Heftig wurde nach dem Schlusspfiff in Mönchengladbach diskutiert. Schiedsrichter Florian Meyer sorgte mit seinen umstrittenen Entscheidungen für Zündstoff beim 2:1 (1:0)-Sieg der Fohlen über den Club aus Nürnberg.
Vor fünf Jahren hatte Borussia Mönchengladbach zuletzt gegen den Club vor eigenem Publikum gewonnen. Nach der Niederlage in Mainz wollten die Fohlen den Tabellen-17. unbedingt auf Distanz halten. Dabei musste Michael Frontzeck auf zwei Stammspieler verzichten. Thorben Marx (Oberschenkel) und Tobias Levels (gesperrt) wurden durch Marcel Meeuwis und Tony Jantschke ersetzt.
Die Gäste traten mit der Elf an, die zuletzt knapp gegen den VfB Stuttgart verloren hatte. Keeper Raphael Schäfer war noch rechtzeitig trotz einer tiefen Fleischwunde an der linken Wade fit geworden. Das Ziel der Gäste war klar. Ein Sieg mit zwei Toren Differenz wäre gleichbedeutend mit dem Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz gewesen. Zuletzt hatte der Club am 13. Spieltag auf dem rettenden Ufer gestanden.
Guter Start für die Fohlen
Die Hausherren gaben nach vier Minuten den ersten nennenswerten Schuss ab. Nach einem Mickael Tavares-Ballverlust spielte Juan Arango den Ball steil in die Spitze, wo Roberto Colautti aber den Schäfer-Kasten verfehlte. Sturmkollege Raul Bobadilla bekam sieben Minuten später den Ball von Colautti sechs Meter vor dem Tor aufgelegt. Der Doppeltorschütze aus dem letzten Heimspiel traf aber das Leder nicht richtig und setzte es neben das Tor.
Roel Brouwers leitete mit einem langen Schlag die nächste Chance ein. Empfänger Bobadilla schlug noch einen Haken, verfehlte aber aus zwölf Metern das rechte Toreck haarscharf. Der folgende Angriff führte zum verdienten 1:0 (27.). Michael Bradley schickte per Traumpass Marco Reus, der von Schäfer nach außen abgedrängt wurde. Von der Torauslinie spielte das Talent das Spielgerät aber flach ins Zentrum, wo Javier Pinola und Andreas Wolf gegen Colautti zu spät kamen.
Der Gladbacher Schlussmann war bei Distanzschüssen immer zur Stelle und strahlte viel Sicherheit aus. Allzu große Mühe bereiteten ihm die Abschlüsse der Gäste aber auch nicht. Beim Gegentreffer schuldlos.
Schwacher Angriff der Gäste
Die Angriffsbemühungen der Nürnberger hielten sich in Grenzen. Aufgrund zahlreicher leichter Ballverluste in der Vorwärtsbewegung kamen die Franken in den ersten 40 Minuten niemals gefährlich vor des Gegners Tor.
Dies sollte sich auch bis zum Pausenpfiff nicht mehr ändern. Zufrieden schickten 34.297 Fans die Spieler mit Applaus in die Kabinen.
Paukenschlag nach der Pause
Dieter Hecking reagierte mit einem Doppelwechsel zu Wiederbeginn. Mike Frantz und Marcel Risse ersetzten die enttäuschenden Marek Mintal und Christian Eigler.
Dass der Club einen Torjäger par excellence in den eigenen Reihen hat, wurde den Fans im Borussia-Park in der 47. Minute bewusst. Eine Freistoßflanke von Joker Risse landete bei Bunjaku, der seine Qualitäten zeigte, sich gegen Brouwers durchsetze und aus sechs Metern zum Ausgleich einschoss. 45 gute Gladbacher Minuten waren somit Makulatur nach Bunjakus elftem Saisontor.
Wütende Angriffe der Borussen
Der Gastgeber reagierte mit wütenden Angriffen. Schäfer musste mehrmals gefährliche Situationen bereinigen. Bei Bobadillas Alleingang konnte er eingreifen, da dem Stürmer der Ball versprang. Brouwers Kopfball nach einer Ecke lenkte der Schlussmann in höchster Not über die Latte.
Glück hatten die Nürnberger in der 62. Minute, als eine Reus-Flanke im Strafraum gegen den Oberarm Brenos prallte, die Pfeife von Florian Meyer aber stumm blieb. Gegen den heftig protestierenden Bobadilla zückte der Schiedsrichter dann aber die Gelbe Karte.
Anschließend stand erneut Schäfer im Mittelpunkt, der eine Direktabnahme von Arango entschärfte. Der Club versäumte es in dieser Phase wie schon im ersten Durchgang eigene Akzente zu setzen, womit es für die Deckung selten Entlastung gab.
Umstrittenes 2:1
Frontzeck setzte 17 Minuten vor dem Ende ein Signal, indem er seinen Sturm austauschte. Karim Matmour und Rob Friend sollten den Druck auf das Tor der Gäste noch einmal erhöhen. Der Trainer bewies dabei ein goldenes Händchen, profitierte aber auch von einer Fehlentscheidung Meyers.
Der Schiedsrichter ahndete ein Foulspiel Matmours an Schäfer im Fünfmeterraum nicht. Im Luftkampf rasselte der Joker mit dem Keeper zusammenen, lenkte den Ball so mit der Schulter auf den zweiten Joker weiter. Friend hatte keine Probleme den Ball über die Linie ins leere Tor zu schieben. Resultat war ein Wutausbruch Heckings, der sein Team in dieser Szene zu Recht benachteiligt sah.
Matmour verpasst Entscheidung
Stimmen zum Spiel:
1/6
Dieter Hecking: "Das geschah im Hoheitsgebiet des Torwarts. Fast jeder im Stadion hat gesehen, dass der Treffer nicht hätte zählen dürfen."
Acht Minuten vor dem Ende spielte Arango Matmour im Strafraum frei. Der Stürmer brauchte aber bei der Ballannahme zu lange, so dass der gute Schäfer dazwischen grätschte und einen Konter seines Teams einleitete, den Brouwers gegen Bunjaku in letzter Sekunde vor dem Tor unterband.
Den knappen Vorsprung rettete die Elf vom Niederrhein über die Zeit und setzte somit einen wichtigen Stein ins Fundament für den Klassenerhalt ein. Der Gast aus Nürnberg beschwerte sich auch nach dem Schlusspfiff vehement bei Schiedsrichter Meyer, der ihnen einen Punktgewinn mit seiner Fehlentscheidung verwehrte, womit man als Tabellenvorletzter am nächsten Spieltag den FC Bayern München empfangen wird.