Bremen auf dem Weg nach Berlin

Claudio Pizarro konnte sich nur selten durchsetzen
Werder Bremen hat als erstes Team das Halbfinale im DFB-Pokal erreicht. Gegen die TSG 1899 Hoffenheim gewannen die Hanseaten mit 2:1 und stehen zum 20. Mal in der Vorschlussrunde des Pokals. sportal.de sah einen verdienten Bremer Sieg.
Vor 25.753 Zuschauern im Weserstadion erzielten Naldo (27. Minute) und Hugo Almeida (76.) die Treffer für Bremen, während Prince Tagoe (73.) für Hoffenheim zum zwischenzeitlichen Ausgleich traf.
Auf dem schneebedeckten Rasen im Bremer Weserstadion hatten vor allem die Gastgeber Mühe, auf dem glatten Boden ins Spiel zu kommen. Es dauerte einige Minuten, bis die ersten Kombinationen auf das Hoffenheimer Tor rollten. Der Gast stand sehr tief und ließ das Heimteam zunächst kommen.
Özil zu unkonzentriert
Die erste Chance hatten so auch die Grün-Weißen. Clemens Fritz setzte sich energisch auf der rechten Seite durch, sein Pass in die Mitte fand Mesut Özil, doch der Schuss des Bremer Spielmachers aus zwölf Metern blieb an einem Hoffenheimer Abwehrbein hängen (6. Minute). Zwei Minuten später kam Claudio Pizarro bei einer scharfen Hereingabe von Torsten Frings einen Schritt zu spät.
Danach wagten sich die Gäste an die Offensive und wurden beinahe dafür bestraft. Özil lief auf halblinks allen auf und davon, doch sein unkonzentrierter Pass auf Pizarro in der Mitte war viel zu ungenau und Hoffenheim konnte zur Ecke klären (9.).
Hoffenheim postierte sich mit acht Spielern um den eigenen Strafraum herum und machte Werder die Räume eng. So versuchte das Team von Thomas Schaaf, die Gäste aus der Reserver zu locken und ließ sich seinerseits etwas zurückfallen, doch ohne Erfolg. Die TSG blieb ihrem Defensiv-Bollwerk treu. Das Spiel verflachte nun zusehends.
Naldo in den Winkel
Eine Standardsituation brachte Werder dann aber doch die verdiente Führung. Einen Freistoß von halblinks zirkelte Naldo aus 18 Metern unhaltbar in den Torwinkel (27.). Timo Hildebrand war bei diesem Gegentreffer ohne Chance.
Durch den Rückstand war Hoffenheim nun gezwungen, etwas für die Offensive zu machen und hätte nach einem Freistoß auch beinahe den Ausgleich erzielt, doch der Kopfball Per Nilssons strich knapp am Tor von Tim Wiese vorbei (33.). Das Tor gab der Werder-Defensive keine Sicherheit, wie so oft in den vergangenen Wochen offenbarte sie einige Unsicherheiten, doch noch konnte Hoffenheim daraus kein Kapital schlagen.
Werder überstand diese Drangperiode der Gäste. Durch viele Fouls wurde die Partie immer wieder unterbrochen und es kam nun kein Spielfluss mehr auf. Boris Vukcevic hatte noch eine gute Chance für die Gastmannschaft, doch sein Schuss konnte noch zur Ecke abgefälscht werden (43.). Mit der knappen Führung für die Heimmannschaft ging es dann in die Pause.
Wiese muss draußen bleiben
Nach der Pause musste Wiese in der Kabine bleiben. Der Bremer Keeper hatte sich einen Nerv eingeklemmt. Für ihn kam Christian Vander in die Partie. Nur wenige Sekunden im zweiten Durchgang waren absolviert, als Werder beinahe den zweiten Treffer nachgelegt hätte, doch Marko Marins Heber konnte Hildebrand mit den Fingerspitzen aus dem Tor fischen.
Das Spiel begann im zweiten Durchgang wesentlich ausgeglichener als zu Beginn des Spiels. Hoffenheim versteckte sich nun keineswegs und auch Bremen spielte weiter nach vorne und so entwickelte sich in den ersten Minuten nach der Halbzeit eine flotte Partie. Zwingende Torchancen konnten sich die Teams aber nicht erspielen. Einzig Carlos Eduardo konnte Vander mit einem Fernschuss prüfen, doch der Bremer Keeper parierte sicher (67.).
In der 71. Minute nahmen die Trainer die ersten Wechsel vor. Bei Werder Bremen kam Hugo Almeida für den blassen Özil in die Partie und Ralf Rangnick brachte Prince Tagoe für Vukcevic in die Partie und nur 89 Sekunden nach seiner Einwechslung sorgte der Ghanaer für den Ausgleich. Eine Flanke von links köpfte er völlig unbedrängt aus Kurzdistanz ins Bremer Tor (73.).
Hugo Almeida erzielt den Siegtreffer
Doch weitere drei Minuten später war auch der Bremer Einwechselspieler erfolgreich. Bremen spielte Hugo Almeida geschickt frei, der Portugiese nahm aus 18 Metern Maß und ließ Hildebrand mit seinem Kracher keine Chance (76.). Die Bremer Fans dankten es ihrem Liebling mit minutenlangen Gesängen.
Bremen setzte nun auf die Defensive und hoffte, mit einem Konter den entscheidenden Treffer zu setzen, doch die spielstarken Hoffenheimer bereiteten der Werder-Abwehr große Probleme und entlastende Angriffe blieben Mangelware. Der Ball ging meist bereits im Mittelfeld schnell wieder verloren.
Doch es blieb beim verdienten Bremer Erfolg und die Grün-Weißen stehen zum 20. Mal im Pokal-Halbfinale und dürfen weiter auf den siebten Erfolg hoffen. Hoffenheim dagegen verpasste sein erstes Semifinale.
Henning Schulz