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Wiese stark, Werder weiter
Wiese stark, Werder weiter
Aaron Hunt schirmt den Ball ab

Einer Spitzenleistung von Tim Wiese hat es Werder Bremen zu verdanken, dass es die nächste Runde der Europa League erreicht hat. Der Bremer Keeper hielt sein Team gegen sehr starke Gäste von Austria Wien im Spiel, bevor Tim Borowski und Hugo Almeida den späten 2:0-Sieg perfekt machten. sportal.de sah einen glücklichen Bremer Sieg.

Thomas Schaaf musste in seiner Aufstellung einige Wechsel vornehmen. Neben Marko Marin stürmte Aaron Hunt. Ein deutliches Zeichen an Markus Rosenberg, der trotz des Ausfalls von Claudio Pizarro und des Trainingsrückstands von Hugo Almeida erneut nur auf der Bank Platz nehmen musste.

Für Hunt durfte Tim Borowski von Beginn an ran und Torsten Frings (Muskelfaserriss) wurde durch Peter Niemeyer ersetzt. Eine Pause bekam Sebastian Boenisch und wurde auf der linken Verteidigerposition durch Petri Pasanen ersetzt.

Werder nur zu Beginn überlegen

Nach ruhigem Beginn nahm Werder das Zepter in die Hand. Niemeyer (7.) und Borowski (10.) hatten die ersten Gelegenheiten für die Gastgeber. Austria igelte sich weit hinten in der eigenen Hälfte ein, ließ Werder kommen und lauerte auf Konter.

Ein solcher hätte dann auch beinahe die Führung für die Gäste in der 18. Minute gebracht. Auf der linken Seite wurde Milenko Acimovic schön freigespielt - Pasanen hatte das Abseits aufgehoben - doch einmal mehr erwies sich Tim Wiese als sicherer Rückhalt und parierte den Schuss des Austria-Kapitäns glänzend. Ein Warnschuss für Werder, das nun vorsichtiger agierte.

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Fünf Minuten später hatten die Gastgeber Glück, dass es keinen Strafstoß gegen sie gab. Marin Leovac war an Clemens Fritz vorbeigegangen, der Verteidiger stoppte den Kroaten mit unfairen Mitteln im Strafraum, doch Schiedsrichter Stefan Johannesson ließ weiterspielen.

Safar sicherer Austria-Rückhalt

Erst in der 25. Minute wurde Werder wieder gefährlich. Diesmal zeigte sich Fritz in der Offensive gefährlich. Nach einem Doppelpass mit Borowski prüfte der frühere Nationalspieler Torwart Szabolcs Safar, doch der Winkel war spitz und der Austria-Keeper war zur Stelle.

Der direkte Gegenstoß hätte beinahe die Gäste-Führung gebracht. Michael Liendl setzte Emin Sulimani mit einem tollen Pass ein, Pasanen verspekulierte sich und erneut war es Wiese, der mit einem Klasse-Reflex gegen Sulimani den Rückstand verhinderte. Werder hatte nun Glück, dass es noch 0:0 stand.

Nun bekamen die Grün-Weißen die Partie etwas in den Griff und spielten überlegen, ohne hinten in Gefahr zu geraten, aber auch, ohne sich vorne ernsthafte Torchancen zu erspielen. Die Werder-Anhängerschaft geriet in der 38. Minute erstmals richtig in Aufruhr, aber nicht aufgrund des Geschehens auf dem Platz, sondern weil Schaaf Hugo Almeida zum Aufwärmen geschickt hatte. Der Portugiese hatte Werder zwei Monate gefehlt.

Wien mit vielen Chancen

Die gefährlichere Mannschaft blieben aber die Gäste aus Wien. Vor allem Sulimani und Leovac stellten die beiden Werder-Außenverteidiger immer wieder vor Probleme und waren von Pasanen und Fritz nicht in den Griff zu bekommen. Mit dem 0:0 ging es dann in die Pause: Ein glückliches Ergebnis für Werder Bremen. Zaghafte Pfiffe begleiteten den Kabinengang der Grün-Weißen.

