Marko Marin konnte sich gegen Theo Janssen, den bestern bei Enschede, nicht durchsetzen
Im Hinspiel der Runde der letzten 32 Mannschaften in der Europa League musste Werder Bremen die nur 150 Kilometer weite Anreise nach Enschede zum FC Twente auf sich nehmen. Bei den vorherigen fünf Reisen zu Spielen nach Holland war Werder weniger erfolgreich gewesen, so gab es nur ein Unentschieden bei vier Niederlagen.
Diese Bilanz sollte am heutigen Abend verbessert werden, was sich aber als unerreichbares Vorhaben herausstellte. Stattdessen mussten die Bremer am Ende froh sein, nicht höher als nur mit 0:1 durch einen Treffer von Theo Janssen verloren zu haben.
Angetreten mit ihren jeweils besten Mannschaften, verlief die Anfangsphase des Spiels für beide Teams nach dem üblichen Muster: Abwarten, abtasten und schauen, wie der Gegner steht. Der erste Torschuss war folgerichtig auch ein Fernschuss aus etwa 30 Metern von Aaron Hunt, der das Tor allerdings um 3 Meter verfehlte (11. Minute).
Im Gegenzug machte dann auch Enschedes Offensive auf sich aufmerksam, der gute Angriff über Theo Janssen und den vom FC Chelsea ausgeliehenen Miroslav Stoch landete zwar bei dem frei vor dem Tor wartenden Blaise Nkufo, wurde jedich von Schiedsrichter Lucillio Cardoso Cortez Batista aus Portugal wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen (12.).
Werder zu Beginn mit viel Schwung
Ein Sprint von Torsten Frings mit Ball über das halbe Feld eröffnete die nächste gute Situation für die Bremer. Nachdem Torwart Sander Boschker den Schuss des Werder-Kapitäns nicht festhalten konnte, stand Marko Marin plötzlich frei vor dem Tor, konnte den Ball aber nicht im Gehäuse unterbringen (22.).
Auch an der nächsten Szene war der sehr lebendige Marin beteiligt. Ein Anspiel in den Strafraum ließ er geschickt durch die Beine gleiten, und der am langen Pfosten wartende Petri Pasanen kam nur einen Schritt zu spät, so dass der Ball knapp am Pfosten vorbei strich (24.).
Aber auch Enschede drängte jetzt etwas mehr. Einen Freistoß von der linken Seite brachte Janssen direkt aufs Tor anstatt zu flanken, und Tim Wiese musste sich größte Mühe geben, den Ball gerade eben noch an die Latte zu lenken (27.).
Janssen mit dem Führungstreffer
Trotz der Chance schaffte es Werder immer besser, sich eine Feldüberlegenheit herauszuspielen, und kam auch zu weiteren Chancen. Die beste vergab Pizarro, der nach einem Abwehrfehler der Enscheder aus acht Metern an einer tollen Parade von Boschker scheiterte (34.). Und wie es so oft ist, rächten sich die vergebenen Chancen umgehend.
Ein Solo von Theo Janssen schloß der Mittelfeldspieler der Holländer mit einem fulminanten Schuss aus 25 Metern ab, der unhaltbar für Tim Wiese zum 1:0 im rechten Toreck einschlug (38.). Dem Torwart konnte man hier keinen Vorwurf machen, eher schon Frings und Niemeyer, die Janssen im Mittelfeld nicht angegriffen hatten. Außer einem Freistoß von Naldo, der knapp über das Tor strich (44.), hatte Werder vor der Pause nichts mehr entgegenzusetzen.
Stimmen zum Spiel:
1/2
Thomas Schaaf: "Wir haben den Gegner zu viel spielen lassen. Die Möglichkeiten, die wir hatten, haben wir nicht genutzt."
Werder nach der Pause mit zu wenig Spielfluss
Nach der Pause war zu erkennen, dass Werder sich hier nicht verfrüht geschlagen geben wollte. Die drei Ecken zu Beginn der zweiten Halbzeit brachten aber alle keinen zählbaren Erfolg, und so war es zunächst eine tolle Einzelaktion von Niemeyer, die das Tor der Gastgeber in Gefahr brachte.
Nach einem Anspiel von rechts konnte er an der Strafraumgrenze seinen Gegenspieler abschütteln und den Ball aufs linke Toreck schlenzen. Boschker musste alle Mühe aufbringen, um das Geschoss seines ehemaligen Teamkollegen knapp neben den Pfosten zu lenken (51.).
In einem immer munterer werdenden Spiel gehörte die nächste Aktion wieder den Gastgebern. Erneut war es Janssen, der an der Strafraumgrenze ungestört an den Ball kam. Seinen Schuss aus 18 Metern konnte Tim Wiese nur mit einer Weltklasseparade entschärfen (55.).
Enschede schaffte es in der Folge immer besser, den Schwung des Werder-Spiels zu unterbinden. Lediglich Einzelaktionen - wie ein Schuss von Pizarro, der allerdings einen Meter neben dem Tor landete (66.) - sorgten für Gefahr. Wer in der Schlussviertelstunde auf einen Offensivwirbel der Bremer gehofft hatte, sah sich bitter enttäuscht.
Kaum gute Ideen, ungenaue Pässe und überhastete Abschlussversuche charakterisierten das Spiel der Grün-Weißen. So blieb es dann am Ende auch beim 0:1, wobei es nach Chancen von Nkufo (84., 90.+1) und Ruiz (90. +2) auch eine durchaus höhere Niederlage für die Bremer hätte geben können.
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