
Erzielte drei Tore für Arsenal: Nicklas Bendtner
Mit einem beeindruckenden 5:0 über den FC Porto hat Arsenal das Viertelfinale der Champions League erreicht. Drei Tore von Nicklas Bendtner und ein überragender Samir Nasri ließen die Abwesenheit des verletzten Cesc Fabregas fast vergessen, wie sportal.de sah.
Arsène Wenger musste auf Cesc Fabregas verzichten, der sich am Wochenende gegen Burnley verletzt hatte. Für den Kapitän spielte Abou Diaby. Das war nur eine von fünf Änderungen in der Startelf der Gunners, denn rechts hinten ersetzte Bacary Sagna Emmanuel Eboué, innen spielte Sol Campbell an Stelle von Mikael Silvestre neben Thomas Vermaelen, Alex Song kam für Denilson in die Mannschaft, und Andrey Arshavin spielte für Theo Walcott.
Für Porto ist in der portugiesischen Liga der Titelzug bei schon elf Punkten Rückstand auf Benfica eigentlich abgefahren, so konzentrierte sich Jesualdo Ferreira ganz auf die Champions League und brachte in London wieder die Spieler, die er beim 2:2 gegen Olhanense am Samstag noch geschont hatte: Raul Meireles, Hulk, Fucile, Rolando, Silvestre Varela und Nuno Coelho ersetzten Fernando Belluschi, Cristián Rodriguez, Mariano González, Maicon, Miguel Lopes und Tomas Costa.
Porto wie immer in England ohne Sieg
Die historischen Vorzeichen ergaben kein klares Bild: Porto war zuvor in 24 Versuchen noch nie aus dem Europacup ausgeschieden, wenn sie das Hinspiel gewonnen hatten. Aber sie hatten noch nie in England gewonnen. Im Emirates Stadium hätte ihnen allerdings auch ein Unentschieden gereicht.
Dass es aber nicht das aus portugiesischer Sicht erhoffte 0:0 werden würde, deutete sich schon schnell an. Denn Arsenal spielte vom Anpfiff weg druckvoll nach vorne und hatte schon vor dem 1:0 durch Nicklas Bendtner in der zehnten Minute zwei gute Chancen gehabt. Nuno Coelho hatte Samir Nasris Schuss nach Ablage von Tomas Rosicky geblockt, und Andrey Arshavin war mit einem Kopfball nach Nasri-Flanke an einer guten Parade von Keeper Helton gescheitert.
Dann aber war es so weit, als Nasri einen Steilpass durch die Schnittstelle der Innenverteidigung schickte. Dennoch wäre der durchstartende Arshavin wohl nicht an den Ball gekommen, hätte Fucile nicht seinen eigenen Torhüter überlistet und den Ball in den Lauf von Bendtner gespitzelt, der keine Mühe hatte, ins leere Tor zu treffen, nachdem er am Wochenende gegen Burnley noch Großchancen im Dutzend ausgelassen hatte. Helton wurde in dieser Szene zu allem Überfluss auch noch von Arshavin mit dem Fuß im Gesicht getroffen, konnte aber weiter spielen.
Chancen zu 5:0 noch vor der Pause
Porto versuchte nun etwas aktiver zu werden, aber das nächste Tor fiel nach 25 Minuten wieder auf der eigenen Seite, als Arshavin drei Gegenspieler aussteigen ließ und dann flach auf Bendtner ablegte, der am langen Pfosten nur noch einzuschieben brauchte. Zwischen den beiden Toren hatte Diaby einen Schuss nur knapp über die Latte gesetzt, im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit zielte Arshavin knapp übers Tor, und Helton rettete gegen einen Schuss von Bendtner, einen Kopfball von Diaby und kurz vor der Pause gegen Nasris Flachschuss.
Mit der hoch verdienten Halbzeitführung für die Gunners ging es in die Kabinen, in denen Traineraltmeister Jesualdo Ferreira, den Jose Mourinho einst als "Esel" verunglimpft hatte, sein ganzes Können aufbieten musste, um seine unterlegene Mannschaft für die zweite Spielhälfte einzustellen. Immerhin reichte seinem Team ein einziger eigener Treffer für die Verlängerung.
Zu diesem Zweck brachte Ferreira mit Cristian Rodriguez für Nuno Coelho einen offensiveren Mann im Mittelfeld. Und der Uruguayer hatte in der von Porto zunächst etwas aktiver geführten zweiten Halbzeit die Chance zum Anschlusstreffer, aber sein Kopfball in der 61. Minute wurde vom allgegenwärtigen Nasri auf der Torlinie geblockt.
Samir Nasri in Weltklasseform
Nur zwei Minuten später machte der Franzose dann mit einem Traumtor alles klar. Von rechts in den Strafraum dribbelnd umspielte er Alvaro Pereira, Raul Meireles und Bruno Alves, ehe er den Ball aus spitzem Winkel an Helton vorbei in die lange Ecke schlenzte. Damit war die Entscheidung gefallen, und sogar Eboué, der inzwischen für den verletzten Rosicky eingewechselt worden war, durfte sich noch in die Torschützenliste eintragen, als er einen Konter in der 66. Minute zum 4:0 abschloss.
Damit war das Ergebnis erreicht, das es an gleicher Stelle auch bei Portos letztem Besuch in der Gruppenphase der Champions League vor eineinhalb Jahren gegeben hatte. Bei diesem blieb es fast bis zum Ende. Dann rannte Fucile Eboué um, und es gab in der Schlussminute noch einen Foulelfmeter für Arsenal. Bendtner vollstreckte in die linke Ecke und machte seinen Hattrick komplett.
Weder ein vors Gesicht gebundener blau-weißer Portoschal noch eine Dauerkarte bei Tottenham Hotspur hätten den Eindruck verhindern können, dass die Gunners nicht nur hoch verdient in der Runde der letzten acht stehen, sondern in dieser Form durchaus als Geheimfavorit auf den Titel gelten können. Es wird allerdings auch schwerere Gegner geben als den Tabellendritten der portugiesischen Liga.
Daniel Raecke