Lyon und Marseille trennen sich 5:5!

Es wurde aus allen Lagen geschossen: Lissandro von Olympique Lyon
Dieses Spiel wird in die Geschichte des französischen Fußballs eingehen. Nach einem denkwürdigen Abend am 13. Spieltag trennten sich Olympique Lyon und Olympique Marseille mit 5:5. In dem unglaublichen Spiel fielen allein nach der 78. Spielminute noch vier Tore.
Das Duell zweier Spitzenmannschaften entwickelte sich im Stade de Gerland zu dem wohl spektakulärsten und torreichsten Spiel in der Lique 1 aller Zeiten. Die französischen Medien überschlugen sich danach mit Superlativen. Die Sportzeitung L'Equipe titelte auf Seite eins mit der Schlagzeile "Die Sonntagabend-Show".
Aber der Reihe nach. Nach dem 0:2 von Tabellenführer Girodins Bordeaux in Lille hätte Lyon mit einem Sieg über Marseille die Tabellenführung übernehmen können. Dementsprechend motiviert ging man ins Spiel und führte bis kurz vor der Pause mit 2:1.
Miralem Pjanic (3.) und Sidney Govou (14.) brachten die Hausherren schnell in Führung, Stephane Mbia traf zum zwischenzeitlichen Ausgleich. Kurz vor der Pause schlug Marseille abermals zurück und Benoit Chyrou traf kurz vor dem Halbzeitpfiff noch zum 2:2. Schon da ahnten die Fans, dass es ein besonderer Abend werden sollte. Beide Mannschaften spielten frei von taktischen Zwängen immer wieder mutig nach vorn und so entwickelte sich ein unglaubliches Offensiv-Spektakel.
Außer Rand und Band
Die Gäste aus Marseille erwischten zu Beginn der zweiten Hälfte den besseren Start und gingen durch die Tore von Bakari Kone (47.) und Brandao (78.) erstmals mit 4:2 in Führung. Der Auswärtssieg war zum Greifen nah, doch was dann passierte, ließ das Stadion mehrmals beben.
In nur neun Minuten drehte Lyon das Spiel. Lisandro Lopez (81. + 84.) und Michel Bastos (90.) sorgten für die Wende, man führte mit 5:4. Dann brach die Nachspielzeit an, die Lyon-Profi Jérémy Toulalan wohl nicht so schnell vergessen wird. In der 93. Minute lenkte Toulalan den Ball unglücklich nach einer unübersichtlichen Situation im Strafraum ins eigene Netz.