Thiago Motta kann Gerad Pique nicht am 1:0 für Barcelona hindern
Der FC Barcelona reist als Tabellenführer der Gruppe F zum letzten Spiel zu Dynamo Kiew. Die Katalanen schlugen Inter Mailand nach Treffern von Gerard Pique und Pedro völlig verdient mit 2:0. Die Italiener müssen im letzten Spiel gegen das punktgleiche Rubin Kazan antreten.
Von der ersten Minute an spielte nur der FC Barcelona und es war erstaunlich, wie passiv Inter Mailand vor 93.524 Zuschauern im Estadio Camp Nou agierte. Man hatte das Gefühl, als habe Trainer Jose Mourinho seinem Team vor der Partie Schlaftabletten verabreicht.
Samuel Eto'o hing bei seiner Rückkehr zum alten Verein wie auch sein Nebenmann Diego Milito völlig in der Luft. Das Mittelfeld, in dem der angeschlagene Wesley Sneijder schmerzlich vermisst wurde, vermochte offensiv überhaupt keine Akzente zu setzen und wirkte in der Rückwärtsbewegung völlig überfordert. Inter konnte überhaupt keinen Druck auf den Ball ausüben und ließ Andres Iniesta, Xavi und Co. einfach so gewähren.
Inter immer einen Schritt zu spät
Diese Fahrlässigkeit setzte sich in Mailands Abwehr fort. Zu oft kamen gerade die Außenverteidger Maicon und Chivu einen Schritt zu spät oder standen zu weit von den Gegenspielern entfernt. Wer in Barcelona so auftritt, der muss sich nicht wundern, wenn er keine Chance hat.
Inter konnte noch froh sein, dass Pep Guardiola zunächst auf die angeschlagenen Lionel Messi und Zlatan Ibrahimovic verzichtete und Barca zudem oftmals die letzte Genauigkeit im Spiel vermissen ließ. Und doch dominierten die Katalanen nach Belieben. Die erste Ecke nach drei Minuten von Xavi auf Gerad Pique führte zwar noch nicht zum Erfolg, beim zweiten Versuch klappte es dann besser. Pique schüttelte Gegenspieler Thiago Motta ab und drückte den Ball zum 1:0 über die Linie (10.).
Pedro vollendet tollen Angriff
Das Spiel lief fast ausschließlich nur in Richtung Mailänder Tor, Inter vermochte sich überhaupt nicht zu befreien. Viel zu schnell gingen die Bälle wieder verloren. Und doch kam Barca aus dem Spiel heraus nur selten zu guten Chacen. Ein Freistoß von Xavi über das Tor blieb zunächst die einzige Gelegenheit (15.).
Ein Traumangriff der Katalanen führte dann zum 2:0. Xavi hatte aus dem Mittelfeld direkt auf die rechte Seite zu Dani Alves gepasst und der Brasilianer fand mit einer präzisen Flanke den Messi-Ersatz Pedro, der mit einer Direktabnahme zum 2:0 vollendete (26.).
Angesichts der eigenen Beschäftigungslosigkeit schien Barca-Keeper Victor Valdes ein wenig seine Konzentration verloren zu haben, jedenfalls vertändelte er einen Rückpass von Abdial und gewährte Dejan Stankovic somit den ersten Toschuss, der jedoch über den Kasten ging.
Damit war die erste Halbzeit vorbei und Inter-Coach Jose Mourinho durfte froh sein, seinem Team ein paar Takte erzählen zu können. Zudem brachte er mit Sulley Muntari für Esteban Cambiasso einen frischen Spieler. Und tatsächlich zeigte sich Inter im zweiten Durchgang etwas wacher und präsenter, auch wenn man nicht das Gefühl hatte, dass diese Partie noch kippen könnte.
Barca lässt es ruhiger angehen
Immerhin gab es nach 53 Minuten den ersten gelungenen Angriff der Italiener zu bestaunen, als Milito Samuel Eto'o anspielte, der Kameruner von Dani Alves aber gerade noch am Torschuss gehindert werden konnte. Gefährlicher blieben indes die Katalanen. Wieder war es Alves, der mit einer wunderbaren Flanke für Gefahr sorgte. In der Mitte kam Xavi zum Kopfball und zwang Julio Cesar zu einer Glanzparade (54.). In der Folge beruhigte sich das Spiel zusehends.
Barcelona hatte alles im Griff und beschränkte sich auf das Nötigste. Ein Freistoß von Alves (68.) war noch erwähnenswert, ansonsten tat sich sportlich nicht mehr viel. Gegen Ende ließen dann noch einige Mailänder ihrem Frust freien Lauf und so holten sich Chivu, Thiago Motta und Javier Zanetti nach völlig unnötigen und harten Fouls die Gelbe Karte ab. Am Ergebnis änderte das nichts mehr, der FC Barcelona gewann völlig verdient mit 2:0.
Rubin Kazan und Dynamo Kiew hatten sich zuvor mit 0:0 getrennt und es damit verpasst, sich gegenüber Barcelona und Inter Mailand eine gute Ausgangsposition zu erarbeiten.
Bei beiden Teams vermisste man in dieser Partie den bedingungslosen Mut zum Risiko. Leichter Schneefall und Temperaturen um den Gefrierpunkt - die Bedingungen in Kazan waren schwierig und entsprechend zäh gestaltete sich das Spiel. Beide Mannschaften waren durchaus bemüht, doch die Genauigkeit in den Aktionen fehlte und so blieb vieles Stückwerk.
Die Gäste aus Kiew hatten in der 15. Minute die erste Torchance, als Andriy Shevchenko Andriy Yarmolenko in Szene setzte, der 20-Jährige mit seinem Schuss das Tor jedoch verfehlte. Kazan kam nach einer halben Stunde etwas besser in Spiel. Vor allem weil Aljandro Dominguez sich immer häufiger zeigte.
Der argentinische Angreifer war an allen gefährlichen Aktionen beteiligt. In der 32. Minute schob er aus halblinker Position den Ball am Tor vorbei, kurze Zeit später fand seine scharfe Hereingabe in der Mitte keinen Abnehmer. Kurz vor dem Halbzeitpfiff zwang Dominguez Kiews Keeper Oleksandr Shovkovskiy mit einem wunderschönen Fallrückzieher zu einer Glanzparade.
Wenig Höhepunkte nach der Pause
Nach der Pause nahm das Schneetreiben noch zu und das tat dem Spiel nicht wirklich gut. Kiew kam zwar ambitioniert aus der Kabine, wurde aber nur selten gefährlich. Einzige Ausnahme war die 51. Minute, als Yarmolenko nach tollem Pass frei vor Sergey Ryyzhikov auftauchte, die Kugel jedoch nicht am Keeper vorbeibrachte.
Lange Zeit tat sich auf dem Rasen nicht mehr viel. Erst in der Schlussphase wurde es ein bisschen lebhafter. Dominguez versuchte sich aus 20 Metern mit einem Schuss, Shovkovskyi war jedoch auf dem Posten (77.). Auf der anderen Seite prüfte Artem Milewskyi Rubins Torwart mit einem tückischen Aufsetzer (80.). Beide Teams suchten in der Folge zwar noch den Weg nach vorne, aber echte Torchancen sprangen nicht mehr heraus.