Sebastian Rudy und Ricardo Osorio bejubeln die 1:0-Führung
Der VfB Stuttgart hat seine Pleitenserie von zuletzt zehn sieglosen Pflichtspielen beendet und insbesondere VfB-Coach Markus Babbel werden die Steine gleich tonnenweise vom Herzen gefallen sein. Am fünften Spieltag der Champions League sah sportal.de ein hochverdientes 2:0 (1:0) bei den Glasgow Rangers. Mit einem Erfolg im letzten Gruppenspiel gegen Unirea Urziceni können die Schwaben den Einzug ins Achtelfinale perfekt machen.
VfB-Coach Markus Babbel veränderte sein Team gegenüber dem enttäuschenden 1:1 vom Wochenende gegen Hertha BSC auf zwei Positionen. Im Angriff erhielt Pavel Pogrebnyak den Vorzug vor Ciprian Marica. Der wiedergenesene Ricardo Osorio rückt in die Viererkette auf die Position von Christian Träsch, der dafür im Mittelfeld auflief und Kapitän Thomas Hitzlsperger auf die Bank verdrängte.
Die Schotten, die ihre ersten beiden Heimspiele in der Königsklasse gegen den FC Sevilla und Unirea Urziceni jeweils mit 1:4 verloren hatten, wählten eine offensive Ausrichtung. So bot Trainer Walter Smith mit Kenny Miller, Kris Boyd und Kyle Lafferty gleich drei Spitzen auf. Die Anfangsphase vor 41.468 Zuschauern im Ibrox Park gehörte jedoch zunächst den Gästen aus Stuttgart.
Rudy erlöst den VfB
Arthur Boka spielte nach einer feinen Einzelleistung Cacau frei und der Brasilianer prüfte kurzerhand Rangers-Keeper Allan McGregor mit einem Schuss von der Strafraumgrenze (7.). Schrittweise erhöhten die Schwaben nun den Druck und wurden nach 16 Minuten für ihren Aufwand belohnt. Nach einem Doppelpass mit Cacau legte Aliaksandr Hleb das Leder von der Torauslinie in die Mitte. Dort verstolperte Pogrebnyak zwar, gab dem Ball aber eine entscheidende Richtungsänderung mit, so dass der ungedeckte Sebastian Rudy nur noch zum 1:0 einzuschieben brauchte.
Der VfB war den Schotten in dieser Phase in allen Belangen überlegen, präsentierte sich selbstbewusst und zeigte die deutlich reifere Spielanlage gegen biedere Hausherren, die kaum einmal gefährlich vor das von Jens Lehmann gehütete Tor kamen. So hätte der sehr agile Cacau fast für die beruhigende 2:0-Führung gesorgt, doch sein Schuss aus rund 20 Metern aus halblinker Position strich denkbar knapp rechts am Pfosten vorbei (30.).
Stimmen zum Spiel:
1/3
Markus Babbel: "Wir haben ein sehr gutes Spiel gemacht. Von der ersten Minute waren wir hellwach. Es freut mich für die Jungs, dass sie sich heute endlich einmal belohnt haben. Es ist schön, dass wir wissen, dass wir im Europapokal bleiben."
Rangers nehmen Fahrt auf
Nach 33 Minuten konnten dann auch die Rangers ihre erste Chance verbuchen. Nach einem Stellungsfehler von Osorio kam Boyd in Ballbesitz, schoss das Leder aber am Kasten vorbei. Es war zugleich das Startsignal für ein druckvolleres Auftreten der Gastgeber, die die Stuttgarter in der Folge immer mehr unter Druck setzten und fast zum Erfolg gekommen wären.
Einen weiten Abwurf von Lehmann vertändelte Zdravko Kuzmanovic, die anschließende Flanke erreichte den Kopf des freistehenden Boyd, der jedoch das Kunststück fertig brachte, den Ball aus sechs Metern über das Tor zu köpfen (37.). Der VfB ließ sich das Spiel in dieser Phase ein wenig aus der Hand nehmen, überstand die erste Hälfte jedoch schadlos.
Nach der Pause übernahm der VfB gleich wieder das Geschehen auf dem Rasen, die nächste Möglichkeit aber besaßen die Gäste. Steven Davis spielte einen Pass in die Spitze auf Miller, Matthieu Delpierre konnte den Ball aber in allerhöchster Not gerade noch wegspitzeln (58.). Da machte es der VfB entschieden besser. Rudy flankte von der rechten Seite in die Mitte, wo Pogrebnyak den Ball verpasste. Dahinter lauerte jedoch Kuzmanovic, der überlegt zum 2:0 einköpfte (59.).
Immer wieder Pogrebnyak
Und der Bundesligist hätte den Sack nur kurze Zeit später zumachen müssen. Cacau zog aus rund 20 Metern stramm ab, Rangers-Keeper McGregor ließ das Leder unmittelbar vor die Füße von Pogrebnyak abprallen. Doch der Russe wollte das Geschenk partout nicht annehmen. Statt aus elf Metern völlig freistehend die Torecke anzuvisieren, wählte der 26-Jährige die Mitte, wo McGregor stand und parieren konnte (61.).
Und auch in der nächsten Szene stand der Stürmer im Mittelpunkt. Nach schönem Zuspiel von Hleb, drehte sich Pogrebnyak im Strafraum geschickt um seine Gegenspieler, scheiterte im Abschluss jedoch am rechten Außenpfosten (78.). Die Rangers hatten sich zu diesem Zeitpunkt längst aufgegeben und so spielten nur noch die Gäste.
So hätten die eingewechselten Julian Schieber (87.), Thomas Hitzlsberger (88./89.) und Timo Gebhardt (90.) sogar noch erhöhen können, letztlich blieb es aber beim absolut verdienten 2:0-Sieg einer eindrucksvoll auftretenden VfB-Mannschaft, die die Glasgow Rangers fast nach Belieben dominierte, und dem Endspiel um den Achtelfinaleinzug am 9. Dezember gegen Unirea Urzicena (gewann 1:0 gegen den FC Sevilla) entspannt entgegenblicken kann. Doch auch wenn die Schwaben scheitern sollten, der Verbleib in der Europa League ist ihnen in jedem Fall nicht mehr zu nehmen.