Nach der Pause gab es dann das Comeback für Hugo Almeida, der Portugiese kam für Philipp Bargfrede in die Partie. Austria musste seinen Torwart wechseln. Für Safar stand nun Robert Almer zwischen den Pfosten.

Die erste Gelegenheiten ergab sich dann aber wieder für Austria Wien. Nach einer Ecke kam Jacek Bak zum Kopfball, doch erneut war Wiese zur Stelle und parierte glänzend. Der Nationalkeeper hielt sein Team an diesem Abend bis dato im Spiel.

Rosenberg unglücklich

Werder schlug zurück, doch Hugo Almeida und Borowski verpassten eine Flanke von Mesut Özil, Hunt war anschließend zu überrrascht und konnte den Ball ebenfalls nicht verarbeiten. Der 23-Jährige agierte bis dahin äußerst unglücklich und war weit von seiner Galaform der vergangenen Wochen entfernt.

Nach einigen zerfahrenen Minuten waren es wieder die Gäste, die sich Chancen erarbeiteten. Erst war Wiese bei einer Ecke Acimovics zur Stelle (58.) und dann klärte der Schlussmann blitzschnell gegen Zlatko Junuzovic (59.). Danach war die Partie dann für Marin beendet und Schaaf brachte mit Rosenberg den zweiten Stoßstürmer (60.).

Der Schwede hatte dann auch gleich die bis dahin beste Werder-Chance der Partie. Almer konnte einen Schuss von Hugo Almeida nur abprallen lassen, Rosenberg hatte die Möglichkeit, das Leder ins leere Tor zu schießen, doch er brachte nicht genug Druck hinter den Ball, sodass der Austria-Keeper den schwachen Schuss parieren konnte (64.).

Borowski bricht den Bann

Danach verlor die Partie an Tempo. Bremen agierte viel zu umständlich, um die Gäste ernsthaft in Gefahr zu bringen. Mit zwei Wechseln in der 75. Minute versuchten die Trainer, noch einmal Elan in die Partie zu bringen. Bei Werder gab Daniel Jensen sein Comeback und kam für Niemeyer in die Partie. Bei Austria kam Julian Baumgartlinger für Liendl ins Spiel.

Und tatsächlich hatte Werder gleich eine gute Chance. Almeida spielte Borowski am Elfmeterpunkt an, doch der Mittelfeldspieler zögerte viel zu lange und vergab so diese aussichtsreiche Gelegenheit (76.). Drei Minuten später hatte der Ex-Nationalspieler die Möglichkeit, seinen Fehler wettzumachen, doch sein Lupfer über Keeper Almer verfehlte das Tor recht deutlich.

Zum Glück für Borowski kam dann die 81. Spielminute. Einen Pass Özils verlängerte Rosenberg auf Borowski, der aus deutlich Abseits-verdächtiger Position mit einem Kopfballlupfer Almer überwinden konnte. Weder der Keeper, noch das schwedische Schiedsrichtergespann machte bei dieser Szene eine gute Figur.

Almeida lässt sich feiern

Nun war der Bann gebrochen und Almeida endgültig wieder da. Einen feinen Pass Hunts nahm der Portugiese sieben Meter vor dem Austria-Tor an und erzielte aus der Drehung das 2:0 (84.). Mit einem Usain-Bolt-Jubel ließ sich Almeida von dem begeisterten Bremer Publikum anschließend feiern.

Austria versuchte in den Schlussminuten vergeblich, doch noch einen Treffer zu erzielen und musste trotz der starken Leistung mit leeren Händen nach Hause fahren. Während Werder im Europapokal überwintert, wird es für die Wiener sehr schwer, die nächste Runde zu erreichen.

Henning Schulz

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