England freut sich auf das Spiel der Spiele

Michael Ballack im Duell mit Darren Fletcher
Tabellenführer Chelsea kann den Charaktertest gegen Meister Manchester United kaum erwarten. Sogar Michael Ballack stimmt seinen Arbeitgeber und die Fans mit markigen Sprüchen auf den Knüller des 12. Spieltags gegen den Zweiten der englischen Premier League ein.
"In der Vergangenheit mussten wir immer Manchester hinterherlaufen, dieses Mal führen wir", tönte Ballack, "wir müssen uns über die Saison die Kraft erhalten, und wenn wir das schaffen, kann uns keiner schlagen."
Seit 2002 hat ManUnited im Londoner Stadion an der Stamford Bridge nicht mehr gewonnen. Zwei Punkte liegen die Red Devils momentan hinter den Blues, und der für seine Psychotricks bekannte ManU-Coach Sir Alex Ferguson räumte tatsächlich ein, Chelsea sähe in dieser Saison tatsächlich wie der größte Rivale des englischen Champions aus. "Sie scheinen das Team zu sein, das man schlagen muss", erklärte Ferguson etwas widerwillig unter der Woche.
Mehr als ein Prestigeduell
Selbst wenn am 12. Spieltag von einer echten Vorentscheidung im Titelrennen kaum die Rede sein kann, ist das Top-Match weit mehr als ein Prestigeduell zwischen zwei Vereinen, die sich die vergangenen sechs Jahren erbitterte Duelle um die englische Meisterschaft lieferten.
2005 und 2006 siegten die Londoner - vor Ballacks Ankunft. Seitdem triumphierte Manchester dreimal in Folge und schlug Chelsea obendrein im denkwürdigen Champions-League-Finale von 2008 im Elfmeterschießen. Letzte Saison wurden Ballack und Co. nur Dritter, holten aber den Pokal.
Ohne größere Verletzungssorgen strotzt der FC Chelsea derzeit vor Spiellaune. "Wir haben es in der Hand. Sonntag ist ein großer Tag für uns", meinte Ballack in der Abendzeitung London Evening Standard, "wir können einen großen Schritt vorwärts machen und die Führung ausbauen." In der Champions League hat sich der englischen Spitzenreiter bereits nach dem vierten Spieltag fürs Achtelfinale qualifiziert.
Mit einem Sieg psychologisch im Vorteil
"Die Meisterschaft ist noch lang, aber psychologisch ist es wichtig", weiß Darren Fletcher, Ballacks Gegner im ManU-Mittelfeld, der wie die meisten Profis das Topspiel persönlich nimmt. "Das eine Spiel, das ich diese Saison gewinnen will, ist das bei Chelsea", so Manchesters Franzose Patrice Evra und klagte: "Jedes Mal, wenn ich gegen Chelsea spiele, passiert etwas Schlechtes."
Vergangenen August im Spiel zwischen Meister und Pokalsieger um den sogenannten Community Shield wurde er von Ballack robust gestoppt - aus Manchester-Sicht ein ungeahndeter Bodycheck - und im vergangenen April vier Spiele gesperrt, nachdem er beim Auslaufen im Chelsea- Stadion mit einem Ordner handgreiflich aneinandergeraten war.