schließlich waren sie nach dem 0:2-Rückstand durch Juan Vargas (28.) sowie Stevan Jovetic (54.) eigentlich schon ausgeschieden. Doch derart unter Druck besannen sie sich im Hexenkessel des Stadio Artemio Franchi auf ihren Kampfgeist und den Willen, den Rummenigge als elementar bezeichnet hatte, um im Konzert der ganz Großen bestehen zu können und den sportal.de der Analyse angemahnt hatte.

"Wir sind ruhig geblieben", erklärte der entschlossene Mark van Bommel (sportal.de-Note 2), der mit unheimlicher Zweikampfstärke ein Zeichen setzte und auch den wichtigen Anschlusstreffer zum 1:2 (60.) schoss. Der hätte immerhin die Verlängerung bedeutet. Doch auch vom zwischenzeitlichen 1:3, erneut durch Jovetic (64.), ließen sich die Bayern nicht aus der Ruhe bringen, sondern schlugen prompt zurück. Arjen Robbens Einzelaktion mit anschließendem Traumtor (65.) brachte das 2:3 und das Weiterkommen.

Defensive bleibt das Sorgenkind

Warum es überhaupt so eng hatte werden können - die schwierigen Windverhältnisse mal beiseite gelegt - lag vor allem an der von sportal.de kritisierten Abwehr. Das gab auch Louis van Gaal zu. "Wir haben unter diesen Umständen gut gespielt, aber in der Defensive zu viele individuelle Fehler gemacht", kritisierte der Coach. "Es gab einige brenzlige Situationen vor dem Tor", gab auch Kapitän van Bommel zu. "Die Fiorentina kam durch unsere eigenen Fehler ins Spiel."

Neben dem schwächelnden Keeper Hans-Jörg Butt war hierfür vor allem Daniel van Buyten (sportal.de-Note 5,5) verantwortlich. Zum Spielaufbau steuerte der Belgier vornehmlich Fehlpässe bei und war er an zwei Gegentreffern maßgeblich beteiligt. Zunächst hatte er Vargas, dann Jovetic enteilen lassen.

Rib/Rob machen Unterschied

Auch wenn Franck Ribéry nach der Partie die "große Mannschaftsleistung" hervorhob, deutlich wurde auch in Florenz wieder, wie abhängig die Bayern von den genialen Einfällen ihres Außenduos Ribéry/Robben sind. Über weite Strecken hatten sich die beiden mit einer Doppel- und Dreifachdeckung der Fiorentiner auseinanderzusetzen und waren daher zeitweise zur Wirkungslosigkeit verdammt gewesen. Die hieraus resultierenden Freiräume für andere Spieler konnten nicht effektiv genutzt werden.

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Doch in der zweiten Hälfte konnten sie sich in den entscheidenden Situationen ihren Bewachern entziehen und waren zur Stelle: Erst leistete Ribéry an drei Italienern vorbei die geniale Vorarbeit zum Treffer von van Bommel, dann schlug Robben per Schuss aus der zweiten Reihe gnadenlos zu. Bei allem Lob, könnten die beiden aber auch selbst noch eine Spur mannschaftsdienlicher spielen. Zu oft suchen sie auch aus unmöglichen Positionen den Abschluss.

Doch das war den Mitspielern nach der Partie völlig egal. Jubelnd kniete das Team nach dem Schlusspfiff vor Robben nieder und huldigte ihrem Siegtorschützen. "Robben war nicht aufzuhalten", schrieb auch der Corriere della Sera.

Was wird nun aus Ribéry?

Und was wird aus seinem Kompagnon? Die Bayern hoffen weiter, dass das Erreichen des Viertelfinales Ribéry endgültig dazu bewegen könnte, seine Abwanderungspläne ad acta zu legen und in München vorzeitig zu verlängern. Er erklärte zwar, "zusammen können wir mit dieser Mannschaft noch viel erreichen", doch das als Bekenntnis Pro Bayern zu werten wäre wohl verfrüht. Eine Entscheidung soll erst in den nächsten Wochen fallen.

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Hier brauchen die Bayern sicher auch etwas Glück. Doch das half ihnen im Hinspiel beim Tor von Miro Klose und auch ein bisschen in Florenz, wie Bastian Schweinsteiger erklärte: "Ich weiß nicht, ob Arjens Super-Tor ohne den Wind reingegangen wäre."

Wenn es nach dem Mittelfeldspieler ginge, dürfte Fortuna gerne noch ein bisschen weiter auf Seiten der Bayern stehen. "Jetzt müssen wir schauen, was uns das Losglück beschert. Vielleicht kriegen wir noch nicht ganz so einen großen Brocken", hoffte Schweinsteiger und van Bommel ergänzte: "Wir sind noch nicht fertig. Wir haben noch einiges vor, ohne jetzt große Sprüche rauszuhauen." Doch dafür muss - egal gegen wen - eine Leistungssteigerung nicht nur auf kämpferischem Gebiet her, sonst ist das Viertelfinale gleichzeitig Endstation.

Malte Asmus

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