Ghana traut sich Sieg im Finale zu

Asamoah Gyan war der Schütze des entscheidenden Tors gegen Nigeria
Ghana jubelt über den ersten Einzug ins Finale des Afrika Cup seit 1992: Nach dem 1:0-Sieg über den Favoriten Nigeria im westafrikanischen Halbfinal-Derby trauen sich die Black Stars nun auch den Finaltriumph zu. "Wir können das Unmögliche erreichen", sagte Ghanas Rechtsverteidiger Samuel Inkoom dem Internetportal Ghanasoccernet. "Wir sind bereit für den Titel." Der erst 19-Jährige, der im vergangenen Jahr bereits mit dem U20-Nachwuchs des westafrikanischen Landes Weltmeister wurde, spielt für den Schweizer Spitzenclub FC Basel.
"Es ist unglaublich", sagte Stürmer Asamoah Gyan, der das Siegtor für Ghana erzielte. Die Mannschaft habe es nach dem verletzungsbedingten Ausfall vieler Schlüsselspieler allen Kritikern gezeigt. "Wir sind ein junges Team und kaum jemand hätte uns den Finaleinzug zugetraut", sagte der 24-Jährige, der für den französischen Verein AS Rennes spielt.
Von Glück keine Spur
Die Motivation könne nicht besser sein, versicherte Andre Ayew, Sohn der ghanaischen Fußball-Legende Abedi Pele, einen Tag vor dem Finale in Angolas Hauptstadt Luanda in einem fifa.com-Interview. "Die meisten der Jungs sind hungrig. Sie haben eine Chance erhalten, und sie haben sie ergriffen", sagte er.
Trainer Milovan Rajevac ist voll des Lobes über seine Youngster, die bei der Kontinental-Meisterschaft vor allem lernen und Erfahrungen sammeln sollten. Auf der Webseite ghanasoccernet.com äußerte er sich zugleich verärgert über all jene, die seinem Team unterstellten, nur mit Glück so weit gekommen zu sein.
"Wir haben uns für die Weltmeisterschaft qualifiziert. Ist das Glück? Wir haben in einer völlig anderen Mannschaftsaufstellung gegen acht erfahrene Mannschaften gespielt und wir stehen wieder im Finale? Ist das Glück oder was sonst?", hielt der in Ghana als Milo bekannte Serbe den Kritikern entgegen.
Nigerias Trainer: Kritik von allen SeitenDer ghanaische Präsident John Atta Mills gratulierte dem Team nicht nur, sondern ermunterte sie in seiner Glückwunschbotschaft auch zu einer "Klasse-Leistung, mit der an den Erfolg der Juniorenweltmeister angeknüpft wird." An die ghanaischen Fans appellierte Mills, sich nicht nur in den ghanaischen Farben deutlich sichtbar hinter die Black Stars zu stellen, sondern sicherheitshalber auch für den Finalsieg zu beten.
Die Kritiker von Nigerias Trainer Shaibu Amodu fühlen sich unterdessen durch die Niederlage bestätigt. Die Medien hatten den Trainer schon während des Turniers heftig kritisiert. Entsprechend bissig waren die Zeitungskommentare nach dem Ausscheiden. Die Zeitung Vanguard aus Lagos etwa schrieb, die Niederlage habe gezeigt, "dass Amodu endgültig die Ideen ausgegangen sind". Das Team habe mit seiner schwachen Leistung alle Kritiker bestätigt und sei unverdient so weit gekommen.
Akpoborie: "Tanzen rum und schießen den Ball vorbei"Auch der Ex-Wolfsburger Jonathan Akpoborie wies vor allem Amodu die Schuld an der Halbfinalniederlage zu. Seine "technische Naivität" habe den Adlern den Sieg gekostet, sagte er der nigerinischen Zeitung Next. "Statt ihren Job zu erledigen, tanzten unsere Jungs die meiste Zeit um das ghanaische Tor herum und schossen den Ball vorbei", klagte Ex-Nationalspieler Etim Esin.
Afrika-Cup-Finalist Ghana ist Gruppengegner der deutschen Nationalmannschaft bei der Weltmeisterschaft in Südafrika im Sommer. Am Sonntag treffen die Black Stars in der angolanischen Hauptstadt Luanda auf den Titelverteidiger und siebenmaligen Afrika Cup Gewinner Ägypten.