Hiddink wird türkischer Nationaltrainer

Guus Hiddink war bereits Anfang der Neunziger in der Türkei
Guus Hiddink hat nach Aufenthalten in Südkorea, Australien und Russland seinem Resümé ein weiteres Land hinzugefügt: Der 63-Jährige übernimmt die türkische Nationalmannschaft und soll diese zur EM 2012 führen.
Wie der türkische Fußballverband TFF in Istanbul mitteilte, wird Hiddink einen Vertrag bis August 2012 mit einer Option auf zwei weitere Jahre unterschreiben. Hiddink hat damit nur vier Tage nachdem er ankündigte, als Nationaltrainer Russlands in diesem Sommer aufzuhören, einen neuen Job.
Sein Vertrag in Russland endet am 30. Juni, sein Kontrakt in der Türkei beginnt am 1. August. Als Assistenztrainer stehen ihm der frühere Nationalmannschaftskapitän Oguz Çetin und ein Niederländer zur Seite, der noch benannt werden soll. Der ehemalige Torhüter Engin Ipekoglu wird Torwart-Trainer.
Hiddink kennt sich aus
Die Türkei ist für Globetrotter Hiddink keine völlig Unbekannte: In der Spielzeit 1990/91 trainierte er Fenerbahçe Istanbul. "Guus ist nicht neu in der Türkei", sagte sein Agent Cees van Nieuwenhuizen in der Zeitung de Volkskrant. "Er wird sicher wissen, wo er anfangen muss."
Die Türkei war Deutschland vor zehn Tagen als Gegner in der EM-Qualifikation zugelost worden. Mit der Sbornaja war Hiddink, der eine Zeit lang parallel auch noch den FC Chelsea trainierte, Kontrahent der deutschen Auswahl in der Qualifikation zur WM in Südafrika. Der EM-Halbfinalist von 2008 scheiterte aber - wie die Türkei. Deren Coach Fatih Terim räumte anschließend seinen Posten.
Trap und Löw im Gespräch
Als Nachfolger wurden verschiedene Namen genannt - darunter auch der des ehemaligen Bundesliga-Trainers Giovanni Trapattoni und von Bundestrainer Joachim Löw. Hiddink war zuletzt mit einigen Top-Clubs in Verbindung gebracht und als Trainer Nigerias gehandelt worden.
Das Testspiel am 3. März in Ungarn wird für Hiddink eine der letzten Begegnungen an der Seitenlinie der Sbornaja werden. Russlands Qualifikationsspiele zur EM 2012, unter anderem gegen die Slowakei und Irland, werden ihn nicht mehr betreffen. Dafür warten auf dem Weg zu dem Turnier in Polen und der Ukraine von September an neben Deutschland auch noch Österreich, Belgien, Kasachstan und Aserbaidschan.