
Deniz Naki droht ein Nachspiel
Die provokante Geste von Deniz Naki hat ein Nachspiel. Der 20-jährige Stürmer des FC St. Pauli hatte nach seinem Tor zum 2:0-Endstand beim FC Hansa Rostock die Rostocker Fans aufgebracht, indem er vor ihnen das Abtrennen des Kopfes mit der Hand andeutete.
Nach dem Spiel kam es zu Ausschreitungen. Der Kontrollausschuss des Deutschen Fußball-Bundes leitete nun ein Ermittlungsverfahren gegen Naki wegen krass sportwidrigen Verhaltens ein. Dabei beruft sich das Gremium auf Fernsehbilder. Schiedsrichter Thorsten Kinhöfer versicherte, die provozierende Aktion nicht gesehen zu haben. Naki ist zu einer Stellungnahme aufgefordert worden.
"Das war eine ganz dumme Aktion von ihm. Er muss einsehen, dass er einen Riesenfehler gemacht hat", sagte St. Paulis Team-Manager Christian Bönig. Nakis Verhalten wird mit einer Geldstrafe in nicht genannter Höhe geahndet. "Die Summe spendet er einer Organisation, die Gewaltopfern hilft", sagte Bönig.
Landesregierung verurteilt Krawalle
Derweil hat die Landesregierung in Mecklenburg-Vorpommern die Ausschreitungen nach dem Spiel scharf verurteilt. Innenminister Lorenz Caffier (CDU) verlangte eine schnelle und konsequente Bestrafung der Randalierer.
"Die Gesellschaft darf nicht zulassen, dass ein brutaler, gewalttätiger und damit krimineller Mob unter dem Deckmantel des Fußballs regelmäßig friedliche Bürger tyrannisiert, die Polizei angreift und die Justiz herausfordert", sagte er. Am Vorabend war es nach der Begegnung in Rostock zu Krawallen gekommen, die Polizei setzte Wasserwerfer ein.
Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hatte die Vereine zu mehr Vorbeugung gegen Gewalt aufgefordert. Alle Verantwortlichen müssten überlegen, was man besser machen könne, sagte GdP-Chef Konrad Freiberg dem Nachrichtensender n-tv. "Es sind ihre Fans, man kennt sich untereinander."
Randalierer müssten mit Stadionverboten belegt werden. Bei Auseinandersetzungen rund um das als "Risikopartie" eingestufte Spiel waren zahlreiche Menschen verletzt worden. Einzelheiten wollte die Polizei erst zu einem späteren Zeitpunkt nennen.