Trotz einer wenig überzeugenden Vorstellung konnte der Hamburger SV sein Heimspiel mit 1:0 (1:0) gegen Hertha BSC Berlin gewinnen und seine internationalen Ambitionen untermauern.
Nationalspieler Marcell Jansen (40. Minute) sorgte mit seinem Treffer vor 53.905 Zuschauern dafür, dass für die Hertha (15 Punkte) der drohende Absturz in die Zweitklassigkeit immer näher rückt.
Erst kurz vor Anpfiff hatte sich der Einsatz von HSV-Keeper Frank Rost geklärt. Nach seiner Ellenbogenprellung stand der Routinier wie der fehlende Nationalspieler Jerome Boateng (Oberschenkelprobleme) zunächst nicht auf dem Aufstellungsbogen, gab aber beim Warmschießen Entwarnung. Anders als in der unmittelbaren Spielvorbereitung bekam Rost im ersten Durchgang nicht viel zu tun. Nur bei einem unplatzierten Kopfball und einem Linksschuss von Herthas einzigem Angreifer Adrián Ramos (14./33.) musste der 36-Jährige eingreifen.
Keine Ideen und viele Fehlpässe
Stattdessen prägten Ideenlosigkeit und Fehlpässe die Darbietung auf beiden Seiten. Insbesondere das HSV-Angriffsspiel hakte anfangs. Ohne Nationalspieler Piotr Trochowski, dem Labbadia bis zur 70. Minute Youngster Tunay Torun vorzog, gab es für die beiden Sturmspitzen Mladen Petric und Eljero Elia kaum verwertbare Zuspiele.
Kurz vor der Pause drückten die Hausherren dann aber nochmals aufs Tempo - und wurden prompt belohnt. Nach einem Solo von Torun, der seinen Startelf-Einsatz rechtfertigte, landete der Ball bei Jansen. Der Linksfuß ließ sich diese Chance nicht entgehen und erzielte sein sechstes Saisontor. 60 Sekunden später hätte Elia, der für den grippekranken Schweden Marcus Berg in den Angriff gerückt war, auf 2:0 erhöhen können.
Der Keeper gab kurz vor dem Anpfiff sein Okay für den Einsatz und war in den wichtigen Momenten da. Wackelte leicht bei Ramos' Schuss in der 33. Minute, ansonsten aber mit souveränem Spiel. Bügelte in der 61. Minute den Fehler von Elia aus.
Am Ende spielte nur noch Hertha
Nach Wiederanpfiff kamen beide Teams etwas engagierter aus der Kabine. Nachdem Petric, für den Ruud van Nistelrooy ab der 64. Minute sein Heimdebüt in der Liga feierte, nach 34 Sekunden in Rücklage den Ball auf die Tribüne gedroschen hatte, war Ramos auf der Gegenseite einem Treffer näher. Nach einem verunglückten Torschuss von Cicero traf der Kolumbianer aber aus vier Metern nur die Querlatte (49.) - zum Ärger von Friedhelm Funkel, dem die Club-Spitze vor seinem 450. Bundesliga- Spiel als Coach am Donnerstag in einer Krisensitzung das Vertrauen ausgesprochen hatte.
Stimmen zum Spiel:
1/3
Friedhelm Funkel: "Ich glaube der HSV weiß überhaupt nicht, warum er das Spiel gewonnen hat."
Doch obwohl Funkel in der Endphase mit der Einwechslung der Angreifer Artur Wichniarek und Theofanis Gekas alles auf eine Karte setzte, blieb die Schlussoffensive wirkungslos. Der wenig überzeugende HSV rettete die Führung über die Zeit und hielt so die Verfolger Borussia Dortmund und Werder Bremen auf Distanz.
Fünf Niederlagen in Serie und vor allem die 0:5-Packung in Stuttgart waren eine zu große Hypothek für Michael Skibbe. Hertha BSC hat die Notbremse gezogen und zum zweiten Mal den Trainer entlassen, als Interimstrainer werden René Tretschok und Ante Covic fungieren.