Marcell Jansen erzielte das wichtige 1:0 für die Hamburger
Für den Hamburger SV war gleich die erste Hürde in den K.o.-Runden der Europa League eine sehr hohe. Der PSV Eindhoven wollte alles daran setzen, dem HSV den Weg in das in Hamburg stattfindende Finale zu verbauen. Im Hinspiel gelang das noch nicht, denn Hamburg gewann mit 1:0.
Auf den Anblick ihres neuen Topstürmers, Ruud van Nistelrooy, mussten die Hamburger Fans zu Beginn der Partie noch verzichten, stattdessen begannen beim Gastgeber in vorderster Reihe Marcus Berg und Mladen Petric. Einzige sonstige Veränderung war der Startelf-Platz für Robert Tesche, der anstatt von Piotr Trochowski im rechten Mittelfeld in die Mannschaft gerückt war.
Beim PSV Eindhoven stand die Top-Elf auf dem Platz, die in der holländischen Ehrendivision nach 23 Spieltagen ungeschlagen an der Tabellenspitze steht, unter anderem mit den beiden Ex-Bundesligaspielern Orlando Engelaar und Danko Lazovic.
Hamburger Führung per Elfmeter
Die ersten 20 Minuten bestanden für beide Teams aus gegenseitigem Abtasten. Der HSV versuchte als erste Mannschaft, etwas im Spiel nach vorne zum Laufen zu bringen, allerdings ohne sich dabei zwingende Möglichkeiten herauszuspielen. Die Taktik des letztjährigen Halbfinalisten schien allerdings klar zu sein. Über die rechte Abwehrseite der Holländer sollte Marcell Jansen mit Flanken und Sololäufen in die Mitte für Gefahr sorgen. Die Holländer hingegen verließen sich auf das für sie typisch abwartende Spiel, um immer wieder mit Kontern und Standardsituationen für Gefahr zu sorgen.
Die erste gute Chance der Partie hatten dann auch die Gäste, als der Ungar Balazs Dzsudzsak einen Freistoß direkt auf den Kopf von Orlando Engelaar zirkelte. Dessen Kopfball zwang Torhüter Frank Rost zu einer sensationellen Parade, sonst wäre der Ball oben ins linke Toreck gesegelt (21.). Diese Aktion diente aber scheinbar als Weckruf für die Hamburger. Petric konnte sich auf der linken Seite durchsetzen und in den Strafraum eindringen, wo ihn Stanislav Manolev etwas ungeschickt von den Beinen holte. Den fälligen Elfmeter konnte Jansen souverän zum 1:0 ins linke, untere Eck verwandeln (26. Minute).
Eindhoven ratlos gegen kompakte Hamburger
Auf der anderen Seite hatten die Hamburger in einer ähnlichen Szene sehr viel mehr Glück als der PSV. Lazovic drang von links in den Strafraum des HSV ein, und nachdem ihn Joris Mathijsen unsanft von den Beinen holte, erwarteten alle Spieler den Elfmeterpfiff. Schiedsrichter Claudio Circhetta hatte es allerdings anders gesehen, und ließ das Spiel weiterlaufen (30.).
Obwohl Eindhoven nach dem Gegentor für eine kurze Zeit die aktivere Mannschaft war, konnten sie sich keine eindeutigen Chancen erspielen. Schüsse von Engelaar (35.) und Bakkal (40.) brachten Torwart Rost nicht in Verlegenheit, und so gingen beide Teams mit dem 1:0 für die Hamburger in die Pause.
Der HSV fand nach der Pause sofort wieder zu seinem druckvollen Spiel nach vorne. Zunächst konnte sich Jansen toll im Mittelfeld durchsetzen und Petric bedienen, der allerdings mit seinem satten Schuss an Eindhovens Schlussmann Andreas Isaksson scheiterte (48.), dann kam David Rozehnal nach einer Ecke zum Schuss, aber auch dieser wurde von Isaksson entschärft (49.). Aber auch der PSV stellte die Vorsicht an die Seite und begann, mit offenem Visier nach vorne zu spielen. Sowohl Lazovic als auch der Schwede Ola Toivonen brachten den Ball aber nach Flanken von Dzsudzsak nicht im Tor unter. (51.,52.).
Stimmen zum Spiel:
1/2
Ruud van Nistelrooy: "Es war schwer heute. Wir haben nicht viele Chancen kreiert. Wichtig war, dass wir 1:0 gewonnen haben. In Eindhoven müssen wir ein Tor schießen."
Van Nistelrooy kommt - und trifft nicht
Bis auf die Einwechslung von Ruud van Nistelrooy und seinem fast obligatorischen Torschuss bei der ersten Ballberührung (64.) folgte eine zerfahrene Phase im Spiel, in der beide Teams mehr durch Kampf als durch spielerische Finessen auffielen. Dann allerdings schien der PSV zu merken, das es vielleicht doch noch etwas zu holen geben könnte, und forcierte seine Offensivbemühungen wieder mehr. Zunächst konnte sich einmal mehr Dzsudzsak, der Guy Demel auf der rechten Abwehrseite teilweise schwindelig spielte, durchsetzen und eine Flanke in den Lauf von Toivonen bringen.
Auch dessen Abschluss war sehenswert, allerdings konnte Frank Rost den Schuss mit einer Glanzparade um den Pfosten lenken (74.). Gleich im Anschluss hatten sowohl der eingewechselte Andre Ooijer, der wiederum an Frank Rost scheiterte (76.) sowie Lazovic mit einer tollen Direktabnahme, die aber knapp neben dem Tor landete (76.) große Chancen zum Ausgleich für den PSV.
Danach sah es so aus, als hätte sich der PSV mit dem Ergebnis abgefunden, während die Hamburger sich zumindest mühten, noch einige gute Offensiv-Aktionen zu zeigen. Von Erfolg waren die Bemühungen allerdings nicht gekrönt, und so blieb es am Ende beim aus HSV-Sicht durchaus gerechten 1:0-Sieg für die Hausherren.
Die deutschen Europa League-Teams haben machbare Gegner für die Zwischenrunde zugelost bekommen. Schalke erwartet Champions League-Absteiger Plzen, Hannover muss Christoph Daums neues Team ran.