Debatte über Referees überschattet Titelkampf

Seydou Keita kann die Entscheidungen nicht fassen
Trotz des 2:1-Erfolges gegen den FC Getafe gab es nicht nur glückliche Gesichter beim FC Barcelona. Verletzungen und zweifelhafte Schiedsrichterentscheidungen überschatteten den Sieg.
Barcelona zu neunt gegen zwölf Mann?
Der Titelkampf in der spanischen Liga zwischen dem FC Barcelona und Real Madrid wird von einer Debatte über angeblich parteiische Schiedsrichter überschattet. Bei Barças 2:1 (1:0)-Sieg über den FC Getafe sahen die Katalanen sich massiv vom Referee benachteiligt, der mit Gerard Piqué und Rafael Márquez gleich zwei Abwehrspieler des spanischen Meisters und Champions-League-Siegers vom Platz gestellt hatte. "Barça spielte mit neun Mann gegen zwölf und holte trotzdem drei Punkte", meinte das in Barcelona erscheinende Fachblatt Sport.
Real gewann sein Punktspiel gegen Espanyol Barcelona ohne große Mühe 3:0 (2:0) und liegt damit mit 50 Punkten weiterhin fünf Zähler hinter Tabellenführer Barça zurück. Das Publikum im Camp-Nou-Stadion schwenkte aus Protest gegen die Entscheidungen des Referees Fernando Teixeira weiße Taschentücher. Die Barça-Fans hielten dem Arzneimittel-Vertreter vor, einer Kampagne der Madrider Sportpresse auf den Leim gegangen zu sein.
Verschwörungstheorien aus Madrid
Die Zeitungen As und Marca verbreiten seit Monaten eine Art von Verschwörungstheorie, wonach der Präsident des spanischen Fußball-Verbandes (RFEF), Angel María Villar, den Schiedsrichtern den Auftrag gegeben haben soll, gegen Real und für Barça zu pfeifen. As schuf dafür den Ausdruck "Villarato" (Villar-Regime), der inzwischen zum beherrschenden Thema im spanischen Fußball wurde. Die Verfechter dieser Verschwörungstheorie berufen sich darauf, dass der RFEF-Chef - der oberste Herr der spanischen Schiedsrichter - gegen die Stimme Reals, aber mit der Unterstützung Barças wiedergewählt wurde.
Barça-Coach Josep Guardiola will von solchen Spekulationen nichts wissen: "Mir kann niemand einreden, dass wir unsere sechs Titel im vorigen Jahr den Schiedsrichtern zu verdanken haben." Für die Fans stand jedoch fest, dass der Referee sich von der Madrider Pressekampagne beeinflussen ließ und nun beweisen wollte, dass er mit dem "Villarato" nichts zu tun hat.
Gabriel Milito nach zwei Jahren wieder in der Stammelf
In der Partie gegen Getafe schien der Titelverteidiger alles gegen sich zu haben. Er musste nicht nur Platzverweise für Piqué (25.) und Márquez (90.) verkraften, sondern auch die Verletzungen von Daniel Alves und Yaya Touré. Aber die Katalanen hatten in ihren Reihen einen Lionel Messi in Weltklasseform, der die Partie aus dem Feuer riss.
Der Weltfußballer des Jahres 2009 brachte Barça in Führung (6.) und bereitete das 2:0 durch Xavi (66.) vor. Den Gegentreffer erzielte Roberto Soldado (90. Foulelfmeter). Der glücklichste Fußballer auf dem Platz dürfte Gabriel Milito gewesen sein. Der Argentinier, dessen Karriere nach einer schweren Knieblessur ein vorzeitiges Ende drohte, stand erstmals seit fast zwei Jahren bei Barça wieder in der Stammelf und lieferte eine tadellose Partie.