Stuttgart hofft auf Coup in Sevilla

Markus Babbel glaubt fest an seine Chance
Beflügelt vom befreienden 0:0 gegen den FC Bayern will der VfB Stuttgart beim FC Sevilla für eine Sensation sorgen. Die Schwaben sind nach dem Ende ihrer niederschmetternden Niederlagenserie zuversichtlich und hoffen in der Champions League gegen den spanischen Spitzenclub auf eine Fortsetzung des Aufwärtstrends.
"Das ist eine Riesenchance. Keiner rechnet mit uns", träumt Teamchef Markus Babbel trotz der klaren Außenseiterrolle von einem Sieg beim souveränen Spitzenreiter der Gruppe G am Mittwochabend. "Wir wollen immer gewinnen. Und wenn ein Punkt herausspringt und unsere Leistung entsprechend war, bin ich auch zufrieden."
Der Bundesligist steht in der Königsklasse nach zwei mageren Unentschieden vor dem vierten Spieltag schon gewaltig unter Druck. Im Fall einer erneuten Niederlage gegen den Tabellendritten der Primera División droht der K.o. in der vermeintlich leichten Gruppe, selbst wenn der VfB seine abschließenden Partien in Glasgow und gegen Urziceni gewinnen sollte.
Ausscheiden? Kein Thema!
An ein Ausscheiden verschwenden Babbel und seine Schützlinge allerdings trotz der prekären Ausgangslage keinen Gedanken. "Wir wollen mit aller Macht in die nächste Runde einziehen", versicherte der Bayer, der trotz des richtungweisenden Punktspiels am Samstag bei Borussia Mönchengladbach in Sevilla keine Akteure schonen will.
Thomas Hitzlsperger sieht sogar einen Vorteil darin, nun gegen eine solch große "Hausnummer" voll gefordert zu sein. "Vielleicht ist es eine gute Möglichkeit, jetzt gegen einen so guten Gegner zu spielen. Wir wollen da gewinnen", kündigte der Kapitän an. Keeper Jens Lehmann schloss sich an: "Es ist ein Vorteil, wenn man weiß, dass man gegen einen guten Gegner spielt. Wir fahren nach Sevilla und wollen da gewinnen, auch wenn es eine gute Mannschaft ist."
Hoffen auf lustlose Spanier
Stuttgarts Zuversicht basiert auf dem eigenen Aufwärtstrend, dem Auftritt beim 1:3 im Hinspiel und der Hoffnung, die noch verlustpunktfreien Andalusier könnten möglicherweise nur mit halber Kraft agieren. "Es könnte ein Vorteil sein, dass sie fast durch sind", sagte Babbel, der Sevilla "zu den besten Mannschaften in der Champions League zählt". Der VfB habe beim 1:3 vor zwei Wochen aber gezeigt, dass er spielerisch mithalten könne.
Allerdings plagen den Außenseiter große personelle Probleme: Fünf Stammspieler fallen verletzt aus. Ohne die Defensivkräfte Ricardo Osorio und Christian Träsch, Mittelfeldmann Sami Khedira sowie die Stürmer Cacau und Ciprian Marica ist Babbel zum Improvisieren gezwungen. Möglicherweise stellt er im Mittelfeld wieder auf ein System mit zwei Sechsern um und setzt auf Julian Schieber als Sturmsolist. "Es passt nicht zu uns, hinten rein zu stehen", betonte Babbel.